
CDU-Haiger fordert mehr Lärmschutz durch die Bahn und
plädiert für einen besseren Anschluss Haigers an den Personenfernverkehr
Um das Rheintal zu entlasten, will die Bahn zukünftig verstärkt Güterverkehr durch Mittelhessen leiten. Die Planungen dazu laufen auf Hochtouren. Konkret geht es um den Streckenabschnitt zwischen Hanau und Hagen. Die Bahn spricht von rund 100 zusätzlichen Zügen pro Tag bzw. Nacht. „Als CDU-Haiger begrüßen wir es grundsätzlich, wenn mehr Verkehr von Straße auf Schiene verlegt wird, aber in dem geplanten Umfang würde das mit einer erheblichen Lärmbelästigung der Menschen im Raum Haiger und einer starken Wertminderung von privaten Immobilien einhergehen“, so Haigers CDU-Chef Sebastian Pulfrich. Laut Umweltbundesamt fühlt sich gut ein Drittel der Deutschen durch Schienenverkehrslärm gestört oder belästigt. Im Rahmen des Ausbaus der Strecke Hanau / Hagen wird im Haigerer Ortsteil Dillbrecht zudem ein neues Tunnelsystem gebaut. Der aktuelle Tunnel aus 1915 entspricht nicht mehr den heutigen Vorgaben und wäre bei der geplanten Erhöhung des Zugverkehrs nicht nutzbar. Wie auf der Seite der Bahn zu lesen ist, wird der neue Tunnel mit zwei eingleisigen Tunnelröhren gebaut. Die beiden Tunnelröhren haben jeweils eine Länge von 3.058 Metern und einen Abstand von knapp 30 Metern zueinander. Sie werden 70 Meter südwestlich des bestehenden Tunnels liegen. „Hier wünschen wir uns eine transparente Mitnahme des betroffenen Ortsteils Dillbrecht, um Ängste abzubauen“, fordert CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Thielmann. Für die CDU ist klar, dass bei der geplanten Zunahme an Güter- und Personenverkehr technisch so nachgebessert werden muss, dass die Anwohner eine erhebliche Lärmreduzierung erfahren. Dies gelingt beispielsweise durch sog. „Flüsterbremsen“. Durch diese verringert sich der von den Wagen ausgehende Krach um 10 Dezibel. Eine solche Reduzierung empfindet das menschliche Ohr als eine Halbierung des Lärms. Die Güterwagen der Deutschen Bahn sind im Durchschnitt rund 30 Jahre alt. Beim Umbau auf „Flüsterbremsen“ wurden ihre metallischen Grauguss-Bremsbacken gegen Verbundwerkstoffe aus Kautschuk, Harz und Metallpartikeln ausgetauscht. Personenzüge und Güterzüge mit neuer Bremstechnik haben im Abstand von sieben Metern in etwa eine Lautstärke von 80 dB(A). Ein Presslufthammer liegt von der Lärmbelästigung knapp darüber. Auch ein präventives Schleifen der Schienen wäre eine zusätzliche Möglichkeit der Lärmreduzierung. „Wenn auf einmal rund 100 Züge mehr durch unsere betroffenen Dörfer rollen, ist das eine nicht hinnehmbare Situation und die Bahn steht in der Pflicht“, so CDU-Mitglied Marco Hees aus Rodenbach. Neben den „Flüsterbremsen“ und dem präventiven Abschleifen der Gleise fordern Haigers Christdemokraten einen verbesserten Lärmschutz durch Schallschutzwände. Auch eine verbesserte Lärmreduzierung der Loks durch einen entsprechenden Schallschutz an den Fahrzeugen wäre wünschenswert. „Gerade im Ortsteil Sechshelden sind wir durch Bundesstraße, Autobahn und Bahn massiv betroffen und wir fordern mit Nachdruck, dass nicht noch mehr Lärmbelästigung hinzukommt“, so CDU-Vorstandsmitglied Christian Klein. Im Zusammenhang mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen an der Strecke Hanau - Hagen fordert die Haigerer CDU erneut, dass man in den Planungen eine bessere Anbindung Haigers an den Personenfernverkehr berücksichtigen sollte. „Diese Chance sollte zum Wohle unserer Pendler und zum Schutz der Umwelt genutzt werden“, ist sich Haigers CDU-Fraktionsmitglied Manuel Georg sicher.
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In Rodenbach liegen viele Wohnhäuser direkt an der Bahntrasse und wären durch ein verstärktes Zugaufkommen massiv betroffen. 

