
Berechtigte Verärgerung in der Theodor-Heuss-Schule
Kreis soll Turnhallenversprechen einlösen
Der Kreistag des Lahn-Dill-Kreises hat am 18. September 2017 auf Initiative der damaligen CDU-Kreistagsfraktion das Bauvorhaben Schulzentrum Frankfurter Straße beschlossen. Zu diesem Gesamtpaket gehört die Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule in Neubauqualität, der Abriss und Neubau der Goetheschule am Standort Frankfurter Straße, das ist bekanntermaßen erfolgt, und der Neubau der Theodor-Heuss-Schule (auch erfolgt) nebst einer Zweifelder-Sporthalle.
Was seinerzeit schon verwunderte, war die Tatsache, dass die neue Sporthalle nicht parallel zur Theodor-Heuss-Schule gebaut wurde, sondern erst ein bis zwei Jahre später der Neubau erfolgen sollte. In der Zwischenzeit sollte die Theodor-Heuss-Schule weiterhin die Sporthalle in der Frankfurter Straße nutzen, die sie auch bisher genutzt hatte, und zwar gemeinsam mit der Käthe-Kollwitz-Schule. Abweichend von dieser Beschlusslage und der ursprünglichen Planung wurde im weiteren Verlauf der Bau einer Dreifelder-Sporthalle durch den gleichen Investor, der auch das Parkhaus gebaut hat, verfolgt. Diese Halle sollte bis nachmittags 15.30 Uhr für den Schulsport der Theodor-Heuss-Schule zur Verfügung stehen. Dafür sollte der Investor eine Nutzungsentschädigung durch den Schulträger erhalten. Am Nachmittag war eine Nutzung für den Rollstuhlsportverein vorgesehen, für die HSG Wetzlar und u.a. das Sprintteam. Über diese Pläne bestand Einigkeit. Sie wurden final im Juni 2023 abgestimmt.
Falsche Zahlen
Fehlende Kommunikation
In Form eines Offenen Briefes an die im Kreistag vertretenen Fraktionen haben Schulleitung, Personalrat, Schulsprecher und Schulelternbeirat sich aktuell über die Form und die Art der Kommunikation der Darstellung in der heimischen Presse bitter beschwert. Nach diesem kurzen geschichtlichen Rückblick erklärten die Beteiligten in ihrem Offenen Brief, dass die Schule einerseits immer wieder nachgefragt habe, wie denn der Stand des Neubaus sei, zuletzt am 3. September 2025. Anstatt mit der Schule darüber zu kommunizieren, wie die Situation ist, habe die Schule, so die Unterzeichner, aus der Tagespresse entnommen, dass eine eigene Sporthalle für die Theodor-Heuss-Schule derzeit nicht realistisch sei.
In dem Artikel in der WNZ werde der Eindruck erweckt, dass es kein Problem sei, den Sportunterricht ohne den Neubau einer Halle abzudecken. Dies sei völlig falsch. Tatsache sei, dass sowohl die Theodor-Heuss- als auch die Käthe-Kollwitz-Schule den Sportunterricht in einigen Schulformen nicht wie vorgeschrieben abdecken könnten. 63 Sportstunden pro Woche könnten so nicht erteilt werden. Ein Problem, das durch den ursprünglichen Bau einer Zweifelder-Halle gelöst werden sollte.
In der Berichterstattung in der Tageszeitung sei der Eindruck erweckt worden, der TV Wetzlar habe eine „Halle“, über die man verfügen könne. Dies sei falsch, und jeder der die Situation vor Ort kennt, weiß, dass es falsch ist. Es sind lediglich kleinere Übungsräume, wo man vielleicht das Tanzbein schwingen kann, aber Schulsportarten sind dort nicht möglich. Auch wenn der Cube eine tolle Einrichtung sei, stelle dies keinen Ersatz für eine „richtige“ Schulsporthalle dar. Dies dürfte jedem Insider bekannt sein. Deshalb sei der Cube nur in begrenztem Umfang nutzbar.
Schulsportunterricht bedeute, dass inhaltliche Vorgaben einzuhalten seien. Darüber würden sich die Verfasser des Artikels überhaupt keine Gedanken machen. Und dass eine Schule mit ca. 1500 Schülern eine eigene Sporthalle benötigt, dürfte jeder wissen, der sich mit Pädagogik, Unterricht und Schulsport jemals befasst hat. Falsch auch die Behauptung, dass die Schüler „nur“ 700 Meter zu laufen hätten, um zur alten Halle zu kommen. Für diesen Fußweg benötigten die Schüler, die nicht nur hin, sondern auch zurück müssten, geschätzt 20 Minuten, nicht zuletzt durch die zahlreichen Ampeln die zu überwinden seien, so dass sich die Netto-Sportunterrichtszeit dadurch deutlich reduziere, selbst wenn man versuche, den Schulsport an die Randstunden zu legen.
Bereit zur Kommunikation
Es sei schade, dass man aus der Presse erfahren habe, was von Seiten des Kreises geplant sei, statt mit den Betroffenen vorher darüber zu reden. Was schmerze, sei, dass man sich auf Beschlusslagen und Zusagen nicht verlassen könne. Man sei immer bereit gewesen, Kompromisse einzugehen, auch Interimslösungen zu ertragen, aber am Ende des Tages müsse eine klare Perspektive vorhanden sein. Man sei jederzeit bereit, das Gespräch mit dem Kreis aufzunehmen. Aber man erwarte, dass Zusagen eingehalten werden.




