4 Jahre russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine

Wladimir Putin - Leichen pflastern seinen Weg
Kälteterror gegen die Zivilbevölkerung

Einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte seit Stalin, Hitler, Mao Tse-tung, Pol Pot und anderen Diktatoren ist ohne jeden Zweifel Waldimir Putin, der russische Präsident, für den Menschenleben nichts zählen. Er verfüttert seine eigenen Soldaten, häufig genug schlecht ausgebildet, finanziell angeworben teils aus anderen Ländern, nimmt in Kauf, dass geschätzt ca. 1,5 Millionen russische Soldaten gefallen sind oder schwer verwundet wurden, lässt Deserteure, die dem Gemetzel entgehen wollen, von der eigenen Armee foltern. Schreckliche Bilder gab es jüngst zu sehen. An Händen und Füßen zusammengebundene Soldaten, die kopfüber an Bäumen aufgehängt und zusätzlich gefoltert wurden.

Terror gegen die Zivilbevölkerung

Allein im letzten Jahr hat Russland über 54.000 Langstreckendrohnen und mehr als 1900 Raketen und Marschflugkörper auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. Zivile Ziele (!!!). 13 Prozent der Wohnhäuser sind stark beschädigt, rund 3 Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren, mehr als 100 Krankenhäuser, mehr als 100 Schulen und Hunderte von Industriebetrieben wurden zerstört oder stark beschädigt. Beschossen im Übrigen zu Zeiten, als Patienten sich noch in den Krankenhäusern befanden, Kinder in den Schulen. Und jetzt in diesem Winter Kälteterror durch massiven Beschuss der Wärmekraftwerke, Terror gegen die Stromversorgung, um Menschen bei minus 20 Grad zur Flucht zu zwingen. Fast jede Nacht verbringen die Menschen mittlerweile in Schutzbunkern, werden zermürbt vom nächtlichen Fliegeralarm, wissen am anderen Morgen nicht, ob Haus oder Wohnung zerstört wurden, ob die Verwandten überlebt haben. Tausende Ukrainer sind dem Bombenterror zum Opfer gefallen.

Melnyk hatte recht

Andrij Melnyk, der ehemalige Botschafter der Ukraine, war auf Einladung des seinerzeitigen Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer zweimal zu Gast in Wetzlar. Schon 2019 hatte Melnyk in einer öffentlichen Veranstaltung im seinerzeitigen Gasthaus „Tasch“ in der Spilburg davor gewarnt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Russland die Ukraine überfallen werde. So wie sie sich die Krim völkerrechtswidrig einverleibt hätten, würden die Russen auch den Versuch in der Ukraine starten. Man wollte es auf westlicher Seite nicht hören und warf Melnyk Panikmache ebenso vor, wie überzogene Forderungen an den Westen in Sachen Aufrüstung und Verteidigung und Unterstützung der Ukraine zu stellen. Andrij Melnyk hat Recht behalten, leider.

Leichen pflastern den Weg

Der wohl bekannteste Fall war in jüngster Zeit Alexej Nawalny, der vor zwei Jahren in einem russischen Straflager starb, vergiftet mit Epibatidin, ein extrem starkes Nervengift, wie aktuell unabhängig voneinander mehrere Labore bestätigt haben. Staatlich verordneter Mord. In diesem Kontext ist zu erinnern an Anna Politkowskaja, die 2004 vergiftet wurde, Alex Litwinenko im Jahr 2006, Vergiftung von Boris Beresowski im Jahr 2013. Zu erinnern ist an Sergej Skripal, an den Giftanschlag auf Kremlkritiker Anatoli Tschubais im Jahr 2022 oder Putins obersten Abhörspezialisten Anton Tscherepennikow, ein junger Mann von 40 Jahren.

Den ersten Giftanschlag hatte Nawalny im Jahr 2018 noch dank exzellenter medizinischer Behandlung in der Berliner Charité überlebt, um dann, und das war sein Todesurteil, auf eigenes Risiko nach Russland zurückzukehren. Viele haben ihm abgeraten. Leider sollten sie recht behalten.

Peinliche Wissler-Aussage

Die damalige Co-Vorsitzende der SED/Linkspartei, Janine Wissler, hat im Jahr 2020 bei dem Giftanschlag auf Nawalny noch in Frage gestellt, wer hinter dem Anschlag stehe. Es gelte schließlich die Unschuldsvermutung, so die offensichtliche Putin-Freundin.

Melnyk hatte ein zweites Mal recht

In einem Kommentar in der Zeitung „Welt“ hat Melnyk, der heute ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen ist, ausgeführt, dass Putin nie einem wie auch immer gearteten Frieden zustimmen werde, solange er glaube, den Krieg gewinnen zu können.

Mehr Unterstützung nötig

Melnyk fordert deshalb zu Recht mehr Präzisionswaffen, Raketenabfangwaffen, Langstreckenraketen und Drohnen, um im Gegensatz zu Russland militärische Ziele im Hinterland Russlands zerstören zu können: die Waffenstandorte, die Stützpunkte, die Munitionslager und andere strategische Ziele.

Wo bleibt der Taurus?

Melnyk erinnerte daran, dass der heutige Kanzler Friedrich Merz noch in seiner Funktion als Oppositionsführer damals von Olaf Scholz die sofortige Lieferung der Taurus-Raketen gefordert habe, mit denen genau diese strategischen Ziele erreicht werden können. Doch davon ist man weit entfernt. Man liefere, so Melnyk, gerade nach dem Ausfall der USA die Waffen, damit sich die Ukraine noch gerade so gegen Russland verteidigen könne. Es sei dies eine Material- und Menschenschlacht. Ein Ende nicht absehbar.

„Friedensgespräche“ sind ein Spiel mit der Zeit

Es ehrt den Westen durchaus, wenn er glaubt, in der EU einen Friedensgipfel veranstaltet zu haben oder wenn in fernen Ländern Delegationen sich treffen, um über einen Frieden zu sprechen, der mit einem einzigen Federstrich von Putin hergestellt werden könnte. Russland stellt Maximalforderungen, bleibt dabei und nutzt die Zeit, um weiter die Infrastruktur der Ukraine zu zerbomben, die Bevölkerung anzugreifen. Er spielt mit der gnadenlosen Naivität des Westens, und die westlichen Staaten wären sehr gut beraten, wenn sie, von Ungarn abgesehen, gerade die Staaten des ehemaligen Ostblocks, die unmittelbar an Russland grenzen, stärker zu Rate ziehen würden. Diese wissen nämlich, was es heißt, in unmittelbarer Nähe einer Militärdiktatur zu leben, die zum Ziel hat, das ehemalige großrussische Reich wieder auferstehen zu lassen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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