Liegt es an der Schließung von Lenste?

Freizeiten für Kinder im Lahn-Dill-Kreis
drastisch zurückgegangen

Einem Bericht der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe des Lahn-Dill-Kreises waren interessante Zahlen zu entnehmen. Der Kreis bietet seit Jahren für Kinder und Jugendliche sogenannte Freizeiten, in der Regel in den Sommerferien, an, die in früheren Jahren (siehe Jugendzeltlager Lenste bei Grömitz an der Ostsee) gerne und intensiv angenommen wurden. Der Kreis meinte, gegen den erbitterten Widerstand einer unabhängigen Bürgerinitiative zum Erhalt des Ferienlagers Lenste unter damaliger Führung von u.a. Bruno Muskat aus Aßlar und gegen den erbitterten Widerstand der CDU, das Lager aus Kostengründen schließen zu müssen.

Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass dies aus Kostengründen nicht notwendig war. Der Kreis hat im letzten Jahr rund 17 Millionen Euro Überschuss erzielt. Damals ging es um ein Einsparpotenzial von 400.000 Euro pro Jahr, die der Kreis allerdings nicht valide vorrechnen konnte. SPD, FWG und Grüne schlossen gegen alle Sachargumente diese Traditionseinrichtung nach über 50 Jahren. Eine bittere Stunde für die Freunde eines wunderschönen Ferienlagers, über das Generationen heute noch Geschichten erzählen können. Aber dies ist Vergangenheit.

Zahlen gehen dramatisch zurück

Diese Entwicklung nahm die CDU-Kreistagsfraktion zum Anlass, in einem Antrag die Kreisregierung aufzufordern, zu berichten, warum sich aus ihrer Sicht die Teilnehmertage drastisch reduziert haben. 2012 gab es insgesamt 788 Jugendliche, die zusammen 8330 Teilnehmertage an neun Freizeiten belegten. 2013 sank die Zahl der Teilnehmer auf 662 und die Teilnehmertage auf 5715. 2014 gab es noch 459 Teilnehmer und 3881 Teilnehmertage, 2015 361 Teilnehmer bei 3027 Teilnehmertagen und im Jahr 2016 noch lediglich 285 Teilnehmer bei 2303 Teilnehmertagen.

Dies sei eine Entwicklung, die man in der Form nicht akzeptieren könne, die hinterfragt werden müsse, so für die CDU-Kreistagsfraktion Kerstin Hardt (Bischoffen). Die Durchführung von Freizeiten sei mit Personalaufwand und Kosten verbunden. Wenn keine ansprechende Resonanz mehr da sei, müsse man sich Gedanken darüber machen, wie es weitergehe. Daher rege die CDU an, im zuständigen Fachausschuss zu erörtern, ob es u.a. an den Zielen liege, am Preis-Leistungsverhältnis oder an der Attraktivität der Zielorte. Dieser Auffassung schloss sich der Kreistag einstimmig an. Nach der Sommerpause wird es einen entsprechenden Bericht des Dezernenten geben müssen.

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Kerstin Hardt
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