So wird die Statistik manipuliert

Angriffe auf christliche Kirchen in Deutschland

Es ist dem christlichen „IdeaSpektrum“ zu verdanken, dass es auf einen eklatanten Mangel in der objektiven Berichterstattung über Brandstiftungen an und in Kirchen sowie Sachbeschädigungen an christlichen Kirchen hingewiesen hat. Es gibt eine „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa“. Diese hat die bundesweite Kriminalstatistik im Hinblick auf christenfeindliche Straftaten als unzureichend kritisiert.

Die seinerzeitige ehemalige Staatssekretärin im Innenministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), hatte erklärt, dass es im Jahr 2023 in der bundesweiten Statistik „Politisch motivierte Kriminalität“ keine Brandanschläge und lediglich 55 Sachbeschädigungen gegeben habe. Diese Darstellung der Statistik sei aus Sicht der Ex-Bundesregierung hinreichend. Im Gegensatz zur Aussage der Bundesregierung hat die Beobachtungsstelle im gleichen Zeitraum 2023 elf Fälle von Brandstiftungen erfasst. Zur Erinnerung: Berlin 0.

Hessen 105 Sachbeschädigungen

Ebenfalls noch einmal zur Erinnerung: Berlin 55 Sachbeschädigungen. Alleine in Hessen hat es im gleichen Zeitraum, so die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD, 105 Fälle von Sachbeschädigungen in und an Kirchen gegeben. In Bayern wird seit 2015 (!) im Schnitt jeden zweiten Tag eine Sachbeschädigung an einer Kirche verübt. Das Gleiche gilt im Übrigen für Baden-Württemberg. Hier ist die Angriffsintensität leider noch höher, und zwar im Schnitt zwei Angriffe pro Tag. Rechnet man die Einzelmeldungen, die aus den Bundesländern nur sporadisch kommen und lückenhaft sind, zusammen, dürfte die Zahl der Sachbeschädigungen inklusive Brände in Deutschland pro Jahr in einer Größenordnung von mindestens 1500 liegen.

Kirchenschändungen nur eine Randnotiz

Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass bei der Gesamtstatistik „Politisch motivierte Kriminalität“ kein besonderer Schwerpunkt auf die Erfassung von Brandanschlägen und Sachbeschädigungen in und an Kirchen gelegt wird. Dies ist leider kein bundesdeutsches Phänomen. Seit Januar 2023 haben in Frankreich 40 Kirchen gebrannt. In Österreich gab es 2023 150 christenfeindliche Hassverbrechen, davon 78 Sachbeschädigungen an Kirchen.

Beispiele für religiösen Frevel

In Öhringen ist der hölzerne Hochaltar zerbrochen worden. In Eslohe im Sauerland sind Altartuch und Kreuz beschädigt worden. In Groß-Gerau wurde eine Bibel auf dem Holzaltar angezündet. In Kürnbach wurden Osterkerze und Altarbibel mit Fäkalien beschmiert. In Mainz wurde das Weihwasser mit Fäkalien verunreinigt sowie Beichtstühle zerstört. In Rüsselsheim sprühten Unbekannte „Tod den Deutsche“ an die Kirche. Auf ein christliches Café in Leipzig gab es mehrere Angriffe aus dem linksextremen Milieu. In Rüsselsheim ist kurz vor Weihnachten in einer Kirche die Krippe geköpft worden. In Köln wurden Wände und religiöse Darstellungen beschmutzt. In Wetzlar-Niedergirmes wurde in der Christuskirche vor zwei Jahren ein Feuer gelegt. In Sellerhausen/Leipzig wurde der Chorraum verwüstet und der Altarraum mit Fäkalien beschmiert. In Thüringen wurde das gesamte Mobiliar einer Kirche ins Freie getragen, das große Kruzifix zerbrochen, Täter ein Afghane… Man könnte leider die Aufzählung fortführen.

Kirchenschändung kein Thema

Moscheebeschädigung Sondersendung

Man muss es leider in dieser immer weniger christlich werdenden Zeit so formulieren. Es wird gefühlt als Normalität angesehen, wenn christliche Kirchen in irgendeiner Form beschädigt werden. Es ist in der Regel maximal eine Randnotiz in einer lokalen Zeitung, wenn überhaupt. Und viele Bürger schauen leider vergleichsweise leichtfertig darüber hinweg. Aber es drückt etwas aus in diesem Staat. Das Christentum ist auf dem Rückzug und mit ihm die damit verbundenen Werte Orientierung, Nächstenliebe, Duldsamkeit, Toleranz. Die Ergebnisse können wir in der gesellschaftlichen Entwicklung, in den Schulen besichtigen. Der Respekt vor Menschen anderen Glaubens sinkt. Der Respekt gegenüber staatlichen Institutionen ist gesunken. Die Verrohung der Gesellschaft hat zugenommen.

In diesem Kontext muss man neidvoll anerkennen, dass Muslime eine völlig andere Beziehung zu ihrem Glauben haben, den man nicht teilen muss und der mit unserem Verständnis von Religionsfreiheit, Glaubensfreiheit, Gleichberechtigung, Trennung von Staat und Kirche nicht viel gemein hat. Aber wenn es irgendwo in Deutschland eine Koranverbrennung geben würde oder Brandstiftung in Moscheen, beides völlig inakzeptabel, genauso inakzeptabel wie die Anschläge auf christliche Kirchen, gäbe es medial Sondersendungen. Spätestens hier kommt das schale Gefühl auf, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Der Respekt gebietet es, alle Religionen so zu nehmen wie sie sind. Aber das schließt nicht aus, in angemessener Form Fehlentwicklungen und Defizite zu benennen. Eine große Aufgabe für Politik, Kirche und Medien!

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe1/2026