Ukrainische Kriegsgefangene berichten
über unglaubliche russische Foltermethoden

Es ist dem CDU-Europaabgeordneten Oliver Schenk aus Sachsen zu verdanken, dass die völkerrechtswidrigen Kriegsverbrechen der Russen an Menschen in Kriegsgefangenschaft, die eigentlich nach der Genfer Konvention geschützt sind, ans Tageslicht gekommen sind. Hintergrund seiner Initiative war ein Auftritt ehemaliger Kriegsgefangener in Brüssel, die über ihr Schicksal berichtet hatten. Er sei, so Schenk, so erschüttert gewesen, dass er beschlossen habe, diesen Menschen eine Stimme zu geben. So gab es jüngst eine entsprechende Anhörung im Landtag von Sachsen.

Foltermethoden

Die Namen der ehemaligen Kriegsgefangenen sind alle bekannt. Einer berichtete, dass der Kommandant eines Gefangenenlagers ihm zu Beginn gesagt habe, dass er die Genfer Konvention über Kriegsgefangene einfach vergessen könne. Die gebe es hier nicht. Dort sei es ihm noch relativ „gut“ gegangen. Immerhin hätten sie in dem knappen Jahr erträglich zu essen gehabt. Die anderen beiden Jahre seien eine einzige Tortur gewesen. Kälte und Hunger seien systematisch als Waffe eingesetzt worden, verrottetes Essen, zu wenig Zeit zum Essen. Man habe versucht, aus Menschen Tiere zu machen. Manche Gefangene seien verrückt geworden wegen des Hungers.

Man habe zudem stundenlang regungslos in überfüllten Zellen stehen müssen. Wer sich bewegt habe, sei von den Aufsehern herausgeholt und gefoltert worden. Beim Bad, für das einmal in der Woche 30 Sekunden Zeit gewesen sei, hätten die Wärter die Gefangenen mit Elektrotasern gefoltert. Einfach so. Es sei immer darum gegangen, die Gefangenen mental und physisch zu stören. Vielen habe ausschließlich der Glaube an Gott und die Gedanken an die Familie Kraft gegeben, diese Tortur zu überstehen. Briefe, die an die Gefangenen gegangen seien, seien nie weitergeleitet worden. Auch dies nichts anderes als ein Beitrag psychischer Folter, wenn man das Gefühl haben müsse, von den eigenen Angehörigen vergessen worden zu sein.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe6/2026