
Pro Polizei informierte über Enkeltrick und Schockanrufe
Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe hatte der VdK in Münchholzhausen bei der Bürgerinitiative „Pro Polizei Wetzlar“ nachgefragt, ob sie einen Vortrag zum Thema „Enkeltrick und Schockanrufe“ beisteuern könnte. Geschäftsführer Jannis Hahn konnte aus profunder Kenntnis wertvolle Tipps geben. Er wies darauf hin, dass laut Bundeskriminalamt 2025 rund 49 Millionen Euro durch Schockanrufe ergaunert worden seien. Das Muster sei immer das Gleiche. Der Anrufer meldet einen fingierten Notfall. Ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, sitze in Polizeigewahrsam oder befinde sich, wie aktuell vor wenigen Tagen in Wetzlar geschehen, im Krankenhaus.
Warnsignale
Dass telefonisch von der angeblich echten Polizei oder angeblich echten Staatsanwaltschaft telefonisch eine Kaution eingefordert wird gibt es im wirklichen Leben nicht. Wenn der Anrufer sofort Bargeld, Gold oder eine Überweisung verlangt, Hände weg, selbst wenn die angezeigte Nummer mit 110 angezeigt wird. Auch dort Hände weg! Mit dieser Nummer ruft aus Sicherheitskreisen niemand an. Und wenn dann noch der Hinweis kommt, man möge mit anderen Familienmitgliedern nicht darüber sprechen, dann sollten spätestens in diesem Moment alle Alarmglocken läuten und das Gespräch abrupt beendet werden.
Enkeltrick
Im Prinzip ähnlich. Betrüger geben sich am Telefon beispielsweise als Enkelkind, als entfernter Verwandter aus und erklären, sie seien in einer finanziellen Notlage. Man habe einen Unfall gehabt, benötige eine Kaution und ganz dringend Bargeld. Die Täter rufen gezielt ältere Menschen an, die im Telefonbuch mit Vornamen gelistet sind, und anhand dieser können sie grobe Rückschlüsse auf das Alter ziehen.
Warnsignale
Auch beim Enkeltrick gibt es Warnsignale. Wenn der Anrufer beispielsweise nicht sicher ist, ob er den richtigen Namen nennt, den er ja in der Regel nicht kennt, fragt er „Rate mal, wer dran ist?“ Wenn die Bitte geäußert wird, ähnlich wie beim Schockanruf, der Familie gegenüber nichts zu erzählen, wenn Druck ausgeübt wird, schnell Bargeld zu übergeben oder gefragt wird, wie viel man zu Hause hat oder eine ungewohnte Stimme damit erklärt wird, dass man eine schlechte Verbindung oder eine Erkältung habe, gilt auch hier: auflegen und die Polizei in Wetzlar informieren.
Rund 50 Teilnehmer hörten dem äußerst profunden Vortrag von Jannis Hahn zu und nutzten die Gelegenheit für weitere Fragen. Zuvor hatten Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer und seine Vorstandskollegin Renate Pfeiffer-Scherf kurz die Zielsetzung und Aufgabenstellung von Pro Polizei Wetzlar erörtert. Eine gelungene Präventionsveranstaltung im besten Sinne des Wortes.
Über den Autor

Herausgeber Wetzlar Kurier
Jannis Hahn (Geschäftsführer Pro Polizei Wetzlar)

