Kreisjugendfreizeiten verstärkt in Partnerstädten?

Der Lahn-Dill-Kreis als Jugendhilfeträger bietet jedes Jahr - in der Regel im Sommer - sogenannte Jugendfreizeiten für Kinder auch aus sozial schwächeren Familien an. Früher führten diese Fahrten zu einem hohen Prozentsatz in das leider von SPD, FWG und Grünen geschlossene Jugendzeltlager Lenste. Heute liegen die Zielorte in Deutschland, Österreich oder einem anderen europäischen Land. Seit Schließung von Lenste ist die Zahl der Fahrtteilnehmer deutlich gesunken, was eventuell auch an den Preisen oder am Programm liegt. Die Freizeiten haben rein quantitativ nicht mehr den Stellenwert wie in früheren Zeiten.

Dies sei im Grunde genommen, so CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer in der Begründung des Antrages, schade, denn solche Reisen prägten sich in jugendlichen Jahren viel mehr ein als in späteren Jahren. Prägend im Sinne der Erweiterung und der Festigung der Sozialkompetenz, im Sinne der Erweiterung des kulturellen Horizontes, des geschichtlichen oder aber auch des partnerschaftlichen Aspektes.

Im Lahn-Dill-Kreis pflegen viele Städte und Gemeinden großartige Partnerschaften zu verschiedenen Städten Europas. Europa, so Irmer, sei ein Friedensprojekt seit über 70 Jahren, und es gelte deshalb, bei Wahrung der kulturellen Identität der europäischen Staaten, dies fortzuentwickeln, weiterzuführen. Partnerschaften, also die Begegnung von Menschen, sei dazu unendlich wichtig. Deshalb rege die CDU an, dass der Kreis als Jugendhilfeträger Partnerschaftsstädte von Städten und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises in das kreiseigene Reiseprogramm für Jugendfreizeiten mit aufnimmt. Der Kreis habe vor zwei Jahren beispielsweise im Pongau in Österreich eine Freizeit angeboten. Sinn würde es aus seiner Sicht, so Irmer, machen, diese Fahrt in das wenige Kilometer entfernte Schladming zu verlegen, um damit die Verbindung zwischen Wetzlar, zwischen dem Lahn-Dill-Kreis und der Wetzlarer Partnerstadt zu vertiefen. Damit werde auch der emotionale Grundstein dafür gelegt, dass Partnerschaften perspektivisch weiterleben und intensiver gelebt werden. Ein solcher vertiefter Austausch sei ohne jeden Zweifel im Sinne der europäischen Partnerstädte. Umgekehrt könne man auch überlegen, verstärkt Fahrten aus diesen Städten in die Städte und Gemeinden des Kreises anzubieten. All dies sei natürlich freiwillig, aber man wolle das Bewusstsein dafür schaffen, sich vertieft über diese Anregung Gedanken zu machen. Der Antrag wurde vom Kreistag einstimmig beschlossen.

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Kerstin Hardt
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Aktuelle Ausgabe06.12.