Hamburg/Berlin/Schleswig-Holstein

Polizeianwärter scheitern am Diktat

Seit Jahren zeichnet sich zunehmend ein Problem bei einigen Länderpolizeien ab, begründet dadurch, dass die Zahl der Bewerber mit Migrationshintergrund vergleichsweise hoch ist. Dass Bewerber mit Migrationshintergrund, wenn sie deutscher Staatsbürger sind und perfekt Deutsch sprechen, durchaus eine Bereicherung der Polizeiarbeit darstellen, weil die Kenntnisse der Mentalität unterschiedlicher Ethnien damit einhergeht, ist völlig unstreitig. Problematisch wird es aber dann, wenn junge Leute eingestellt werden, die der deutschen Sprache und vor allen Dingen auch der Schriftsprache nicht perfekt mächtig sind.

Ernüchternde Ergebnisse

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat vor wenigen Wochen eine „überdurchschnittlich hohe Durchfallquote“ in den Deutsch-Tests für Polizisten kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Einstellungsstandards bestehen bleiben müssten zum Schutz der Ausbildungsqualität und damit der Leistungsfähigkeit der Polizei.

In Hamburg fielen sage und schreibe 65 Prozent (!) der Bewerber beim Lückendiktat durch, in dem fehlende Wörter und Satzzeichen ergänzt werden mussten. Wohlgemerkt Lückendiktat, kein richtiges Diktat, wie man es früher an Grundschulen und weiterführenden Schulen einübte. Daraufhin hat Hamburg das Lückendiktat und den kognitiven Test abgeschafft und durch einen Test ersetzt. Dennoch fallen 50 Prozent durch. In Schleswig-Holstein betrug die Quote der gescheiterten Anwärter für den sogenannten Mittleren Dienst im Jahr 2021/22 noch 21,6 Prozent, beim Jahrgang 2024 fielen sage und schreibe 67,5 Prozent durch – ein Spiegelbild der Entwicklung unserer Gesellschaft?

Aber das kommt davon, wenn das Leistungsprinzip abgeschafft wird, man sich über muttersprachlichen Unterricht Gedanken macht, statt jedes Kind vor Einschulung inklusive der Eltern zu verpflichten, Deutsch zu lernen. Ein perfektes Deutsch ist die Grundlage gesellschaftlicher Kommunikation, beruflicher Erfolge und die Voraussetzung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Außerdem ist es die Sprache, die theoretisch alle verstehen, aber perspektivisch alle verstehen müssen, sonst gibt es keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe8/2026