Bei diesem Nachwuchspolitiker kommt Freude auf

Grünen-Chef nennt Söder „Hurensohn“
und rechtfertigt Ladendiebstahl

Dass junge Leute das Privileg haben, gelegentlich einmal über das Ziel hinauszuschießen, ist in Ordnung. Die Frage ist jedoch, wie weit geht jemand? Es gibt einfach Grenzen des guten Geschmackes, Grenzen des Anstandes und Grenzen der Gesetze.

Luis Bobga ist der Co-Chef der Grünen Jugend. Er hat kürzlich Bayerns CSU-Chef Markus Söder einen „Hurensohn“ genannt und sich nach massiven Protesten gefühlt halbherzig entschuldigt. Der Sohn eines Kameruners, der im Münsterland aufgewachsen ist, nennt gleichzeitig Bundeskanzler Friedrich Merz „rassistisch“. Er wirft der Politik vor, Obdachlosigkeit und Armut seien „politisch gewollt“. Ladendiebstahl ist nach seiner Aussage damit gerechtfertigt, dass „5,7 Millionen Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze leben“.

Wer den Kanzler der Nation als Rassist beschimpft, wer allen Ernstes behauptet, Obdachlosigkeit und Armut seien politisch gewollt und „per Gesetz“ verordnet, der ist weit entfernt von der Lebenswirklichkeit. Ein linker Populist, der spaltet, der Argumenten gegenüber nicht zugänglich ist und der die Politik seiner eigenen Partei offensichtlich auch für faul hält. Egal, wie man zu den Grünen steht, zur SPD, zur CDU, es gibt keine (!) Partei, die Armut „per Gesetz“ verordnet. Alle Parteien versuchen, Armut zu begrenzen. Es gibt genügend Unterstützungsmaßnahmen für Menschen, die in Notsituationen sind. Manche sagen, es gibt zu viele. Auch das wäre sicherlich nicht ganz falsch.

Rücktritt fällig

Das kann man alles noch als politische Behauptung eines im Denken klein gebliebenen Gehirns werten. Als politisch verantwortlicher Mensch und stellvertretender Bundesvorsitzender der Grünen Jugend hat Bogda eine herausgehobene Position. Öffentlich Ladendiebstahl, also einen Gesetzesbruch, zu rechtfertigen, ist völlig inakzeptabel. Statistisch leben in Deutschland rund 5 Millionen Menschen an einer wie auch immer zu definierenden Armutsgrenze. Und wenn man jedem zubilligen würde, sich im Laden zu bedienen, dann führt dies zu Anarchie. Denn dann macht jeder Bürger, was er will.

Es ist schon erstaunlich, dass von den Grünen vergleichsweise wenig dazu verlautete und in den überregionalen Medien oder im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk eine sehr vornehme Zurückhaltung an den Tag gelegt wurde. Man stelle sich den berechtigten Aufschrei vor, wenn der Bundesvorsitzende der Jungen Union öffentlich Ladendiebstahl gerechtfertigt hätte. Es wäre das Ende seiner Karriere.

Spätestens hier sieht man einmal mehr das mediale unterschiedliche Gewichten von Aussagen, die Differenzierung, ob sie von links oder von rechts kommen. Diebstahl ist Diebstahl. Rechtsbruch ist Rechtsbruch, egal von wem aus welchen Motiven begangen. Law and Order, Gesetz und Ordnung gilt für jeden Bürger.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe4/2026