CDU-Kreistagsfraktion besuchte Firma OCULUS in Dutenhofen

Ein Hightech-Unternehmen,
das sich auf dem Weltmarkt bewährt hat
Klares Bekenntnis zum Standort Deutschland

Im Rahmen ihrer Betriebsbesichtigungen waren jetzt Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion bei der Firma OCULUS in Dutenhofen. Geschäftsführer Rainer Kirchhübel informierte die Besucher über die aktuelle Situation. Das Unternehmen, so Kirchhübel, sei 1895 in Berlin gegründet, 1932 in OCULUS umbenannt worden und seit 1947 in Mittelhessen angesiedelt. Das Sehen zu erhalten, so Kirchhübel, sei die Berufung seines Unternehmens. Die Firma OCULUS entwickele und fertige ophthalmologische Instrumente, die das Ziel hätten, dem Augenarzt Diagnosen zu erleichtern, Fehlentwicklungen zu erkennen und durch entsprechende passgenaue Brillen die Sehfähigkeit möglichst optimal zu erhalten. Auch Augenoptiker und Arbeitsmediziner gehörten zum OCULUS Kundenkreis. Zur großen Bandbreite der hergestellten Geräte gehörten die Universal-Messbrille zur subjektiven Refraktion genauso wie das Perimeter zur Prüfung des Gesichtsfeldes, das Sehtestgerät zur Prüfung des Sehvermögens, der Topograph zur Vermessung der Hornhautvorderfläche, der Scheimpflug-Tomograph für die Untersuchung des vorderen Augenabschnittes, das Tonometer zur Augendruckmessung und zur Beurteilung der biomechanischen Eigenschaften der Cornea oder ein Weitwinkelbeobachtungssystem für die Glaskörper-Chirurgie.

Das Unternehmen habe aktuell rund 350 Mitarbeiter. Es exportiere in rund 80 Länder weltweit und habe darüber hinaus einen flexiblen und schnellen Einsatz vor Ort durch geschultes Personal organisiert. Neben den Hightech-Produkten, die die Grundlage für den Erfolg darstellten, seien Service, Beratung sowie Forschung und Entwicklung die Grundlagen für den Erfolg. Im Bereich der diagnostischen Geräte sei man weltweit auf hohem Niveau angesiedelt. Wichtig für ihn, so Kirchhübel, sei auch die Zusammenarbeit mit den Hochschulen sowie die Nachwuchsgewinnung. Hier verfüge man über eine eigene Lehrwerkstatt, die Garant für höchst qualifizierten Nachwuchs sei. Pro Lehrjahr würden etwa fünf bis sieben junge Menschen als Mechaniker, Elektroniker, Kaufleute und anderes mehr ausgebildet. Seit 1949 seien über 300 junge Leute hochqualifiziert ausgebildet worden.

„Mehrere Umbauten – zuletzt 2014 – wurden am OCULUS Gebäude vorgenommen“, so Geschäftsführer Kirchhübel, „um den Anforderungen gerecht zu werden. Am aktuellen Hochregallager wurde einer der größten Sehteste der Welt angebracht. Er ist auf eine Distanz von 1.500 Meter gerechnet. Der Referenzpunkt dazu befindet sich in der Nähe des Modellflugplatzes unweit der L3451. OCULUS hat hier extra ein Grundstück erworben, um eine Testplattform zu gestalten. Von dieser aus hätte jeder die Möglichkeit, anonym einen Sehtest für die Ferne durchzuführen. Leider hat das Wetzlarer Parlament – und vor allem das Umweltbüro – Auflagen aufgestellt, nach denen OCULUS dieses Projekt erst einmal gestoppt hat.“

Die Bedeutung des Sehens nehme in einer älter werdenden Gesellschaft zu. Die Zahl der Optiker und Augenärzte werde weltweit steigen, wobei in Deutschland die derzeitige Zahl von 5500 Augenärzten aus Altersgründen und derzeit fehlendem Nachwuchs zurückgehen werde. Dies bedeute zugleich, dass man sich weltweit präsentieren müsse. So beteilige man sich an insgesamt 150 Messen. Dafür stehe ein eigener Werbeetat in der Größenordnung von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Wenn man an der Spitze des Fortschritts der Technologie bleiben wolle, sei dies allerdings notwendig. Bezüglich der weiteren Entwicklung sehe er, so Kirchhübel abschließend, optimistisch in die Zukunft. Man sei auf dem Weltmarkt im oberen Bereich und habe einen entsprechenden Ruf. Das Familienunternehmen sei durch die Kinder, die bereits im Unternehmen tätig seien, für die Zukunft gesichert.

In diesem Kontext gab Kirchhübel ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab. Sorge mache allerdings die Energieversorgung mit alternativer Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Biomasse, die nicht konstanten Strom garantiere, der für Industrie 4.0 auf hohem Niveau dringend notwendig sei. Die hohe Fertigungstiefe mit modernster Technologie bei OCULUS setze auf 100 Prozent garantierte Energieversorgung zu einem akzeptablen Preis. OCULUS erweitere gerade seine Tätigkeit in USA und würde dort den Strom zu 1/3 des Preises von Deutschland bekommen. Dies schließe eine Fertigung in USA nicht aus. OCULUS Produkte gehörten weltweit zum höchsten Standard, „das wollen wir erhalten und ausbauen, dafür muss allerdings das Umfeld passen“, so Kirchhübel.

Die Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion, darunter Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, Frank Steinraths, MdL, sowie die Kreistagsabgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Heiko Budde, Franz-Ludwig Löw und Dieter Steinruck, zeigten sich nach dem Gespräch und dem Rundgang beeindruckt. Es gebe erfreulicherweise viele Firmen im Lahn-Dill-Kreis, die in ihren jeweiligen Segmenten nationaler und internationaler Spitzenreiter seien. Damit würden entsprechende Arbeitsplätze nicht nur gehalten, sondern auch neue geschaffen, wie man am Beispiel der Firma OCULUS bestens darstellen könne.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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