40 Jahre DÖG 1986 – 2026

Jubiläumsgala mit über 300 Gästen in der Stadthalle

Zu der nach seinen nicht ganz wörtlich zu nehmenden und augenzwinkernd geäußerten Worten „kleinen Geburtstagsfeier“ begrüßte Hans-Jürgen Irmer, seit 14 Jahren Vorsitzender des Jubiläumsvereins, 320 Gäste zum 40. Jahrestag der Gründung der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft (DÖG) Wetzlar in der Stadthalle.

Die Zahl der Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft, Kultur und Verbänden unterstrich die Bedeutung des Ereignisses. Außerhalb der Reihe ein besonders herzliches Willkommen an Artur Rudolf (96), der mit seinem Sohn Wolfgang aus Eisenach anreiste.

Beginnend mit Karin Müller, Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Hessischen Staatskanzlei, über die vier Landtagsabgeordnete, Matthias Büger, Stepan Grüger, Lothar Mulch und Frank Steinraths aus ebenso vielen Parteien, Wetzlars Ex-Oberbürgermeister Wolfram Dette, Bürgermeister Michael Hundertmark und Schladmings Bürgermeister Hermann Trinker, Vertreterinnen und Vertretern der in Wetzlar in besonderer Anzahl aktiven Partnerschaftsvereine bis zu Repräsentanten etlicher Wetzlarer Schulen und, neben weiteren, dem Präsidenten des Weltbundes der Auslandsösterreicher, Werner Götz.

Irmer hatte in seiner Begrüßungsrede darauf hingewiesen, dass es Ziel sei, die Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen, junge Menschen für ein entbürokratisiertes Europa der Vaterländer zu begeistern, dessen Kern eine gemeinsame christlich-abendländische Kultur sei, mit Rechtstaatlichkeit, Demokratischen Institutionen, Reise- und Niederlassungsfreiheit und das die Chance biete, in fremden Ländern zu arbeiten und zu studieren, Menschen kennen- und wertschätzen zu lernen. Und deshalb wolle man – neben der Intensivierung der Arbeit mit Kooperationspartnern und anderen Wetzlarer Partnerschaftsgesellschaften – auch in Zukunft Jungendfahrten nach Schladming mit bis zu 1000 Euro zu unterstützen.

Peter Wenzel, seit 40 Jahren verantwortlicher Kassenwart der DÖG Wetzlar und, führte nicht nur durch das Programm des Abends, sondern gewährte auch Einblicke in die Geschichte des mit fast 500 Mitgliedern größten der acht Wetzlarer Partnerschaftsvereine.

Gründung

Es war Heinz Wenzel, der Vater des – inoffiziell – dienstältesten Vereinskassierers Deutschlands, der – privat schon seit den 1970er Jahren mit der Stadt Schladming verbunden - den Anstoß zur Gründung einer Partnerschaft mit dem bekannten Touristenort in der Steiermark gab.

Am 1. Juni 1974 unterzeichneten die Bürgermeister von Schladming und Wetzlar, Hans Ainhirn und Otto Malfeld den Städtepartnerschaftsvertrag. Um diesen nachhaltig mit Leben zu füllen, wurde am 17. September 1986 die Deutsch-Österreichische Gesellschaft von 21 Gründungsmitgliedern beiderlei Geschlechts ins Leben gerufen. Von ihnen leben bis heute noch drei: Michael Peters aus Heuchelheim, Friedegund Rohde aus Nauborn und Peter Wenzel.

Schon 1987 gehörten 150 Mitglieder dem von Heinz Wenzel die ersten zwölf Jahre geführten Vereins an. 1999 übernahm Dieter Spory den Vorsitz. Es folgten aus unterschiedlichen Gründen Jahre der DÖG, die Peter Wenzel als „schwierig“ beschrieb. 2012 wies die Mitgliederkartei noch 45 Namen aus.

Dann übernahm Hans-Jürgen Irmer den Vorsitz. Und Peter Wenzel bescheinigte dem „Mann der Ideen“ vor den 320 Gästen der Geburtstagsfeier in der Stadthalle, die „fast am Boden liegende Partnerschaft“ gerettet und mit neuem Leben erfüllt zu haben. Partnerschaftliches Leben über Grenzen hinweg, die bis heute nicht nur lebt, sondern kontinuierlich lebendiger, intensiver, reichhaltiger und bunter geworden ist.

Ein Blick in die Jahresprogramme der DÖG, einschließlich des aktuellen und jenem für das nächste Jahr, liefern für diese positive Entwicklung den Beweis. Innerhalb von drei Jahren vervierfachte sich seinerzeit die Mitgliederzahl, und nicht ohne Grund „kratzt“ sie heute an der Zahl 500.

Grußworte

Die beeindruckende Entwicklung der DÖG Wetzlar spiegelte sich auch in den Grußworten zum Jubiläumsabend. Wetzlar und Schladming stehen laut Staatssekretärin Karin Müller, für eine enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Österreich, wobei die DÖG Wetzlar im Rahmen ihrer Möglichkeiten wegweisende Projekte auf den Weg gebracht habe. Ziel sei es, Menschen in einer „echten“ Partnerschaft zusammenzuführen, wobei neben der Politik vor allem Vereine, Schulen, Familien und einzelne Personen engagiert seien. Die DÖG Wetzlar sei ein herausragendes Beispiel für eine funktionierende Partnerschaft über Grenzen hinweg, ein Brückenbauer, von denen Europa in schwierigen Zeiten noch viel mehr bräuchte.

Per Videoeinspielung würdigte der Schirmherr das Jubiläumsabends, Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica AG und selbst Österreicher, das Engagement der DÖG in Sachen gelebte Partnerschaft.

Schladmings Bürgermeister Hermann Trinker überbrachte die Grüße des Landeshauptmanns der Steiermark, Mario Kunasek, und bezeichnete die Partnerschaft Wetzlars und der DÖG mit Schladming als Alleinstellungsmerkmal, „dessen sind wir uns in Schladming bewusst“. Trinker würdigte die Aktivitäten der DÖG und das besondere Engagement des Vorsitzenden Irmer, das sich nicht nur in den zahlreichen gegenseitigen Besuchen bisher dokumentiere. „Aus Verständnis füreinander wächst Vertrauen, und aus Vertrauen wächst das Europa, das wir haben wollen“, schloss Trinker.

Namens der Stadt Wetzlar dankte Stadtrat Jörg Kratkey „für 40 tolle Jahre“, die zurecht angemessen gefeiert würden, „Partnerschaften mit Menschen sind Partnerschaften für Menschen – unter Freunden“.

Werner Götz, Präsident des Weltbundes der Auslandsösterreicher – und das seien 640.000 an der Zahl –, nannte die Städtepartnerschaft Wetzlar-Schladming etwas „ganz Besonderes“.

Nach seinen mehr als 53 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für Österreich stehe – auch im Blick auf die DÖG – ohne jeden Zweifel fest, dass es ohne Ehrenamt keine funktionierende Gesellschaft gebe.

Das Programm der Feier eröffneten die Jagdhornbläser des Kreisjagdvereins Wetzlar, und für die Musik sorgte die vierköpfige Gruppe „Waschecht“ aus der Ramsau am Dachstein, Schladmings Nachbarregion.

Bevor das Unterhaltungsprogramm startete, gab es ein fantastisches „Steirisches Buffett“ unter anderem mit sensationell leckeren Marillenknödel, gezaubert von Helmut Steinberger – österreichischer Spitzenkoch, der eigens aus Schladming angereist war - und Thomas Schön vom Wetzlarer Hof, die sich perfekt ergänzten.

Spektakuläre Auftritte präsentierten das Profitanzpaar Ellen Jonas und Volker Schmidt aus Wetzlar, unter anderem je dreimal Weltmeister bei den Amateuren wie den Professionals.

Subtilen und deftigen Humor steuerte der „aus Funk und Fernsehen“ bekannte Comedian und Kabarettist Stefan Bauer bei. Das Programm und der Abend endeten mit einer „Weltpremiere“. Die „Hüttenberger Maderln“ Siggi und Karin trugen die neue DÖG-Hymne „Wir sind eine Familie“, die in ihrem Refrain-Text bei Peter Alexander ausgeliehen, aber dann mit drei neuen Strophen auf die DÖG-Wetzlar zugeschnitten ist.

Über den Autor

Franz Ewert

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