Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verfassungsschutz warnen


China kann Deutschland den Strom abschalten

Photovoltaikanlagen

Im Solarbereich haben chinesische Solarzellen- und Modulhersteller Marktanteile von über 90 Prozent. Diese Solaranlagen haben in der Regel auch sogenannte „Wechselrichter“, die standardmäßig verbaut werden müssen, um den Gleichstrom vom Solardach in nutzbaren Wechselstrom umzuwandeln. Diese Geräte allerdings lassen sich per Internetsignal abschalten, was im Übrigen im November 2024 bereits in den USA und Großbritannien geschah. Seinerzeit durch den chinesischen Wechselrichterhersteller „Deye“. Daraufhin hat Litauen umgehend die Einfuhr von chinesischer Steuerungstechnik für Solar- und Windkraftanlagen sowie Batteriespeicher angeordnet.

In einem politischen Krisenfall könnte damit der Strommarkt erheblich gefährdet sein. Darauf wies das BSI vor einigen Monaten schon hin. Was man wissen muss, chinesische Unternehmen sind nicht wie in Deutschland/Europa irgendwelche freien Unternehmen, sondern sie unterliegen alle dem Einfluss der Kommunistischen Partei und der chinesischen Staatsführung. Sie sind per Gesetz angehalten, mit dem Staat zusammenzuarbeiten, wenn der das für notwendig erachtet.

Windparks

Auch Windkraftanlagen europäischer Herstellung enthalten oft zu über 60 Prozent chinesische Komponenten, die ebenfalls ferngesteuert werden können. Auf der Liste der zehn größten Offshore-Turbinen stehen sieben chinesische Produzenten, die vereinfacht formuliert mit einem Mausklick die Stromerzeugung zum Erliegen bringen können.

Ferngesteuerte Busse

In Norwegen, dem Vorreiter der E-Mobilität, gibt es rund 1350 Elektrobusse chinesischer Produktion, von denen rund 850 von dem Hersteller Yutong stammen, einem der größten Hersteller in China. Norwegen hat im letzten Jahr die Cybersicherheit der dort eingesetzten Busse einmal überprüft und festgestellt, dass die chinesischen Busse von China aus ferngesteuert, gestoppt und auch verriegelt werden können. Das funktioniert dadurch, dass in jedem Bus eine Sim-Karte fest verbaut ist, die im Übrigen über das Netz eines rumänischen Mobilfunkanbieters registriert ist. Das heißt, der Hersteller kann Reparaturen nachverfolgen, kann die Fahrtrouten des einzelnen Busses abrufen, Diagnosedaten und anderes mehr.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt bei vernetzten chinesischen Elektroautos vor Sicherheitsrisiken durch mögliche externe Zugriffe. Zugriffe, die beispielsweise während der Fahrt generierte Daten aufzeichnen und an die Hintergrundsysteme der Hersteller übermitteln, beispielsweise Ortsdaten, Kameradaten, Sensordaten. Fahrzeuge könnten im Extremfall auch von China aus blockiert werden. Alles wichtige Überlegungen, wenn es um Cyberangriffe auf die deutsche Infrastruktur geht.

Smart-Home-Geräte

Auch die sogenannten Smart-Home-Geräte bergen nach Cyberexperten erhebliche Sicherheitsrisiken. Diese Smart-Home-Geräte sind bekanntermaßen häufig im häuslichen Umfeld im Einsatz. Es sind internetfähige Geräte, mit denen man zu Hause Sicherheitskameras, Heizungen, Beleuchtungen oder Haushaltsgeräte kontrollieren und steuern kann. Das allerdings kann auch von China aus gesteuert werden. Deshalb die erhebliche Warnung, sich genau anzuschauen, welche Produkte man kauft und mit welchen Risiken sie verbunden sind.

Sollte es jemals zu einem wie auch immer gearteten Cyberkrieg kommen, was sich in Deutschland ohne jeden Zweifel niemand wünscht, sind dies erhebliche Schwachstellen. Deshalb sind die Warnungen des Verfassungsschutzes, aber auch des Bundesamtes für Sicherheitstechnologie, absolut zutreffend. Eine kommunistische Diktatur wie in China würde keine Sekunde zögern, ohne Skrupel einen größtmöglichen Schaden durch Herbeiführung eines Blackouts herbeizuführen. Und was es heißt, ohne Strom zu sein, können leider viele Menschen in der Ukraine bei dem brutalen Terrorangriff der Russen live erleben.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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