Einfach nur noch irre Energiepolitik

Die Taliban sprengen die Buddha-Statuen -
Deutschland sprengt die AKW-Kühltürme

Es ist ohne jeden Zweifel ein drastischer Vergleich, den die „Welt“ mit der Sprengung der Buddha-Statuen durch die Taliban gezogen hat. Aber im Kern ist leider viel Wahres dran. Auf der einen Seite die Vernichtung eines Weltkulturerbes durch hirnlose ideologisierte islamistische Taliban, auf der anderen Seite genauso hirnlos das Abschalten der Kernkraftwerke und aktuell das Sprengen der beiden Kühltürme des AKW in Grundremmingen. Als die Kraftwerksblöcke B und C noch in Betrieb waren, haben sie pro Jahr rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Preiswert, verlässlich, CO2-frei. Sie waren damit in der Lage, 4,7 Millionen 4-Personen-Haushalte mit elektrischer Energie zu versorgen.

3 Milliarden für Wiederinbetriebnahme

Mit dem Sprengen der beiden Kühltürme im letzten Monat ist auch die letzte Hoffnung geschwunden, dass man das Kernkraftwerk wieder in den Regelbetrieb überführen kann. Dies hätte Kosten von ca. 3 Milliarden Euro verursacht. Ein lächerlicher Betrag angesichts der gigantischen Strom- und Energiekostensubventionen, die dennoch nicht helfen, Deutschlands Strom so preiswert und jederzeit verfügbar zu machen, dass Deutschland wettbewerbsfähig bleibt.

Deutsche Haushalte zahlen im Mittel 36,5 Cent pro Kilowattstunde. Auch wenn die Industrie in einigen ausgewiesenen Teilbereichen etwas weniger zahlt, sind die Energiepreise für die Wirtschaft, für die energieintensive und mittelständische Industrie immer noch zu hoch. Das Ergebnis kann man aktuell zunehmend begutachten. Die Produktion bricht ein. Industrieunternehmen verlagern ihre Produktionsstätten ins Ausland. Arbeitsplätze werden abgebaut. Die Zahl der Firmenpleiten nimmt dramatisch zu.

Energiesicherheit ein Fremdwort

Jeder weiß, das Risiko eines Blackouts in groß- oder kleinräumigem Format nimmt dramatisch zu. Bis jetzt konnte das in größerem Umfang noch vermieden werden, weil Deutschland häufig genug Kernkraftstrom und gelegentlich aus Kohlekraft erzeugten Strom aus dem Ausland zukaufen konnte, wenn die Sonne nicht schien und der Wind nicht wehte. Allein für die erzeugte Menge von Strom aus dem Kernkraftwerk Grundremmingen bräuchte man rund 1500 Windkraftanlagen, die aber allesamt nichts bringen, wenn kein Wind weht.

Aus Gas aussteigen, aber Gaskraftwerke bauen

Selbst Ex-Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) hat erkannt, dass erneuerbare Energien volatil, also nicht zuverlässig verfügbar sind. Stromtrassen, Stromspeicher gibt es nicht ansatzweise, um den ständig steigenden Strommehrbedarf abzudecken. Ergo handelte er einen Gas-Deal mit Katar aus, um u.a. mit diesem Gas 40 neue Gaskraftwerke zu beliefern. Einerseits will man aus fossilen Energien heraus, andererseits baut man geplant 40 Gaskraftwerke, von denen noch nicht ein einziges steht. Subventionen staatlicherseits sind eigentlich geplant, werden von der EU allerdings geblockt. Und mittlerweile hat man festgestellt, dass die 40 geplanten Gaskraftwerke vermutlich nicht ansatzweise reichen. Man diskutiert jetzt über 70. Wohlgemerkt, kein einziges steht. Kernkraft ist abgeschaltet, steht als Grundlast nicht mehr zur Verfügung. Die letzten wenigen Kohlekraftwerke sollen nach Möglichkeit in den nächsten gut fünf Jahren abgeschaltet werden. Alternativen hat man keine, es sei denn, man importiert weiter teuren Strom aus dem Ausland.

Gleichzeitig verteuert man die Energiekosten zusätzlich durch steigende CO2-Abgaben, die es weder in Indien, China, Russland oder den USA gibt, und benachteiligt damit europäische und vor allem deutsche Unternehmen. Im Übrigen natürlich auch eine Verteuerung für den Verbraucher, denn mit jeder Erhöhung des CO2-Preises pro Tonne Ausstoß verteuern sich sämtliche hergestellten Produkte. Diese erhöhten Kosten werden logischerweise auf den Konsumenten, auf die Bürger umgelegt. Und das Irre ist, man muss es leider so formulieren, 90 Prozent der Länder weltweit beteiligen sich nicht (!!!) an der CO2-Reduktion. Aber Deutschland mit einem Anteil von etwa 1,4 Prozent an der CO2-Produktion glaubt, das Weltklima retten zu können.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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