Keine Chance für Gewalt an Kindern

CDU-Initiative hatte Erfolg

Vor zwei Jahren besuchten Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion die Kinderschutzambulanz in Frankfurt am dortigen Universitätsklinikum. Ein einmaliger Zusammenschluss unterschiedlichster Institutionen und medizinischer Fachbereiche mit dem Ziel, Kindesmisshandlungen frühzeitig zu erkennen, zu definieren und Vertuschungsstrategien von Erwachsenen zu entlarven. Diese beispielhafte Kooperation war Anlass für die Union, darüber nachzudenken, ob nicht auch im Lahn-Dill-Kreis Ähnliches eingerichtet werden könnte.

Ein entsprechender Kreistagsbeschluss wurde erfreulicherweise einstimmig gefasst. Der Kreis wurde im Oktober 2016 gebeten, zu prüfen, wie das im Lahn-Dill-Kreis umgesetzt werden könnte. Da die Möglichkeiten im Lahn-Dill-Kreis nicht vergleichbar mit denen im Frankfurter Raum sind, hat es jetzt, in Kurzform zusammengefasst, ein erfreuliches Ergebnis gegeben. Nach gemeinsamen Gesprächen mit der Universitätsklinik Gießen-Marburg, den Lahn-Dill-Kliniken, der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe und anderen Partnern ist man parteiübergreifend zum Ergebnis gekommen, dass diese Aufgabe vom „Forensischen Konzil Gießen“ übernommen werden soll.

Professor Dr. Dettmeyer erläuterte kürzlich in einer Ausschusssitzung das Konzept, das nicht nur ein Netzwerk an Beratungen beinhaltet, sondern auch medizinisch sehr konkret über das Forensische Konzil in der Lage ist, Kindesmisshandlungen zu erkennen. Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, selbst seit knapp 40 Jahren Mitglied im Kinderschutzbund, dankte Professor Dr. Reinhard Dettmeyer für sein Engagement und das seines Hauses. Wenn man überlege, dass im Jahr 2017 im Lahn-Dill-Kreis über 700 Meldungen zu Kindeswohlgefährdungen eingegangen seien und sich der Verdacht in rund 560 Fällen bestätigt habe, dann sei Handlungsbedarf.

„Kinder sind unschlagbar“

Mit diesem Slogan habe der Kinderschutzbund vor vielen Jahren geworben. Es sei nicht in Worte zu fassen, welches Leid Kinder durch gewalttätige Erwachsene, leider auch Eltern und Verwandte, erfahren müssen mit unabsehbaren Spätfolgen für die psychische und seelische Entwicklung. Gewalt an Kindern gelte es grundsätzlich zu ächten. Sie seien die Schwächsten in der Gesellschaft, aber sie seien die Zukunft. Und deshalb müsse man alles daransetzen, Kindesmisshandlungen zu unterbinden oder aber, wenn sie denn leider schon stattgefunden hätten, die Verantwortlichen konsequent mit der Härte des Gesetzes zur Rechenschaft zu ziehen.

Hotline

Wer Fragen hat, wer meint, einen Verdacht zu haben, wem Veränderungen nachhaltiger Art bei Kindern auffallen, der kann sich jederzeit an das Forensische Konzil in Gießen wenden. Telefon 0641-9941410

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe3/2019