
Kernkraft in Deutschland
Wer einen Fehler erkannt hat, muss ihn korrigieren
Kernkraft ist CO2-frei, jederzeit verfügbar und preiswert
Schon im Jahr 2022 hat die Europäische Union Kernenergie als „nachhaltig“ eingestuft. Jetzt hat die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), dies offensichtlich auch erkannt, indem sie die Rückkehr zur Kernenergie gefordert hat. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass der Atomausstieg im Jahr 2011 unter der Verantwortung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein „schwerer strategischer Fehler“ gewesen sei. Und deshalb ist im Parteiprogramm der CDU die Option Kernkraft festgelegt, ausdrücklich.
Auf die Frage bei „Caren Miosga“, warum das nicht im Koalitionsvertrag stehen würde, erklärte Merz im April 2025, dass die SPD dies nicht gewollt hätte, und das hätte man zu akzeptieren gehabt. Eine schwache Begründung angesichts der tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse. Wenn Merz aktuell zu dieser Diskussion um Kernkraft erklärt, dass er zwar bedauere, dass man ausgestiegen sei, dass der Beschluss aber irreversibel, also nicht mehr umkehrbar sei, so ist das einfach falsch. In einer Demokratie sind gefasste Entscheidungen nie für die Ewigkeit. Jede Regierung kann ein Gesetz einer Vorgängerregierung mit parlamentarischer Mehrheit wieder beseitigen. Siehe aktuell Heizungsgesetz.
Europa setzt auf Kernenergie
Praktisch alle Staaten rund um Deutschland setzen aktuell auf Kernenergie, weil sie nachhaltig ist, CO2frei, weil sie im Vergleich zu Deutschlands astronomischen Strompreisen preisgünstig ist und vor allem jederzeit rund um die Uhr verfügbar, so dass Debatten sich erübrigen würden, ob man zu bestimmten Zeiten Strom rationiert. Diese Debatte ist ja die bittere Realität in Deutschland. Dass eine Rückkehr zur Kernkraft nicht gleichbedeutend ist mit dem Bau alter Kernkraftwerke aus den 80er Jahren, liegt auf der Hand. Dafür hat sich die Technik dramatisch weiterentwickelt. Kernfusion ist eine Frage der Zukunft. Eine sehr realistische sind die sogenannten Small Modular Reactors (SMR) für Atomkraftwerke in Miniaturformat, die auch in der Lage sein werden, abgebrannte Brennelemente wieder zu verwerten, so dass die Problematik des atomaren Mülls nicht mehr gegeben ist.
2011: Emotion statt Ratio
Nachdem die Bundesregierung unter Führung von Merkel vor 2011 noch beschlossen hatte, die Laufzeiten der Restmeiler zu verlängern, gaben Merkel und die Ihren nach der Tsunami-Katastrophe 2011 in Japan dem medialen und öffentlichen Druck nach und erklärten plötzlich, dass Kernkraft zu gefährlich sei. Die zigtausend Toten in Japan, jeder Einzelne ist einer zu viel, beruhten allerdings nicht (!) auf der Kernkraft, sondern waren Opfer der verheerenden Tsunamiwellen. Wie häufig wurde dies in den Medien bewusst oder unbewusst anders dargestellt. Im Übrigen stimmte auch von der Leyen, die damals im Kabinett Merkel Bundesarbeitsministerin war, damals für das Aus.
2011 gab es noch 17 Kernkraftwerke, die am Netz waren, die zu den besten und sichersten der Welt gehörten und final stillgelegt wurden. Damit wurde ein Drittel der deutschen Stromproduktion abgeschaltet, so dass Deutschland heute auf Stromimporte angewiesen ist, Importe von Kernenergiestrom- und Kohlekraftstrom und dafür obendrein noch zahlen muss.
16,5 Milliarden zahlt der Steuerzahler
Professor Dr. Fritz Vahrenholt hat sich aktuell die Jahresabrechnung der Stromnetzbetreiber über die Subvention von Windkraft- und Solaranlagen für 2025 einmal näher angeschaut. Danach haben Windkraft- und Solarbetreiber im Jahr 2025 16,5 Milliarden Zuschuss aus dem Bundeshaushalt erhalten. Umgerechnet auf die eingespeiste Strommenge von 200 Milliarden Kilowattstunden sind das 8,25 Cent pro Kilowattstunden. Die Betreiber dieser Anlagen, so Vahrenholt, bekommen 20 Jahre lang je nach Anlage eine Einspeisevergütung von 6 bis 12 Cent. Und immer dann, wenn die Einspeisevergütung unterschritten wird, wird die Differenz aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes erstattet. Das passiert, wenn zu viel Windenergie und Solarenergie, zumeist mittags, eingespeist werden. Dann sinkt der Strompreis gegen Null, und der Betreiber erhält trotzdem die Festvergütung.
Europa, Japan, USA und Russland setzen auf Kernkraft
Es sollte uns in Deutschland eigentlich zu denken geben, dass ausgerechnet die Japaner längst wieder auf Kernkraft setzen. Russland und die USA sowieso. Und China verfolgt eine sehr klare strategische Ausrichtung. Auf der einen Seite Ausbau auch von erneuerbaren Energien, gleichzeitig aber Ausbau von Gaskraftwerken, von Kohlekraftwerken, ca. 1000 sind im Bau, und natürlich Kernenergie. Der Energiehunger in China ist unermesslich. Im Übrigen: auch Nachbar Indien hat einen zunehmenden riesigen Energiebedarf, der auch nicht ansatzweise weder theoretisch noch praktisch aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Also setzt man dort auch auf die Verstromung von Kohle und Kernkraft.
Söder für SMR-Anlagen
Wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dessen umweltpolitische Linie allerdings in der Vergangenheit auch nicht immer ganz klar war, jetzt aktuell auf das Comeback der Atomkraft setzt, hat er ebenso recht wie EVP-Fraktionschef Manfred Weber oder auch Ursula von der Leyen. Reflexhaft Deutschlands Umweltminister Schneider (SPD), der von einer rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für Atomkraftwerke sprach, statt zu begreifen, dass man mit den 16,5 Milliarden Subvention für Solar- und Windkraftbetreiber zwei komplette Reaktorblöcke hätte bauen können.
Stattdessen werden die Strompreise weiter nach oben getrieben, die Wirtschaft ächzt, wandert ab. Hunderttausende Arbeitsplätze gehen gerade von stromintensiven Unternehmen verloren oder wandern ins Ausland ab. Die Deindustrialisierung hat begonnen. Merz sollte sich ein Beispiel an Altkanzler Helmut Schmidt nehmen, der als Antwort auf die Ölkrise ein massives Ausbauprogramm der Kernenergie startete, von dem Deutschland viele Jahrzehnte profitierte. Auch dies war nicht kritiklos, aber er hat es durchgesetzt. Das ist Führung. Und es wäre Deutschlands Antwort auf die weltweiten Energiekrisen.




