Protest gegen Kohleabbau Garzweiler – I

Grüne Demonstranten durchbrechen rechtswidrig Polizeisperre –
danach Klage gegen die Polizei, weil sie nichts zu essen bringt

Manchmal muss man schon kerngesund sein, um zu verstehen, was jetzt u.a. der grüne Europaabgeordnete Erik Marquardt öffentlich kritisiert. Gemeinsam mit anderen sogenannten Klimaaktivisten durchbrach er vor wenigen Wochen gewaltsam eine Polizeikette in Garzweiler, um gemeinsam mit Demonstranten der Bewegung „Ende Gelände“ den Tagebau zu blockieren und zu besetzen. Kurz darauf twitterte er, dass die Polizei die Aktivisten nicht ausreichend mit Essen und Trinken versorgt hätte.

Richtig ist, dass die Polizei die Demonstranten zweimal mit Getränken versorgt hat, um bei warmen Temperaturen keine Gesundheitsrisiken entstehen zu lassen. Dann aber von der Polizei, gegen die man sich mit Gewalt durchgesetzt hat - im Verlauf der Auseinandersetzung gab es einige verletzte Polizeibeamte -, noch zu verlangen, ihnen gefälligst etwas zu Essen zu bringen, ist die Krönung. Es verschlägt einem fast die Sprache ob so viel Unverfrorenheit. Wie hätte es denn der Herr Abgeordnete der Grünen gerne? Welches Menü möchte er denn bestellen? Geschirr mit Messer und Gabel? Einweggeschirr? Vegetarisch? Vegan oder vielleicht doch ne Bratwurst oder ein Steak?

Die Gleichen, die in Sonntagsreden immer davon sprechen, dass Gewalt kein Mittel der Auseinandersetzung sein darf – natürlich völlig zu Recht! – maßen sich aus eigener Vollkommenheit an, geltendes Recht selbst zu setzen und bestehende Gesetze zu missachten – alles vermeintlich wegen höherer Ziele, die es rechtfertigen, geltendes Recht zu brechen? Nein, verehrter Kollege von den Grünen, Gesetze sind für alle gleich. Wenn jeder für sich definiert, was das Wichtigste für ihn ist und er entsprechend handelt, dann haben wir in unserer Demokratie Anarchie. Das Gesetz gilt auch für Grüne.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe8/2019