Benzinpreise sind Wahnsinn

Größter Preistreiber ist der Staat mit 60 Prozent Anteil

Die Zeitung „Die Welt“ berichtete kürzlich über eine Berechnung der unabhängigen und renommierten Beratungsfirma Frontier Economics. In dieser Studie wurde das Preisniveau an den Tankstellen in Europa miteinander verglichen.

Eigentlich niedrigster Dieselpreis

Rechnet man alle staatlichen Aufschläge und Eingriffe in den Markt heraus, dann hätte Deutschland mit 95 Cent den niedrigsten Dieselpreis und den zweitniedrigsten Benzinpreis in Europa. Mit anderen Worten, rund 60 Prozent des Benzinpreises und rund 50 Prozent des Dieselpreises sind staatliche Interventionen oder anders ausgedrückt Steuern.

Welche Steuern sind es?

Die Tankstellenpreise für Diesel lagen zwischen Mai und August dieses Jahres durchschnittlich bei etwa 2 Euro. Davon entfallen 95 Cent auf den Basispreis (Ölkonzerne, Tankstellenpächter). 18 Cent entstehen aufgrund der Auswirkungen der EU-Richtlinie für Erneuerbare Energie (RED). Das heißt, die Mineralölindustrie hat bestimmte Ziele für die Senkung der CO2-Emissionen und den Einsatz von Kraftstoffen aus erneuerbaren Quellen zu erfüllen. Da das aktuelle CO2-Minderungsziel für Deutschland höher ist als in anderen EU-Ländern, drohen Konzernen hohe Strafen, wenn sie die Ziele verfehlen.

Sie können sich aber sozusagen freikaufen, wenn sie entsprechende Zertifikate einkaufen. Deshalb kommen für Diesel 18 Cent pro Liter hinzu und für Benzin 17 Cent. 16 weitere Cent sind indirekte Steuern und Abgaben, weitere 40 Cent gehen auf das Konto der Energiesteuer und schließlich, darüber freut sich Finanzminister Klingbeil, 32 Cent Mehrwertsteuer. Dass die Mineralölkonzerne gestiegene Rohstoffkosten partiell nutzen, um zusätzlich aufzuschlagen, muss niemanden ernstlich verwundern. Der eigentliche Preistreiber allerdings ist „Vater Staat“, der die Milliardensummen im allgemeinen Haushalt veranschlagt, statt sie gezielt in die Infrastruktur zu investieren.

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Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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