EU-Verordnung
Überwachungs- und Bevormundungssysteme
in Pkw zunehmend verpflichtend
und nicht abschaltbar
Die Selbstständigkeit des Pkw-Fahrers nimmt ab, die Bevormundung durch technische Assistenzsysteme zu. Um nicht missverstanden zu werden, das eine oder andere technische Assistenzsystem kann durchaus hilfreich sein. Aber die spannende Frage ist, wie weit gehen die Verordnungsvorstellungen der EU künftig. Und da ist mehr als Vorsicht angesagt. So sollen demnächst Kamerasysteme verpflichtend werden, die sowohl das Fahrverhalten als auch den Fahrer überwachen können. Es soll perspektivisch eine Vorrüstung von automatischen Sperren geben, die zum Beispiel bei Fahruntüchtigkeit des Fahrers anschlagen. Das wäre durchaus sinnvoll. Aber diese technische Möglichkeit führt auch dazu, dass ein Auto auch aus anderen Gründen stillgelegt werden kann.
Ferngesteuerte Busse durch China
Wir hatten im Kurier im Frühjahr darüber berichtet, dass es in Norwegen 1350 Elektro-Busse chinesischer Produktion gibt, in dem Fall von dem Hersteller Yutong. Die Norweger haben festgestellt, dass die chinesischen Busse von China aus ferngesteuert, gestoppt und auch verriegelt werden können. Das funktioniert dadurch, dass in jedem Bus eine SIM-Karte fest verbaut ist, die im Übrigen über das Netz eines rumänischen (!) Mobilfunkanbieters registriert ist. Das heißt, der Hersteller kann Reparaturen nachverfolgen, kann die Fahrtrouten des einzelnen Busses abrufen, Diagnosedaten und anderes mehr. Kurzum, China könnte die norwegische Busflotte lahmlegen.
Keine Abschaltmöglichkeit mehr
Geht es nach der EU werden die sogenannten Assistenzsysteme verpflichtend. Aktuell kann man das eine oder andere noch abschalten, was erfahrene Pkw-Lenker in der Regel häufig auch machen. Künftig aber geht dies nicht mehr, will man seine Versicherung und seinen Rechtsschutz behalten bzw. die TÜV-Plakette bekommen. Das Auto, einst Symbol der Freiheit, wird immer mehr, überspitzt formuliert, perspektivisch zu einer Art Überwachungssystem, und die individuelle Freiheit geht verloren. Die Eigenständigkeit des Denkens, die Eigenständigkeit des Fahrens, wird zweitrangig.
Geografische Kenntnisse?
Man sieht es ja auch an den Navigationsgeräten, die ohne jeden Zweifel hilfreich sind, wenn sie denn als Ergänzung verstanden würden. Aber immer mehr Menschen, und das sind häufig jüngere, verlassen sich komplett auf das Navi. Sie wissen so manchmal gar nicht genau, wo sie sich befinden und sind häufig genug nicht mehr in der Lage, sich mit Hilfe von Karten zu orientieren. Geografische Kenntnisse in Deutschland sind aufgrund mangelnder verfügbarer Unterrichtsstunden ohnehin unterbelichtet. Kurzum, ein weiterer Schritt zum betreuten Denken.



