CDU-Kreistagsfraktion lobt AGGAS-Arbeit

Einmalige präventive niederschwellige Präventionsarbeit

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion waren jetzt zu Besuch bei der Wetzlarer Kriminalpolizei, um sich über die aktuelle Arbeit der Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Schulen (AGGAS) zu informieren. Empfangen wurden sie vom Leiter der Regionalen Kriminalinspektion, Daniel Bermbach, dem Leiter der AGGAS, Thorsten Leib, und Lutz Agsten vom Kommissariat 33, dem Kommissariat, an dem u.a. auch die AGGAS angebunden ist. Sie berichteten, dass die AGGAS 1996 gegründet worden sei, nachdem Schulen damals zumindest hinter vorgehaltener Hand Probleme mit Straftaten überwiegend im Bereich von Gewalt, Eigentums- und Drogendelikten einräumen mussten. Zur damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Heute ist die Offenheit im Umgang mit Problemen deutlich besser. Und nur diese Offenheit ermöglicht es auch, Problemlösungen zu finden.

Der Charme der Gründung bestand unter anderem auch darin, dass Polizeibeamte durchaus auch in Zivil direkt in die Schulen gingen und für Schulen zuständig waren, so dass es keine wechselnden Ansprechpartner im Bereich der Polizei gab. Im Laufe der Zeit entwickelte sich auch ein Vertrauensverhältnis zwischen AGGAS-Mitarbeitern auf der einen Seite und Schulen auf der anderen Seite. Zielsetzung war die Vernetzung von Schule, Staatlichem Schulamt, Jugendamt, Eltern, Polizei und Staatsanwaltschaft. Dies sei gelungen. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft sei „einzigartig“, so dass man auf kürzestem Wege Probleme gemeinsam lösen könne. Wünschenswert wäre es, wenn die Meldungen der AGGAS über Probleme Jugendlicher in Richtung Jugendamt auch rückgekoppelt würden.

Insgesamt habe man rund 500 Fälle pro Jahr im Lahn-Dill-Kreis, zum Vergleich Gießen Stadt und Land mit rund 1500 Fällen. Natürlich gebe es in der heutigen Zeit neben den Klassikern wie Drogen, körperliche Gewalt oder einfacher Diebstahl auch die moderne Problematik des Mobbings über die sozialen Netzwerke. Dieses Mobbing dürfe man nicht unterschätzen, weil es bei den Betroffenen zu erheblichen psychischen Schäden führen könne. Hier versuche man, niederschwellig und präventiv einzugreifen. Eine andere, und zwar deutlichere Ansprache gebe es bei den besonders auffälligen Straftätern unter 21 Jahren (BASU 21). Dabei handele es sich um Jugendliche und Heranwachsende, die mindestens fünf Straftaten innerhalb eines Jahres begangen hätten.

In Ergänzung zum BASU21-Programm gebe es auch ein BASA-Programm, so Agsten, in dem gegen „besonders auffällig gewordene Ausländer ermittelt werde. Ziel bei diesen Maßnahmen seien neben der strafrechtlichen Verfolgung von Straftaten auch die Einleitung aufenthaltsbeendender Maßnahmen. Hinzu komme in diesem Kommissariat die Ermittlung und Bearbeitung gegen sogenannte Mehrfach-Intensivtäter. Diese Fokussierung auf die Täterorientierung habe sich bewährt, weil jeder Einzelne wisse, dass er im Blickpunkt stehe.

Insgesamt gesehen sei erfreulich, dass die Zahl der Straftaten in den letzten zwei Jahren hessenweit und damit auch im Lahn-Dill-Kreis deutlich gesunken sei, so Bermbach, der darauf verwies, dass die Aufklärungsquote mit rund 65 Prozent auf einem historischen Höchststand liege. Vor diesem Hintergrund, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer, komme der präventiven Arbeit der AGGAS eine besondere Bedeutung zu, „denn die besten Straftaten sind die, die gar nicht erst begangen werden, sondern im Keim erstickt werden können“. Deshalb spreche die Union, so Hans-Jürgen Irmer, Heike Ahrens-Dietz, Matthias Bender und Matthias Hundertmark in Vertretung der CDU-Stadtverordnetenfraktion Wetzlar, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AGGAS und den beteiligten Kooperationspartnern Dank und Anerkennung für diese wegweisende Arbeit aus.

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Aktuelle Ausgabe03.10.