Energiewende in China?
Wie China den Westen täuscht

Dass die chinesischen Kommunisten Meister im Tarnen und Täuschen sind, erschließt sich denen, die sich intensiv mit China befassen. Ein Beispiel die Umweltpolitik, die sogenannte Energiewende. Die Linksaußen-Zeitung „taz“ titelte „Kampf gegen die Erderhitzung: Danke, China!“. Ob die „taz“ keinen Durchblick hat oder indirekt das Geschäft Chinas betreibt, sei dahingestellt.

Fakten

Tatsache ist, dass China den Anteil fossiler Energie an der Stromerzeugung formal von mehr als 80 Prozent auf 60 Prozent gesenkt hat. Doch der absolute (!!!) Verbrauch von Kohle, Öl und Gas für die Stromversorgung ist gewachsen. Der Anteil fossiler Energie am gesamten Energieverbrauch, also nicht nur Strom, liegt in China aktuell bei 80 Prozent. 95 Prozent der weltweit im Bau befindlichen Kohlekraftwerkskapazität (!) entfällt auf China. Hinzu kommen Kohlekraftwerke, die im Ausland finanziert werden. Ferner wird die heimische Gasförderung massiv ausgebaut inklusive Fracking.

Unterschied zwischen China sowie Deutschland und Europa

China ist bestrebt, zuerst eine leistungsfähige Industrie aufzubauen, die in der Lage ist, alle Strommengen, auch nicht zuletzt durch die Künstliche Intelligenz, jederzeit gewährleisten zu können. Und wenn das geschehen ist, dann kann man über Klimaschutzmaßnahmen nachdenken.

E-Mobilität als Vorbild?

Wird hier gemeinhin als leuchtendes Beispiel hervorgehoben, dass China die E-Mobilität fördere, was durch massive Subventionen für die Industrie und die bevorzugte Zulassung von E-Autos in den chinesischen Metropolen (inklusive Hybrid) erfolgt. Wie denn die E-Autos in China hergestellt werden, das wird verschwiegen, denn der Strom, mit dem die Wagen hergestellt werden, stammt zu zwei Dritteln aus fossilen Energien!

China größter CO2-Emittent

Von einem weltweiten CO2-Ausstoß von ca. 35 Milliarden Tonnen pro Jahr produziert China rund 35 Prozent, USA 12 Prozent, Indien 8 Prozent und Russland (ohne Krieg) 5 Prozent, also rund 60 Prozent zusammen. Europa hat erfolgreich den CO2-Ausstoß von 15,2 Prozent am gesamtweltweiten Anteil 1990 auf 6,0 Prozent reduziert. Deutschlands Anteil liegt mittlerweile bei etwa 1,5 Prozent.

Klimakonferenz ein Flop

Im November letzten Jahres fand die 30. Weltklimakonferenz in Belem in Brasilien statt. Die Staatschefs der vier größten CO2-emittierenden Nationen waren schon einmal gar nicht vor Ort. Geplant war, dass alle Staaten bei dieser Klimakonferenz berichten, wie sie es zukünftig mit dem Einsatz von Kohle, Öl und Gas halten. 70 Prozent gaben überhaupt keine Erklärung ab. Das restliche runde Drittel erklärte zumeist, dass der Einsatz von Kohle, Öl und Gas weiter steigen werde. Die weltweite Kohlenutzung werde bis 2030 um 30 Prozent steigen (!), bei Öl um 25 Prozent (!) und bei Gas um 40 Prozent gegenüber 2015.

90 Prozent der Länder weltweit machen bei der Energiewende nicht mit. Entwicklungsländer schon mal gar nicht. Die Ölstaaten erst recht nicht. China hat sich im Übrigen ausbedungen, und das ist tatsächlich so, es sei noch ein Entwicklungsland und müsse sich deshalb an entsprechende internationale Vorgaben nicht halten und hat sich Sonderrechte ausbedungen. Mit anderen Worten, die Chinesen können machen, was sie wollen.

Deutschland ruiniert die Wirtschaft

Ob unser Anteil CO2-Ausstoß bei 1,5 Prozent, 1,2, oder 1,8 Prozent liegt, ist für das Weltklima völlig irrelevant. Klimapolitik kann nur eine nationenübergreifende Aufgabe sein. Und wenn sich die führenden Nationen auch nicht ansatzweise auf den Weg machen, muss man einmal darüber nachdenken, warum das so ist. Weltweit werden Kernkraftwerke modernster Bauart gebaut – Deutschland der Geisterfahrer ist ausgestiegen – die für sichere, preiswerte, CO2-freie und zuverlässige Energie sorgen.

Aber wir in Deutschland kasteien unsere Wirtschaft, belasten die Bürger mit völlig unnötigen Kosten, deindustrialisieren unser Land, vernichten Arbeitsplätze wegen der Schimäre, alleine das Weltklima retten zu können. Unverantwortlicher kann Politik nicht sein.

Die Chinesen freuen sich

Frechheit siegt

Die Krönung der ganzen, man muss fast sagen schwachsinnigen Energiepolitik besteht dann darin, wenn ausgerechnet China dem Westen gegenüber noch Vorbehalte macht, zu wenig zu tun. Da verschlägt es einem im Grunde genommen die Sprache. Alle chinesischen Maßnahmen dienen dem einzigen Zweck, die chinesische Wirtschaft zu unterstützen, europäische Wirtschaft zu schwächen und den chinesischen Einfluss zu erhöhen.

500 Millionen Dollar für Lobbyismus

Es war die Zeitung „Die Welt“, die in einem bemerkenswerten Artikel vor wenigen Wochen darauf hinwies, dass sich die Chinesen den Lobbyismus von Umweltverbänden, die in ihrem Sinne in Europa und den USA arbeiten, viel Geld kosten lassen, nämlich rund 500 Millionen Dollar, berichtete ein Ausschuss des US-Senats, wonach die „Stiftung Energy Foundation China“ (EFC) rund 14 führende Umweltverbände mit annähernd 500 Millionen Dollar finanzierte, um nicht zu sagen „schmierte“. Es wird höchste Zeit, dass der Westen aufwacht und die europäische sowie deutsche Politik ebenso.

 

Warum schweigen Umweltverbände bei Chinas Umweltzerstörung?

Wenn es darum geht, westliche Staaten auf die moralische Anklagebank zu setzen, sind die Umweltverbände nicht nur in Deutschland generell schnell dabei, den Finger zu erheben, geht es doch gegen den Westen aus Sicht vieler extrem linker ideologisierter Verbände. Geht es um China, vernimmt man erstaunlich wenig.

Doppelmoral

Bekannt ist, dass der chinesische Export von Technologie für Wind- und Solarenergie oder auch Batterien wesentlich mit fossiler Energie bewerkstelligt wird. Darüber schaut man häufig sehr freundlich hinweg. Unterhalb des öffentlichen Radars die Umweltzerstörung Chinas im Bereich der Antarktis. Chinas staatlich subventionierte Fischereiflotte dringt nicht nur systematisch in internationale Gewässer ein und fischt dort rechtswidrig. Sie schalten dabei ihre Ortungssysteme aus, segeln unter fremder Flagge und nutzen verbotene Fanggeräte. Das sind nicht nur ökonomische Schäden. Es sind auch ökologische, weil die Schiffe fabrikartige Pumptechniken einsetzen, die beispielsweise in der Antarktis die Krillpopulation rabiat dezimieren.

In Afrika werden mit Schleppnetzen Fischgründe zerstört. Verbotene Stellnetze und Sonargeräte töten Beifang und bedrohen Delphine. Entlang der 200 Seemeilengrenze von südamerikanischen Staaten bleiben chinesische Tintenfischringe bis zu zwei Jahre ununterbrochen auf See, werden dann in internationalen Gewässern auf Kühlschiffe umgeladen, um dann wieder in der Grauzone so zu fischen, dass die Bestände vom Aussterben bedroht sind. Greta Thunberg und die Ihren könnten dort einmal ihren Protest ausleben.

 

 

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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