Üble Entgleisung des Staatsministers Michael Roth (SPD)

Evangelikale mit Islamisten gleichgesetzt

In der aktuellen Debatte um das Thema „Gehört der Islam zu Deutschland“ hatte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, auf die Frage, ob Hassprediger in Moscheen auch zum Islam in Deutschland dazugehören, geantwortet, dass die Hassprediger genauso wenig zu Deutschland gehörten „wie der evangelikale Fundamentalismus“. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, hat gegenüber dem Nachrichtenmagazin „ideaSpektrum“ darauf hingewiesen, dass die evangelikale Bewegung in Deutschland in der großen Tradition der Reformation und des Pietismus stehe. Es sei schade, dass diese Erkenntnis Herrn Roth noch nicht erreicht habe.

Islamische Prinzipien nicht mit Grundgesetz vereinbar

Deutliche Worte in diesem Kontext fand der Vorsitzende des Arbeitskreises Islam der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhold Strähler. Er wies zu Recht darauf hin, dass Muslime schon lange in Deutschland lebten und deshalb zur Gesellschaft dazugehörten, aber islamische Prinzipien, die auf einer traditionellen Auslegung des Korans und der islamischen Gesetzgebung – der Scharia – beruhten, wie sie die meisten islamischen Verbände verträten, seien in vielen Punkten nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

Der an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen lehrende Islamwissenschaftler Carsten Polanz ergänzte, dass das pauschale Bekenntnis zu „dem Islam“ als Teil Deutschlands ein missverständliches Signal sei, denn gerade bei den einflussreichen muslimischen Institutionen herrsche ein Islamverständnis vor, das beispielsweise den Religionswechsel oder kritische Anfragen an den Koran mit dem Tod bedrohe. Dies sei unvereinbar mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland.

Aktuelle Ausgabe10/2018