CDU-Landtagsfraktion tagt in der Provinz –
Ministerpräsident nach Reha wieder dabei

„Auswärtige Fraktionssitzung“ nennt sich eine Einrichtung der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, mit der sie ihre Arbeit nicht auf den Parlaments- und Regierungssitz Wiesbaden beschränken, sondern - sporadisch - in allen Landesteilen Präsenz zeigen möchte. Die Auswärtige Fraktionssitzung Ende April im Sitzungssaal der Kreisverwaltung in Wetzlar, baulich im Übrigen in unmittelbarer Nachbarschaft zur CDU-Kreisgeschäftsstelle gelegen, war zugleich die erste, an der Ministerpräsident Volker Bouffier nach der zweimonatigen Unterbrechung aufgrund seiner Hautkrebsbehandlung wieder teilnahm. Entsprechend groß waren Freude und Erleichterung bei seinen Fraktionskollegen, Fraktionsmitarbeitern und allen anwesenden Gästen, darunter als „Hausherr“ auch Lahn-Dill-Landrat Wolfgang Schuster.

Herzlich fiel die Begrüßung des Ministerpräsidenten aus, Umarmungen und gute Wünsche begleiteten ihn bei seinem Wiedereinstieg in den politischen Alltag und die damit verbundene Arbeit. Er fühle sich den Umständen entsprechend gut, wisse aber, was eine Krebserkrankung, auch wenn sie zunächst einmal überwunden sei, bedeute. Sechs Chemo-Therapien hat der Ministerpräsident hinter sich, der deutlich an Gewicht verloren hat und noch immer um die vollständige Rückkehr seiner Sprechfähigkeit ringt. „Aber ich bin auf gutem Wege“, machte er sich und den Umstehenden Mut. Es sei ein schönes Gefühl, bei hoffentlich sich weiter stabilisierender Gesundheit wieder für das Land Hessen arbeiten zu dürfen.

Gerade auch im Lahn-Dill-Kreis, der zu den Kernbereichen Hessens zähle. Im Blick aufs Ganze bescheinige Bouffier seiner schwarz-grünen Landesregierung „gute und erfolgreiche Arbeit“, die auf dem, was bisher erreicht wurde aufbaue und die „langen Linien“ im Auge habe, um die Zukunft von Land und Leuten zu sichern. So bezeichnete der Regierungschef den Bau des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen als wichtigste wirtschaftspolitische Entscheidung und Weichenstellung der letzten Jahre. Der Industriestandort Hessen werde dadurch gestärkt und das Land als „Zentrum der Verkehre und des Austausches in der Mitte Deutschlands“ ausgebaut, ein Standortvorteil, „den wir nicht aufgeben können“.

Mit dem Fraktionsvorsitzender Dieter Boddenberg ist sich Bouffier einig, dass noch eine Menge zu tun ist und die Landesregierung und die Regierungsfraktionen daran arbeiteten. Der Koalitionsvertrag, so Boddenberg, werde „fleißig und geräuschlos“ abgearbeitet, was er als gutes Zeichen deutete. „Wir bekommen es hin, nicht über jede Frage öffentlich zu streiten.“ Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit stehe als Motto über der Politik der Landesregierung.

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Franz Ewert

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Aktuelle Ausgabe10/2019