Gleichstellungsbeauftragte abschaffen –
Mindestens 40 Millionen sparen

In Zeiten, in denen der Euro aufgrund der Einnahmeseite eigentlich dreimal umgedreht werden müsste, bevor er ausgegeben wird, wäre es an der Zeit, ernstlich über die komplette Streichung der rund 550 Gleichstellungsbeauftragten deutschlandweit nachzudenken, deren Zahl alleine bei den Bundesbehörden von 2020 von 369 auf aktuell 388 gestiegen ist. Hinzu kommen 50 militärische Gleichstellungsbeauftragte und 160 bei der Bundesagentur für Arbeit. Nicht mitgerechnet die Gleichstellungsbeauftragten bei den Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des Bundes, deren Zahlen nicht vorliegen.

Da diese Beauftragten in der Regel freigestellt sind, teilweise Mitarbeiter haben, teilweise einen Verfügungsfonds, kann man davon ausgehen, dass 40 bis 50 Millionen Euro mindestens pro Jahr dadurch zu sparen wären, wenn man das entsprechende Gesetz ändern würde. Man braucht in Deutschland keine Gleichstellungsbeauftragten, im Übrigen auch keine Frauenbeauftragten mehr. Wir haben überall in der Regel funktionierende Personalräte, deren originäre Aufgabe es ist, darüber zu wachen, dass Mitarbeiter, gleich welchen Geschlechts, in den Verwaltungen von den jeweiligen Behördenleitungen nicht benachteiligt werden.

Allein die Einführung von Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragten war eine Ohrfeige für jeden anständig arbeitenden Personalrat, egal auf welcher Ebene. Erstaunlich nur, dass in der Vergangenheit von den Personalräten kaum Proteste zu vernehmen waren, vermutlich, weil sie ideologisch ähnlich geprägt waren wie diejenigen, die die Einführung von Gleichstellungsbeauftragten ins Leben riefen. Der politische Mut, diese abzuschaffen, dürfte allerdings bei den etablierten Parteien eher gering ausgeprägt sein.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe10/2026