Fluchtursachen bekämpfen

Entwicklungsinvestitionsfonds für Afrika aufgelegt

Kurzfristige Maßnahmen, um Fluchtursachen gerade aus dem afrikanischen Bereich zu bekämpfen, gibt es nicht. Aber man muss intensiver als bisher an das Gesamtthema Afrika herangehen. Entwicklungshilfe im klassischen Sinne hat es seit Jahrzehnten gegeben. Die Erfolge sind überschaubar.

Förderung des Mittelstandes

Deshalb hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU) aktuell einen Entwicklungsinvestitionsfonds (EIF) aufgelegt, der drei unterschiedliche Instrumentarien bereithält.

1. Afrika-Connect

Dies ist ein im Juni 2019 gestartetes Finanzierungsangebot für mittelständische deutsche und europäische Unternehmen, das langfristige Darlehen über die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft vergibt.

2. AfricaGrow

Ein Dachfonds, der sich an afrikanische KMU und Start-ups richtet, um ihnen, wie der Zentralverband des deutschen Handwerks erläuterte, Wachstumschancen und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen, umgesetzt von der KfW-Bankengruppe.

3. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika soll die für die Unternehmen bestehenden Förderangebote zusammenführen und Interessenten vernetzen und auf dem Weg nach Afrika direkt beraten und unterstützen.

Darüber hinaus gibt es auch das klassische Förderprogramm develoPPP.de. Mit diesem Programm fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Unternehmen bei Projekten und unternehmerischen Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die einen langfristigen Nutzen für die lokale Bevölkerung haben, und zwar mit direkten Zuschüssen.

Afrika ein Riesenmarkt für Mittelstand und Handwerk

Vier der sechs am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt lagen im letzten Jahr in Afrika. Länder wie Äthiopien, Elfenbeinküste oder Ghana verzeichnen ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund 7 Prozent pro Jahr. Alleine durch die rasante Verstädterung des Kontinents und die Bevölkerungszunahme wird in den nächsten zehn Jahren dort mehr gebaut werden als in Europa in den letzten 100 Jahren.

Trotzdem, so Entwicklungshilfeminister Müller, gehe nur 1 Prozent der gesamten deutschen Auslandsinvestition nach Afrika. Das liegt sicherlich daran, dass Deutschland seine Stärken im Anlagen-, Maschinen- und Automobilbau hat. Für die relativ teuren und technisch anspruchsvollen deutschen Produkte fehlt dort noch der Absatzmarkt. Deshalb muss über den Mittelstand und das Handwerk die Grundlage geschaffen werden, und zwar in rechtlicher Hinsicht, was Sicherheit vor Ort angeht, aber auch was die Finanzierung angeht. Genau diesem Ziel dienen die aufgelegten Programme.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe10/2019