Angriff einer Richterin auf die Pressefreiheit

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit gab es vermutlich erstmals in der Geschichte Deutschlands einen massiven Angriff auf die Pressefreiheit. Journalisten genießen in Deutschland zu Recht einen sogenannten Quellenschutz. Das heißt, wenn sie einem Informanten gegenüber versichern, dass ihre Information geheim bleibt, dann kann kein Gericht sie zwingen, diese Information preiszugeben. Diese Pressefreiheit ist ein hohes Gut.

Massiver Angriff

Unfassbar, was sich jetzt eine Richterin im Entführungsfall der Familie Block anmaßte. Es geht bei der Hamburger Unternehmerin und Mutter um die Frage, ob sie jemanden beauftragt hat, zwei ihrer Kinder gegen deren Willen und rechtswidrig aus dem Haus des Vaters zu entführen. Das kann an dieser Stelle inhaltlich auch nicht ansatzweise beantwortet werden. Bekannt ist allerdings, dass eine der Töchter einer großen bundesdeutschen Zeitung ein Interview gegeben hat. Daraufhin hat die entsprechende Richterin bewaffnete Polizei losgeschickt, um das auf Tonband aufgezeichnete Interview zu bekommen. Dies ist ein grundgesetzwidriger Eingriff in die Pressefreiheit. Sollte das Schule machen, gibt es keine freie Presse mehr, sondern, wie Harald Martenstein schrieb, eine vom Staat kontrollierte.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe11/2026