Berlin

Gewalt an Schulen alltäglich
Knallhartplan der CDU vorgelegt - leider zu spät

Es ist einfach nicht mehr zu leugnen, die Probleme an Schulen in Deutschland, gerade da, wo die Migration eine besonders hohe Rolle spielt, sind nicht wegzudiskutieren. Mobbing gegen Deutsche, Mobbing gegen christliche Religionen, Gewalt gegenüber Lehrern, Gewalt gegenüber Schülern sind an der Tagesordnung.

Probleme riesig

Das ist in Kurzform das Ergebnis des „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometers“, das im Juni dieses Jahres Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) vorgestellt hat und auf der Basis einer Befragung von 14.000 Schülern und 2500 Lehrkräften entstanden, also mehr als repräsentativ ist. Über 50 Prozent der Lehrer nehmen Gewalt und Konflikte als großes oder sehr großes Problem wahr. Schon an Grundschulen gebe es Kinder, die zunehmend gewaltbereit seien und „wegen Kleinigkeiten explodieren“ würden. Ein erschütternder, aber logischer Befund einer ausufernden Migration in Deutschland in den letzten zehn Jahren und darüber hinaus.

8-Punkte-Plan

Im Kern sind die Ansagen der CDU in Berlin richtig. Doch es stellt sich die Frage, mit wem man diese richtigen Ansätze in die Tat umsetzen kann. In der Vergangenheit gelang es jedenfalls mit der SPD nicht. Die Grünen sind in dieser Frage sowieso hoffnungslos verloren.

Null-Toleranzstrategie

Kern des Planes ist eine Null-Toleranzstrategie gegenüber Gewalt, Ausgrenzung, Konformitätsdruck, Mobbing und Radikalisierung. Verstöße gegen Verhaltensregeln müssten zeitnah spürbare Folgen haben. Das fange schon in der Grundschule an. Am Beispiel des CSD-Attentäters habe man das leider sehr gut beobachten können. Dieser habe schon in der Grundschule Auffälligkeiten an den Tag gelegt, doch wegen fehlender Kooperation der libanesisch-deutschen Eltern sei es nicht möglich gewesen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Daher, so der richtige Ansatz, müsse eine mangelnde Kooperation des Elternhauses dazu führen, Konsequenzen zu ziehen, auch gegen das Votum der Eltern. Im Grunde genommen müsste man noch einen Schritt weitergehen, die Gesetze so ändern, dass nicht nur ein finanzieller Entzug, häufig genug von staatlicher Stütze, möglich und auch eine Rückführung in den Libanon denkbar ist.

Geht es nach der CDU sollen darüber hinaus Schulen für Erziehungshilfe geschaffen werden. Richtiger Ansatz. Diese gab es im Übrigen in vielen Bundesländern, bis sie dann im Zuge eines völlig übersteigerten sogenannten Inklusionswahns abgeschafft worden sind mit dem Ergebnis, dass schwer erziehbare Jugendliche, die eine spezielle Ansprache durch Spezialisten benötigen, auf normal ausgebildete Lehrer und eine normale Schülerschaft losgelassen werden. Ein spätes Eingeständnis des Scheiterns einer gesteigerten Inklusion.

Die Überweisung an eine Schule für Erziehungshilfe, so die Union, müsse auch ohne Einwilligung der Schüler oder der Eltern möglich sein. Einer drohenden „islamistischen Radikalisierung“, man könnte auch formulieren einer Islamisierung, will die Union dadurch begegnen, dass Gebetsräume an Schulen nur noch angeboten werden, wenn sie für alle Religionen offen sind und beaufsichtigt werden. Darüber hinaus soll ein ordentliches Lehrfach Religion eingeführt werden, um die Vermittlung religiöser Werte unter staatlicher Aufsicht zu stärken. Wenn damit eine Abkehr vom sogenannten bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht gemeint ist, wäre dies ein wertvoller Ansatz.

Darüber hinaus soll frühzeitig mit Polizei und Jugendamt zusammengearbeitet werden. Auch dies ein vernünftiger Ansatz. Leider alles vergleichsweise spät, aber immerhin. Ferner will die Union ein generelles Handyverbot an Grundschulen einführen - ebenfalls ein richtiger Ansatz, und in den weiterführenden Schulen sollen Smartphones nur in den Pausen und in den Freistunden genutzt werden. Das wäre mehr als nichts. Aber auch dort könnte man sehr deutlich sagen, dass das Smartphone bis zum 16. Lebensjahr in der Schule während der Unterrichtszeit nicht genutzt werden darf, es sei denn, man benötigt es spezifisch kurzzeitig für eine schulische, klar definierte Aufgabenlösung.

Die von vielen als „asoziale Medien“ bezeichneten Netzwerke haben objektiv viel Unheil angerichtet. Und deshalb ist es höchste Zeit, hier ein Stoppschild vorzuschieben. Ob diese im Grundsatz richtigen Pläne jemals in die Tat umgesetzt werden, ist allerdings mehr als fraglich, denn abgesehen von der CDU und der Berliner AfD kann sich keine Partei aus dem linken Lager dafür erwärmen. Dabei wäre es so bitter nötig.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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