Das Verbot von „Muslim Interaktiv“ ist richtig

Grenzziehung gegen schleichende Islamisierung nötig

Vor wenigen Wochen wurde das Forschungszentrum „Globaler Islam“ an der Goethe-Universität Frankfurt unter Leitung von Islamismus-Expertin Professor Susanne Schröter geschlossen. Es war dies die einzige Professur, die sich mit dieser für Deutschland wegweisenden Thematik befasst hat. Wie Professor Schröter mitteilte, wurde als Nachfolgerin eine woke Mexiko-Expertin eingestellt.

Cancel culture

Es reiche in Deutschland schon aus, sich kritisch mit dem Thema Islam und Islamismus auseinanderzusetzen, um als antimuslimischer Rassist denunziert zu werden. In Frankfurt hätten Studenteninitiativen gefordert, dass ihre Bücher nie wieder Gegenstand von Lehre sein dürften. Das erinnert Ältere fatal an die Bücherverbrennung unter den Nationalsozialisten. Wohin das mittlerweile auch in Deutschland führe, könne man daran erkennen, dass liberale Muslime wie Ahmad Mansour oder Seyran Ateş unter Polizeischutz stehen würden, weil sie Angst vor Glaubensbrüdern haben müssten.

Klare Strategie der Fundamentalisten

Viele islamistische und reaktionäre Moslemverbände sind sehr gut miteinander vernetzt, sind kampagnenfähig. Dies hat man im Übrigen bei den Demonstrationen gegen Israel und Pro Palästina in den letzten Jahren hautnah erfahren können. Wenn auf deutschen Straßen, so wie in Hamburg, bei einer Demo, von „Muslim Interaktiv“ organisiert, skandiert wird, dass die Karten neu gemischt werden und der schlafende Riese wieder erwache und man anschließend zur Rechenschaft gezogen werde, so sei dies, so Ahmad Mansour, eine unverhüllte Drohung gegenüber allen Kritikern des Islam, denn „schlafender Riese“ bedeute in der islamistischen Vorstellung keinen Staat, sondern eine göttliche Macht, die am Ende richtet.

Deshalb ist das Verbot von „Muslim Interaktiv“ und ähnlicher Organisationen völlig richtig und notwendig. Wer für das Kalifat ist, wer gegen Israel und Juden hetzt, wer für die Scharia ist, wer eine Unterordnung „islamischen Lebens“ unter eine kalifatische Ordnung fordert, steht in diametralem Widerspruch zur Verfassung, die Garant für Menschenwürde, Rechtsstaat, Gleichberechtigung und Demokratie ist. Es gehört nun einmal zur Strategie genau dieser Kreise, alles, was kritisch angemerkt wird, zu diskreditieren. Wer für ein Kopftuchverbot für Kinder ist, ist islamophob, wer gegen Gebetsräume an Schulen ist, unterdrückt den Islam und die Religionsfreiheit. Wer gegen das Kopftuchtragen bei Lehrerinnen, bei der Polizei oder der Justiz ist, ist gegen die Selbstbestimmung der Frau und leistet damit antimuslimischem Rassismus Vorschub.

Das sind die klassischen Angriffswellen gegenüber Kritikern. Wohin das führt, so Schröter, könne man auch daran erkennen, dass Mädchen von ihren Familien unter Druck gesetzt werden, ein Kopftuch zu tragen, dass in den Schülertoiletten kontrolliert wird, ob muslimische Schüler während des Ramadans heimlich Wasser trinken, dass kontrolliert wird, dass man sich unter islamischen Aspekten „ordentlich“ kleidet und vieles andere mehr.

Eine Fachabteilung „Politischer Islam“ im Innenministerium ist zwingend notwendig

Er habe, so der Herausgeber des Wetzlar-Kurier, Hans-Jürgen Irmer, in seiner Zeit als Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied im Innenausschuss den seinerzeitigen Bundesinnenminister Seehofer aufgefordert, im Bundesinnenministerium dringend eine Fachabteilung „Politischer Islam“ einzurichten, damit Wissenschaftler, liberale, säkulare Muslime dort tätig sein, sich vernetzen können, die als einzige in der Lage sind, die Strukturen und Netzwerke aufzudecken und zu verstehen. Es gibt genügend prominente säkulare Muslime, die sich ob der schleichenden Islamisierung in Deutschland und in Europa große Sorgen machen. Deren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse im Sinne einer Aufklärung zu nutzen, wäre eine wichtige Aufgabe. Deshalb seien entsprechende Stellen im Bundesinnenministerium inklusive Aufbau einer Fachabteilung zwingend notwendig.

Eine Fachabteilung, die nicht nur politische Entscheidungsträger informiert, deren Naivität im Umgang mit dem Islam teilweise grenzenlos naiv ist, sondern auch in der Lage ist, die Bevölkerung über Strukturen und Verbindungen aufzuklären, die in der Lage ist, Netzwerke zu entdecken und zu benennen. Diese Aufklärungsarbeit ist auch nötig im Sinne der Muslime, die in Deutschland leben, arbeiten, Recht und Gesetz anerkennen, ohne ihre Religion zu verleugnen, aber häufig genug in Sippenhaft genommen werden durch diejenigen, die einer Radikalisierung, einer Islamisierung das Wort reden.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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