CDU im Gespräch mit Bürgerinitiative Dalheim

Geplante Umfahrung/Variante 3 problematisch

Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion sowie der CDU-Stadtverordnetenfraktion Wetzlar und der Aßlarer Christdemokraten waren einer Einladung der Bürgerinitiative Umfahrung B 49 Dalheim gefolgt, um sich vom Vorsitzenden der BI, Holger Stief, Detlef Prochnow und Ulrich Wolf über die aktuellen Pläne des hessischen Verkehrsministeriums zu informieren. Aus Sicht der BI bedeute die Variante 3, also der Abzweig von der B 49 aus Richtung Oberbiel kommend, hinter dem Schleusenhäuschen in Richtung Aßlar mit der Anbindung an die dortige vierspurige Umgehungsstraße vom Wetzlarer Kreuz kommend einen erheblichen Eingriff in die Topographie. Vom Abzweig B 49 auf 150 Meter Höhe gehe es hinauf auf 210 Meter und kurze Zeit später auf 160 Meter. Dies habe Steigungen von ca. 4 Prozent zur Folge, was man als problematisch ansehe. Bei einer Einschnittsbreite von 100 bis 110 Metern, einer Einschnittstiefe von 20 Metern bedeute das für die Anwohner von Dalheim, dass die geplante Umgehungsstraße praktisch wenige Meter von der Haustüre entfernt verlaufe. Es bedeute aber auch einen Einschnitt in den Eulingsberg mit allen sich daraus ergebenden möglichen Umweltproblemen.

Im gesamten Verlauf werde, so die BI, das Naherholungsgebiet Dalheim, das nicht nur für die Dalheimer von großem Belang sei, zerstört. Man sei etwas erstaunt darüber gewesen, dass zwar in der Gießener Zeitung im April 2016 über den möglichen Abriss der Hochstraße berichtet wurde, der Rahmenplan Wetzlar-Dalheim, beschlossen im Jahr 2018, aber die Betonung der Grünen Lunge und vieler anderer positiver Eigenschaften des Grüns in Dalheim beschreibe, obwohl es offensichtlich schon im Rathaus und im Verkehrsministerium Überlegungen gegeben haben müsse, eine Veränderung der Verkehrsführung anzustreben.

Die Ziele des Rahmenplans teile man ausdrücklich, so Stief. Allerdings würden sie durch die geplante Variante 3 konterkariert. Im Übrigen dürfe man nicht vergessen, dass bei der Neuplanung von der Lärmbelastung her auch Hermannstein, Aßlar und Naunheim betroffen seien. Dies sei für Pendler nicht unerheblich. Alles in allem bedeute dies eine Extrastrecke von ca. 2500 Kilometern.

Aus Sicht der BI müsse man ernsthaft prüfen, inwieweit die Hochstraße in sanierter Form mit entsprechendem Lärmschutz nicht beibehalten werden könne. Wenn Verbreiterungen geplant seien, dann sei zu prüfen, ob auf diesem Stück zwischen Dalheim und der Taubensteinbrücke, einem überschaubar langen Stück, nicht Sondergenehmigungen möglich wären.

Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, Landtagsabgeordneter Frank Steinraths als Stadtverordneter sowie die Stadtverordneten Katja Groß und Bernhard Noack, für die CDU-Kreistagsfraktion Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck sowie Nicklas Kniese, Gerhard und Rosa Schlier vom Aßlarer CDU-Verband waren von der Tiefe der Argumente, der Sachlichkeit sehr angetan.

Wenn man sich einer Variante 3 wirklich nähern wolle - viele Probleme seien dann immer noch nicht gelöst -, wäre das Mindeste eine komplette Untertunnelung zu einem Abzweig B 49 bis zur geplanten Auffahrt. Alles andere sei für die Union nicht akzeptabel. Die CDU-Politiker appellierten an Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne), der bereits ausgesprochenen Einladung der Union Folge zu leisten und sich das Gebiet selbst einmal mit seinen Behördenvertretern anzuschauen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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