400. Ausgabe des Wetzlar Kurier

Liebe Leserinnen und Leser,

als im August 1982 die erste Ausgabe des „Wetzlar-Kurier“ mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren - nur bezogen auf die Stadt Wetzlar - herauskam, konnte niemand ahnen, wie sich die Geschichte der damaligen Zeitung der CDU Wetzlar entwickeln würde. Der Grund für das Entstehen des Kuriers bestand darin, dass damals die meisten Artikel der damaligen Wetzlarer CDU, der CDU-Stadtverordnetenfraktion, der Kreistagsfraktion oder auch von den Abgeordneten in der Lokalzeitung nicht abgedruckt wurden. Leider werden auch heute ca. 90 Prozent der Presseerklärungen der CDU darin nicht veröffentlicht. Bei vielen Veranstaltungen, die von CDU-Abgeordneten besucht werden, werden die Namen bei der Berichterstattung „vergessen“.

Dies war die Motivation der damals Verantwortlichen unter dem jungen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Wetzlarer Stadtparlament, Hans-Jürgen Irmer, einmal „unzensiert“ über all das berichten zu können, was die regionale Zeitung nicht veröffentlichte, oder auch Themen aufzugreifen, die von vorneherein keine Chance haben, in einer Tageszeitung platziert zu werden.

Schon bald danach wurde die Auflage auf 15.000 Exemplare erhöht, die Ausgaben auf sechs pro Jahr gesteigert. Die Auflage stieg auf 20.000. Ab Januar 1992 kam der Kurier monatlich in der Stadt Wetzlar mit über 20.000 Exemplaren heraus. Aufgrund von Nachfragen aus den Umlandgemeinden, warum der Kurier nur in Wetzlar erscheine, bestand der nächste Schritt darin, viermal im Jahr die Auflage auf 50.000 Exemplare zu erhöhen, um damit den Altkreis Wetzlar abzudecken. Achtmal erschien er dann nur in der Stadt Wetzlar. Ab Mitte 1994 erschien der Wetzlar-Kurier im gesamten Altkreis monatlich in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Die 100. Ausgabe wurde im März 1995 ein klein wenig gefeiert, hatte man bis dahin doch knapp 13 Jahre erfolgreiche publizistische Arbeit hinter sich bringen können. Die 150. Ausgabe erschien im Mai 1999.

Nachdem der Kurier im Altkreis Wetzlar flächendeckend über einen längeren Zeitraum erschienen war, gab es Anfragen von Unions-Verbänden aus dem alten Dillkreis, wieso der Kurier nur im Altkreis Wetzlar herauskomme. Daraufhin haben wir knapp zwei Jahre zusätzlich einen Dill-Kurier herausgegeben, was aber vom Arbeitsaufwand zusätzlich zum Wetzlar-Kurier auf Dauer kaum zu schaffen war. Im Oktober 2002 beschlossen wir, den Wetzlar-Kurier als Zeitung für den gesamten Lahn-Dill-Kreis herauszugeben mit einer Anfangsauflage von 100.000 Exemplaren, die durch entsprechende Erhöhung der Haushalte bis Ende 2016 auf 113.000 gestiegen war.

Seit Januar 2018 erscheint der Wetzlar-Kurier mit nunmehr 125.000 Exemplaren, da die Gemeinden Biebertal und Wettenberg, die zum Bundestagswahlkreis 172 gehören, politisch gesehen hinzukamen, so dass Wetzlar-Kurier-Herausgeber Hans-Jürgen Irmer mit seinem Redaktionsteam beschloss, die beiden Gemeinden in die Verteilung aufzunehmen, was in Biebertal und Wettenberg sehr gut ankommt. Im Mai 2007 konnte die 250. Ausgabe gefeiert werden. Das 30-jährige Jubiläum begingen wir im August 2002. Heute liegt Ihnen die mittlerweile 400. Ausgabe vor.

125.000 Auflage Wetzlar-Kurier gegenüber knapp 40.000 WNZ im Lahn-Dill-Kreis

Die Presselandschaft hat sich bundesweit in den letzten 20 Jahren teilweise dramatisch verändert. Die Auflagenzahlen der regionalen und überregionalen Zeitungen sind aus sehr vielen Gründen deutlich gesunken. Wenn man bedenkt, dass die WNZ vor gut 20 Jahren noch eine Auflage von deutlich über 80.000 Exemplaren hatte und die Zahl heute auf unter 40.000 im Lahn-Dill-Kreis gesunken ist, so ist dies bei aller Kritik an der WNZ gleichwohl nicht mit Freude zu betrachten, denn die einzige Chance des Bürgers, sich über Lokales zu informieren, besteht nun einmal in der Regionalzeitung. Wenn aber nur noch jeder dritte Haushalt grob gerechnet über eine Regionalzeitung verfügt, heißt das im Umkehrschuss, zwei Drittel können oder wollen sich nicht über das informieren, was hier vor Ort stattfindet.

Keine gute Entwicklung, weder für Vereine noch für die Politik noch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Daher kommt dem Kurier praktisch ungewollt eine immer höhere Bedeutung zu, denn allein die Auflage und eine sehr gute Verteilung als Beilage zu „Lahn Dill erleben“ sorgen dafür, dass über viele Themen lokaler Art berichtet wird, die sich in der WNZ nicht wiederfinden. Abgesehen davon ist auch unter Werbeaspekten eine solche Auflage eine gute Grundlage für geschäftlichen Erfolg und die Steigerung des Bekanntheitsgrades eines Unternehmens.

Sympathisanten und Gegner

Der Kurier erfreut sich insgesamt gesehen sehr großer Beliebtheit. Dies bekommen wir in vielen Briefen, Gesprächen, Telefonaten immer wieder rückgespiegelt. Man ist dankbar dafür, dass auch politisch Themen gesetzt werden, die man in vielen Tageszeitungen gleich welcher Art, so die Wahrnehmung, häufig nicht oder nur dem Mainstream entsprechend berichtet sieht. Deshalb werden wir auch in Zukunft über all das berichten, was die Bürger bewegt. Sogenannte politische Korrektheit hin oder her, Fakten sind dazu da, dass sie formuliert werden, dass man darüber spricht. Die Bewertung möge jeder für sich vornehmen. Aber wichtig ist, dass es ein Presseorgan gibt, das andere Akzente setzt als so manche Tageszeitung. Das hat etwas mit Pressefreiheit zu tun, Demokratie und Meinungsvielfalt. Es wäre schlimm, wenn alles politisch gleich und weichgespült wäre. Man muss mit den Inhalten, den Artikeln, den Autoren des Kuriers nicht immer einer Meinung sein. Aber es muss in einer Demokratie möglich sein, unterschiedliche Ansichten und Auffassungen zu vertreten und auch auszuhalten.

Linke Intoleranz

Meine Lebens- und politische Erfahrung aus 40 Jahren kommunaler und landespolitischer Betätigung, ergänzt um eineinhalb Jahre im Deutschen Bundestag, haben mich gelehrt, dass diejenigen, die für sich und ihre häufigen Minderheitenpositionen immer Toleranz einfordern - prinzipiell zu Recht - in der Lebenswirklichkeit diejenigen sind, die am wenigsten Toleranz denen gegenüber aufbringen, die andere Auffassungen vertreten. Genau dies kann man auch am Beispiel Wetzlar-Kurier sehen. Es hat in den vergangenen über 35 Jahren dreimal Aktionen gegeben, wo man von linker Seite aus versucht hat, den Kurier mundtot zu machen, indem man Kunden mit gewissen Drohpotenzial aufforderte, nicht mehr im Kurier zu inserieren. Das erinnert mich an längst vergangene Zeiten, von denen ich der Überzeugung war, dass sie überwunden sind. In diesem Bereich waren sie es zumindest zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht.

Diejenigen, die im Wetzlar-Kurier inserieren, identifizieren sich damit nicht automatisch mit den Inhalten. Sie sehen unter wirtschaftlichen Aspekten die Zeitung, und so ist es auch gedacht, als Werbeträger. Die Vereine, die uns Artikel oder Terminankündigungen schicken, identifizieren sich damit auch nicht ansatzweise mit dem Inhalt eines jeden Artikels, denn Vereine sind überparteilich aufgestellt und das ist auch richtig so. Wir nehmen bewusst keinen Einfluss auf Vereinsnachrichten, Inhalte und anderes mehr. Dies liegt im Verantwortungsbereich der jeweiligen Vereine. Wir freuen uns, wenn Vereine, Verbände, Institutionen uns Pressemitteilungen schicken, die wir gerne im Rahmen des verfügbaren Platzes kostenlos veröffentlichen. Von vielen Vereinen wissen wir, dass es nicht zum Schaden des Veranstalters ist, wenn wir über ihre Veranstaltungen im Vorfeld berichten, sie ankündigen.

Arbeit und Spaß zugleich

Natürlich ist die regelmäßige Herausgabe einer Monatszeitung mit Arbeit verbunden. Aber es bereitet auch viel Spaß und Freude, wenn man anschließend sieht, dass man wieder ein gelungenes Produkt in den Händen hält. Dabei unterlaufen einem auch Fehler. Nach so vielen Ausgaben gab es im Nachhinein betrachtet sicherlich den einen oder anderen Artikel, den man mit Abstand anders formuliert und die Überschrift anders gewählt hätte.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, weiterhin viel Freude beim Lesen der nächsten Ausgaben und freuen uns, wenn wir Ihnen viele Informationen über aktuelle Themen unserer schönen Heimat, aus Hessen und Deutschland übermitteln können.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Redaktion

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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