
Pro Polizei Wetzlar besuchte
Frauengefängnis in Frankfurt-Preungesheim
65 Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Polizei Wetzlar“ waren unter Führung des Vorsitzenden Hans-Jürgen Irmer, der stellvertretenden Vorsitzenden Heike Ahrens-Dietz und Vorstandskollegin Renate Pfeiffer-Scherf in Frankfurt, um sich u.a. von Anstaltsleiterin Nora Stang-Albrecht über den aktuellen Strafvollzug informieren zu lassen.
Die JVA Frankfurt am Main III, so die offizielle Bezeichnung, verfügt über eine Jugendabteilung, eine Abteilung Offener Vollzug sowie eine Abteilung für Mutter und Kind und ist ausschließlich für den Frauenvollzug bestimmt.
Die JVA, so Stang-Albrecht, habe eine wechselvolle Geschichte. 1888/89 sei sie als Männergefängnis für bis zu 416 Gefangene mit einer Frauenabteilung für bis zu 85 Insassinnen erstellt worden. Von 1945 bis 1953 sei die Anstalt als Militärgefängnis genutzt worden. Nach baulichen Instandsetzungsarbeiten sei sie seit dem 1.8.1955 als zentrale Straf- und Untersuchungshaftanstalt für Frauen in Hessen eröffnet worden. Vor wenigen Monaten sei eine große Teilsanierung ihrer Bestimmung übergeben worden.
Heute seien in der Regel etwas über 200 weibliche Gefangene in der JVA, darunter Frauen in Untersuchungshaft, im geschlossenen und im Offenen Vollzug. Es gebe Maßnahmen der Sicherungs-, Zwangs- und Erzwingungshaft, der Sicherungsverwahrung, der Abschiebehaft, aber auch junge Frauen, die eine Jugendstrafe entweder im Offenen oder im geschlossenen Vollzug verbringen müssten.
Der Personalbestand liege in der Regel bei annähernd 200 Beamtinnen und Beamten aus dem Bereich des Justizvollzugsdienstes, der Verwaltung, der Seelsorge sowie der Betreuung, denn Ziel sei die Resozialisierung derjenigen, die vor der Entlassung stünden, damit sie nach Möglichkeit nicht wieder strafffällig würden. Je nach Delikt sei dies durchaus unterschiedlich schwierig. Gerade bei Verstößen gegen den Drogenkonsum sei die Rückfälligkeit deutlich höher als bei anderen Delikten, wobei die Deliktpalette in Frankfurt so ziemlich alles umfasse. Diese gehe von einfacheren Straftaten bis hin zu Raub, Körperverletzung und Mord.
Bei einem Rundgang, aufgeteilt auf drei Gruppen, konnten sich die Mitglieder von Pro Polizei über die Konzepte informieren, die Arbeits-, Sport und Betreuungsmöglichkeiten der Gefangenen sowie über den Mutter-Kind-Bereich. Alle Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den Mitarbeiterinnen der JVA, die vergleichsweise jung an Jahren mit großem Engagement ihrer nicht immer einfachen Arbeit nachgehen. Es gebe durchaus den Versuch von körperlichen Übergriffen, vor allem aber Beschimpfungen aller Art, die man häufig übergehe, aber wenn ein bestimmtes Maß überschritten sei, dann gebe es entsprechende Konsequenzen. Dies sei auch eine Frage der Selbstachtung.
Ein Dank von Pro Polizei ging an Hessens Justizminister Christian Heinz, der den Besuch prinzipiell ermöglicht und genehmigt hatte, sowie an die Anstaltsleitung und ein ausgesprochen professionelles Team.




