Technische Universität München mit Hammerergebnis


E-Autos NICHT klimaneutral

Es war ein Hammer, als die Technische Universität München (TUM), die im globalen Ranking innerhalb der EU zu den besten europaweit gehört, kürzlich in Form einer Pressekonferenz Studien vorgelegt hat, wonach E-Autos nicht CO2-frei und damit auch nicht klimaneutral sind. Ein diametraler Widerspruch zu der EU-Klimaverordnung 2019/631, die davon ausgeht, dass E-Autos klimaneutral sind, denn darauf fußen ja letzten Endes auch die CO2-Ziele. Die EU wird allein aufgrund dieser Tatsache ihr Ziel, die Netto-Treibhaus-Emission bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, massiv verfehlen, denn auch in vier Jahren werden rund 80 Prozent der Pkw aus Verbrennern bestehen.

Wie kommt die TUM zu einem solchen Ergebnis?

Nach bisheriger EU-Regulatorik werden die CO2-Emissionen ausschließlich in den Abgasen und damit am Auspuff gemessen. Wissenschaftlich nicht haltbar, denn diese Methode berücksichtigt nicht die CO2-Emissionen, die bei der Beschaffung von Rohstoffen, der Produktion, in Betrieb und beim Recycling von E-Autos entstehen. Eine Rolle für den fossilen Fußabdruck eines Autos spiele außerdem, wie viele Materialien am Ende der Lebenszeit eines Autos zurückgewonnen werden können.

Vorteil nur 41 Prozent

Wegen dieser rund 40 Prozent, die für die Klimaveränderung im weltweiten Maßstab völlig unerheblich sind, ruinieren wir in Deutschland unsere Automobilindustrie.

Verbrennerverbot muss weg

Axel Bojanowski hat in einem Kommentar in der „Welt“ zu Recht darauf hingewiesen, dass es schon irritiere, dass Deutschland im Zuge seines Klimanationalismus anderen Ländern den angestammten Markt seiner Schlüsselindustrie, der Automobilindustrie, kampflos überlassen wolle. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts könnten bis 2040 in ganz Europa rund 726.000 von 1,6 Millionen Arbeitsplätzen in der Autoindustrie wegfallen. Der größte Teil der Jobs bis 2035, wobei das ja nur die eine Hälfte der Wahrheit ist. In früheren Zeiten ging man davon aus, dass an einem Automobilarbeitsplatz bis zu sieben weitere Arbeitsplätze hängen, was Material angeht, Technik, Zulieferbetriebe und vieles andere mehr.

Es sind gigantische Arbeitsplatzzahlen, die auf dem Spiel stehen. Und deshalb hat Jens Gieseke, der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, zu Recht ausgeführt, dass die ideologische Fixierung auf E-Autos ein Fehler war. Jetzt gebe es die einmalige Chance, diesen Fehler zu korrigieren. Wer ein E-Auto fahren möchte, möge dies bitte tun. Aber eine weltweit führende deutsche Automobiltechnologie zu zerstören, kann man nur als Ausdruck von Irrsinn bezeichnen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe11/2026