
Zahl der Straftaten rückläufig
Aufklärungsquote liegt bei 61,1 Prozent
Hessens Innenminister Roman Poseck stellte jüngst die neue polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 vor. Danach wurden in Hessen im letzten Jahr 376.981 Straftaten registriert. Ein Rückgang um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da lagen die Zahlen bei 388.226. Vor zehn Jahren gab es 403.000 Straftaten und vor 20 Jahren 441.800. Im Prinzip eine erfreuliche Entwicklung, wenngleich jede einzelne Straftat eine zu viel ist.
Licht und Schatten
Es sei erfreulich, dass die Straßenkriminalität zurückgegangen sei, so Poseck. Dies sei das Ergebnis der Innenstadtoffensive mit verstärkter Polizeipräsenz, Waffenverbotszonen und dem Ausbau von Videoschutzanlagen. Positiv auch der Rückgang der Jugendkriminalität um 11,8 Prozent auf 37.200 Fälle im Vergleich zu 2024 mit 42.200 Fällen. Auch im Bereich des Taschendiebstahls habe es einen deutlichen Rückgang um 25 Prozent gegeben, im Bereich Straßenraub um 15 Prozent sowie beim Fahrraddiebstahl um 11,5 Prozent.
Anstieg der Gewaltkriminalität
In Hessen gab es im Bereich der Gewaltkriminalität im letzten Jahr 16.200 Fälle, ein Plus von 2,4 Prozent bei einer allerdings sehr erfolgreichen Aufklärungsquote von 79,1 Prozent. Ein Trend, der auch bundesweit zu beobachten ist: Die Gewaltkriminalität hat bundesweit mit 217.000 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Besonders besorgniserregend, bei Kindern unter 14 Jahren stieg die Zahl der Gewalttaten zwischen 2019 und 2024 um 67 Prozent deutschlandweit, bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren lag der Zuwachs im selben Zeitraum bei 33 Prozent. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 85.000.
Häusliche Gewalt steigt
Zum Schattenbereich gehört im doppelten Sinne des Wortes die häusliche Gewalt. 2025 wurden gut 13.000 Fälle erfasst, ein Anstieg von 11 Prozent, wobei es hier natürlich eine Dunkelziffer gibt.
Wohnungseinbruchsdiebstahl nimmt ebenfalls zu
Gemessen am absoluten Höchststand vor zehn Jahren bei 11.595 Fällen von Wohnungseinbruchsdiebstahl waren es im letzten Jahr 6770. Im Vergleich von vor zehn Jahren eine „gute“ Zahl. Aber diese 6770 im Jahr 2025 bedeuten leider schon wieder einen Zuwachs von 15,5 Prozent im Vergleich zu 2024. Das Erfreuliche an dieser Thematik ist, dass 43 Prozent der Fälle 2025 im Versuchsstadium geblieben sind. Das heißt, Maßnahmen der Bürger zum Schutz der eigenen Wohnung haben gegriffen. Sicherheitsfenster und -beschläge, Sicherheitsschlösser und viele andere Maßnahmen ebenso Beleuchtung, Videoanlagen und anderes mehr haben ihren Teil dazu beigetragen, dass Einbrecher erfolglos abbrechen mussten. Aber auch hier gilt, jeder Einzelne kann durch individuelles Tun das Sicherheitspotenzial für die eigene Wohnung noch erhöhen.
Gewalt gegen Einsatzkräfte ist ein Trauerspiel
Als Trauerspiel bezeichnete Poseck die Tatsache, dass im Jahr 2025 in Hessen 5500 Einsatzkräfte Opfer von Gewalt wurden. Ein neuer Höchststand, ein Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Anzahl der Opfer bei Rettungsdiensten ist um 7,7 Prozent auf 181 gestiegen. Die Feuerwehr beklagte im Jahr 2025 23 Opfer. Es mache einem fassungslos, wenn man registrieren müsse, dass Menschen, die anderen Menschen helfen wollen, angegriffen werden. Eine Einschätzung, die Pro Polizei-Vorsitzender Hans-Jürgen im Namen des Vorstandes ausdrücklich teilte. Er machte deutlich, dass man nicht akzeptieren könne und nicht akzeptieren werde, dass Polizeibeamte, Sanitäter und Feuerwehrkameraden, die für die Sicherheit und damit die Freiheit des Einzelnen stünden, angegriffen würden. Der Staat müsse hier deutlicher als bisher Mindeststrafen verhängen. Wer einen solchen Angriff tätige, der müsse im Vorhinein wissen, dass er mit mindestens zwei Jahren Gefängnis bedacht werde. Hier sei aber die Politik parteiübergreifend gefordert.
Linksextremistische Gewaltdelikte um 152,6 Prozent gestiegen
Mit Sorge müsse man, so Poseck, auf Straftaten aus dem linksextremen Bereich hinweisen. Wenn Brandanschläge, Angriffe auf Mandatsträger und die Bedrohung jüdischer Bürger zunehmen, würden sich die Grenzen für das friedliche Zusammenleben verschieben. Wer politische Ziele mit Gewalt durchsetzen wolle, stelle sich außerhalb des demokratischen Konsenses. Dabei spiele es keinerlei Rolle, ob sich die Täter auf rechte, linke oder religiös extremistische Ideologien berufen würden. Jede politisch motivierte Kriminalität sei ein Angriff auf den Rechtsstaat.
Prof. Dr. Roman Poseck
(©Paul Schneider, Hessische Staatskanzlei)

