Gender-Unfug

Vatikan kritisiert Gender-Unfug

Mit erfreulicher Klarheit hat sich der Vatikan an Pfingsten zum Thema Gender geäußert. Einer Ideologie, die mehr und mehr alle politischen, medialen, sprachlichen und privaten Bereiche durchsetzt. Die Gender-Ideologie, nach deren Annahme es keinen Zusammenhang zwischen biologischem Geschlecht und sozialer sexueller Identität gibt, hat als Ziel die Aufweichung der Geschlechtergrenzen. Deshalb hat die Bildungskongregation in Rom davor gewarnt, dass die Gender-Theorie versucht, eine „Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede“ zu schaffen und damit „die anthropologische Grundlage der Familie“ zu eliminieren.

Das Grundsatzpapier wendet sich gegen die Tendenz, „die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als bloße historisch-kulturelle Konditionierung versteht“. Die Existenz eines neutralen oder dritten Geschlechts sei eine „fiktive Konstruktion“. Auch „Manipulationen des Körpers nach Belieben“ seien zu verurteilen.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es Kritik von der entsprechenden LBSTTIQ-Lobby, die das Papier als „schädliches Werkzeug“ brandmarkte. Der Vatikan bleibe damit im Mittelalter. Mit dieser Schärfe der Kritik versuchen Interessengruppen, knallhart Politik zu machen, indem man versucht, diejenigen, die dieser Ideologie kritisch gegenüberstehen, als ewig Gestrige oder homophobe Menschen zu diskreditieren.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nahm zu Recht die katholische Kirche in Schutz. Es gebe in dem Dokument keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Kirche gegen eine Thematisierung von Homosexualität oder Geschlechtsumwandlung im Unterricht sei. Im Übrigen habe der Vatikan zu Recht die bestimmende Rolle des Dualismus von Mann und Frau hervorheben wollen. Der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, fügte hinzu, dass es in einer Zeit,

- in der ein Bundesverfassungsgericht „diverse“ Geschlechter verbindlich reklamiert,

- in der an mehr als 200 deutschen Hochschulen über Gender geforscht wird,

- in der Kommunen (beispielsweise Hannover) eine sogenannte gender-neutrale Sprache verordnen,

- in der Lehrpläne auf sexuelle Vielfalt getrimmt werden,

- in der in Berlin die Gender-Pädagogik bereits in den Kitas und den Grundschulen einzieht,

wohltuend sei, wenn eine Institution klare Kante zeige.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe11/2019