Bildungs-Staatssekretär Meister informiert sich über ein besonders erfolgreiches

"StudiumPlus" idealer Lückenschluss zwischen
beruflicher Ausbildung und Hochschulstudium

"Vor dem Hintergrund der Riesenherausforderungen, die uns in Sachen Fachkräfte, Demographie und Digitalisierung ins Haus stehen, ist das duale Studium ein besonders erfolgversprechender Ansatz", resümierte Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatsekretär im Bundeministerium für Bildung Forschung, seinen zweistündigen Informationsbesuch bei der Abteilung "StudiumPlus" der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) am Standort Wetzlar. Meister, vor 58 Jahren in Lorsch an der Bergstraße geboren, hielt sich auf Einladung seines Fraktionskollegen Hans-Jürgen Irmer in der Spilburg auf und dankte dem Wetzlarer Bundestagsabgeordneten ausdrücklich für die Möglichkeit, sich vor Ort und aus erster Hand über das StudiumPlus informieren zu können. "Bei uns in Südhessen gibt es derartiges nicht."

Und nicht nur im Südhessischen nicht, wie THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems, Prof. Dr. Harald Danne, Leitender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium - und seit drei Jahrzehnten an der THM -, sowie Prof. Dr. Jens Minnert, Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium, aufklärten, sondern hessen- und bundesweit ebenfalls nicht. Der Ansatz, der mit dem dualen Studium "Marke THM" verfolgt und umgesetzt werde, sei ein mittelhessisches Alleinstellungsmerkmal, das jedoch wegen seines Erfolges gerne zur Nachahmung weiterempfohlen werde. Und MdB Irmer sei von Beginn an ein großer Freund, Förderer und Unterstützer von StudiumPlus gewesen.

Mit 18.000 Studenten - davon 2700 ausländischen - zwölf Fachbereichen, 91 Studiengängen und 1150 Beschäftigten ist die THM die drittgrößte Hochschule für angewandte Wissenschaften bundesweit, erläuterte Präsident Willems, der den Hochschulpakt des Bundes als "super" bezeichnete und von einer sinn- und wirkungsvollen Umsetzung in den Ländern und damit auch in Hessen ausgeht. Zumal die hessischen Hochschulen viele der im Hochschulpakt formulierten Ziele "bereits weit übererfüllt haben". Dabei wies er speziell auf die Kooperation der THM im Rahmen des "Forschungs-Campus Mittelhessen" mit den Universitäten Gießen und Marburg hin. Harald Danne skizzierte die Besonderheiten der anwendungsorientierten StudiumPlus-Ausbildung. Träger der dualen StudiumPlus-Ausbildung ist das Competencecenter Duale Hochschulstudien (CCD) - StudiumPlus e.V. mit dem Vorsitzenden Norbert Müller an der Spitze. Im CCD sind aktuell - und das bei weiter steigender Tendenz - 910 Unternehmen und Einrichtungen, vom "großen Player" bis zum Handwerksbetrieb und weit überwiegend aus dem Mittelhessischen, als Partner zusammengeschlossen. Studenten benötigen einen Vertrag mit einem Wirtschaftsunternehmen - gleich welcher Größe -, um sich bei der THM für das StudiumPlus einschreiben zu können.

Als anwendungsorientiert und wirtschaftsnah beschreibt Danne die Arbeit von StudiumPlus. "Das ist aber kein Manko, denn die Interessen von Wirtschaft und THM laufen synchron." Hinzu kommen an die 60 Kooperationen, vor allem mit Schulen aus der Region. Die Regionalisierung habe sich bewährt und als richtiger Weg erwiesen und werde zum Trend für ganz Deutschland werden, ist sich Danne sicher. "Wir praktizieren einen gelebten Wissenstransfer, über den auch kleine Unternehmen Zugang zu den Forschungsergebnissen der Hochschulen haben." Dieser direkte und fruchtbare Kontakt zwischen Unternehmen und Hochschule auf der Basis eines strukturierten Unternehmensnetzwerks ermögliche einen intensiven und langfristigen Transfer, der ansonsten nicht möglich sei, macht Danne nach den StudiumPlus-Erfahrungen seit 2001 deutlich.

Im Ergebnis ist für StudiumPlus-Studierende, die zudem in der Hälfte der Fälle bereits eine duale Ausbildung absolviert haben, nach dem Studium ein rascher Praxiseinsatz möglich und erwünscht. Die Zahl junger Menschen, die ein duales Studium anstreben, nimmt laut Danne erfreulicherweise permanent zu. Deshalb bietet die THM ihr StudiumPlus mittlerweile auch dezentral an. In der "Zentrale" in Wetzlar studieren rund 1000 junge Leute, weitere mehr als 500 an den Standorten Bad Vilbel, Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Biedenkopf, Frankenberg und Limburg. Aktuell habe sogar die Stadt Köln vier Informatiker beim StudiumPlus in Wetzlar angemeldet. Und im Vergleich zur Hochschulszene insgesamt liegt die Abbrecherquote beim StudiumPlus mit deutlich weniger als fünf Prozent weit weg vom allgemeinen Trend, der sich zwischen 30 und 40 Prozent bewegt.

Ein beeindruckter Staatssekretär Michael Meister erkennt: "Das duale Studium schließt die Lücke zwischen der dualen Berufsausbildung und den Universitäten in idealer Weise.

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Franz Ewert

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