CDU-Kreistagsfraktion besuchte Altenzentrum der Stadt Wetzlar

Eine der ältesten Einrichtungen – aber auf neuestem Stand

Um sich einen Überblick über die aktuelle Situation in Alten- und Pflegezentren zu verschaffen, waren jetzt Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion im Altenzentrum der Stadt Wetzlar. Der Grundstein für das heutige Altenzentrum wurde 1975 im Herzen der Stadt gelegt, so Geschäftsführer Harald Seipp und Heimleiter Michael Jahn. Zentral gelegen, dennoch ruhig. Die Altstadt erreicht man in wenigen Minuten und die City-Bus-Haltestelle ist nur 50 Meter entfernt. Heute, so Jahn, habe man 149 Plätze für alle Pflegestufen sowie sechs Kurzzeitpflegen, außerdem einen Wohnbereich für demenziell Erkrankte und demnächst vier „betreute“ Wohnungen.

In den letzten Jahren habe man einen siebenstelligen Betrag investiert, um das Haus auf den neuesten optischen und technischen Stand zu bringen, wobei die Qualitätsverbesserung für die Bewohner im Vordergrund gestanden habe. Derzeit sei man dabei, die Küche, die noch aus den 70er Jahren stamme, zu sanieren. Sie sei für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zwingend notwendig. Man beliefere zwei Kindertagesstätten und weitere Heime sowie die Tagespflege, so dass mit der eigenen Versorgung täglich rund 450 Essen herausgingen.

Der Pflegeschlüssel, so Seipp, werde übererfüllt. Man habe insgesamt rund 70 Pflegekräfte, darunter über 50 Prozent mit dreijähriger Ausbildung. Gearbeitet werde im Dreischicht-Betrieb. „Die Arbeit der Pflegekräfte ist physisch und psychisch nicht immer einfach“, so Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer. Deshalb zolle die CDU-Kreistagsfraktion Respekt vor der Leistung derjenigen, die sich jeden Tag um die ihnen anvertrauten Senioren kümmern. Es sei ein anspruchsvoller Beruf, fügte Jahn hinzu. Und deshalb müsse es auch nicht verwundern, wenn im Schnitt etwa 25 Prozent der Bewerber ihre Lehre abbrechen würden. Aktuell habe man zehn junge Menschen in der Ausbildung.

So schwierig es sei, generell deutschlandweit Pflegekräfte zu finden, so kritisch müsse man Überlegungen sehen, die darauf drängten, Pflegekräfte ohne deutsche Sprachkenntnisse aus dem Ausland zu holen. Wenn jemand die entsprechende Ausbildung habe, die deutsche Sprache spreche, spreche nichts dagegen. Aber ohne deutsche Sprache gehe nichts, so Jahn, denn zu einer Pflege gehöre das Gespräch, die Kommunikation, die Empathie, die Bereitschaft, sich auch einmal Sorgen anzuhören, auch wenn dies Zeit koste.

Von daher sei man nicht glücklich darüber, dass die Dokumentationspflicht in den letzten Jahren deutlich gestiegen sei. Dies bedeute Mehraufwand, Mehrkosten und weniger Zeit für die Menschen.

Bei einem Rundgang konnten sich Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, Landtags- und Kreistagsabgeordneter Frank Steinraths, die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Anna-Lena Bender, Kerstin Hardt, Heiko Budde, Franz-Ludwig Löw und Benedikt Karl von der Jungen Union von den gelungenen Investitionen überzeugen. So gibt es nicht nur einen wunderschönen Wintergarten, ein kleines Heimkino, eine kleine Kneipe namens „Waldeule“, sondern auch das Café Domblick mit dem schönsten Blick auf den Wetzlarer Dom und das Lahntal, in das auch Besucher zum Mittagstisch oder zum Kaffeetrinken kommen können.

Alles in allem, so Seipp abschließend, seien die täglichen Herausforderungen nicht gering. Man verfüge aber über ein erfahrenes Team, gutes Personal, so dass man bestens gewappnet sei, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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