
Ahmad Mansour:
„Die Selbstaufgabe des Westens aus falsch verstandener Toleranz“
Einen bemerkenswerten Kommentar schrieb kürzlich Ahmad Mansour in der Zeitung „Die Welt“, indem er auf eine der Entwicklungen gerade in Berlin hinwies, die nichts mehr mit Integration zu tun haben. Er berichtete über eine Abiturfeier mit einem hohen Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die bei der Abiturfeier syrische, afghanische, türkische, palästinensische oder libanesische Flaggen umhingen. Kein Einziger sei dabei gewesen mit einer deutschen Flagge.
Unverständlich, denn der deutsche Staat habe diesen jungen Menschen in deutschen Schulen auf Kosten der Steuerzahler eine Ausbildung ermöglicht, die sie in ihren Herkunftsländern vermutlich in der Freiheit, für die Deutschland steht, nicht in der Lage gewesen wären zu erreichen.
Handschlag verweigert
Dazu zähle es für ihn auch, dass bei der Übergabe von Zeugnissen einige Schüler inzwischen aus religiösen Gründen den Handschlag mit Lehrerinnen verweigerten, da der Islam angeblich verlange, dass Männer und Frauen einander nicht die Hand reichen. In einer Protokollerklärung der ehemaligen Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP von Anfang 2024 habe man erklärt, dass bei der Einbürgerung das Verweigern des Handschlages kein Verstoß gegen die Gleichberechtigung sei!
Zunehmende Segregation
Dazu passe, dass Mädchen teilweise schon verboten werde, am Schwimmunterricht oder an Klassenfahrten teilzunehmen. Manche Grundschulkinder würden nicht nur Kopftuch, sondern bereits Vollverschleierung tragen. Ein weiteres Beispiel zur Segregation seien die Sonderregeln, die immer wieder eingefordert würden: während des Ramadan möglichst keine Sportprüfungen, möglichst keine Klassenarbeiten, zusätzliche Pausen bei Sportveranstaltungen. Die Krönung war vor wenigen Tagen, dass deutsche Schüler, „Restschüler“ muss man fast sagen, in einer Klasse von muslimischen Schülern aufgefordert wurden, während des Ramadan nicht vor ihnen zu essen. Weihnachtsfeiern seien abgesagt worden aus Angst vor protestierenden Eltern muslimischer Kinder. An anderen Schulen werde demonstrativ und öffentlich gebetet.
Aufgabe von Freiheit ist kein Zeichen von Toleranz
Das Aufgeben von Freiheit, von Gleichberechtigung und Demokratie sei kein Zeichen von Toleranz und Fortschritt, so Mansour. Es zeuge vielmehr von Einschüchterung, von übertriebener Beflissenheit und von Naivität im Umgang mit antidemokratischen Weltbildern. Es finde eine schleichende Sabotage der Verfassung und der damit verbundenen Rechte statt, die Männern, Frauen und Kindern gleiche Rechte garantiere. Wenn Integration gelingen solle, müssten die Grundrechte überall (!) gelten. Keine Gruppe oder Religion dürfe ihre Normen zur allgemeinen Regel erheben.




