Der Mord an Charlie Kirk

Moralische Bankrotterklärung deutscher Medien
Dank an den Linken Bernie Sanders

Harald Martenstein, ein Journalist wie man ihn in Deutschland leider nur noch selten findet, regelmäßiger Kolumnenschreiber in der „Welt am Sonntag“, hat zum Mord an Charlie Kirk, einen bekennenden Linken in den USA, Bernie Sanders, zitiert und als leuchtendes Beispiel (zu Recht) hervorgehoben.

Sanders fand zum Mord an Kirk folgende Worte, in Kurzform wiedergegeben: „Jemand, mit dem ich in fast jeder Frage völlig anderer Meinung war, der aber ganz eindeutig ein sehr kluger und einflussreicher Kommunikator und Organisator war – und jemand, der keine Angst hatte, … sich öffentlich zu engagieren. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie. Eine freie und demokratische Gesellschaft… beruht auf der Voraussetzung, dass Leute ihre Meinung aussprechen und sich organisieren können, ohne Angst davor haben zu müssen, getötet, verletzt oder gedemütigt zu werden. Das ist die Grundlage von Freiheit und Demokratie. Sie haben eine andere Meinung? Gut. Ich habe eine andere Meinung? Gut. Diskutieren wir darüber! Politische Gewalt ist in Wahrheit ein Zeichen von Feigheit. Gewalt bedeutet, dass jemand die Leute nicht von der Richtigkeit seiner Ideen überzeugen kann.“

Moralische Bankrotterklärung

Martenstein, der früher 33 Jahre Redakteur des „Tagesspiegel“ in Berlin war und das Abonnement jetzt gekündigt hat, weil der Tagesspiegel „Tod eines Brandstifters“ titelte, hat zu Recht von der moralischen Bankrotterklärung einiger deutscher Medien berichtet. Der Tagesspiegel gehört ohne jeden Zweifel ebenso wie das ZDF dazu. Wer nicht einmal im Angesicht des Todes politische Differenzen für eine Weile vergessen und mitmenschlich reagieren könne, so Martenstein, sei moralisch bankrott. Kirk wurden Gewaltphantasien gegen Homosexuelle angedichtet. So unter anderem von Elmar Theveßen vom ZDF oder auch in dem Fall vom US-Bestsellerautor Stephen King, der sich später allerdings dafür entschuldigte. Wer Ermordete, so Martenstein, mit erfundener übler Nachrede bewerfe, um den Mord irgendwie berechtigt erscheinen zu lassen (wozu sonst?), sei nicht mehr weit von der Komplizenschaft entfernt.

Und im christlichen „IdeaSpektrum“ schrieb Idea-Leiterin Daniela Städter, dass derjenige, der Gewalt anwende, immer allein schuldig bleibe, unabhängig davon, wie sehr er verbal polarisiert habe. Wer in Kommentaren den Eindruck erwecke, Gewalt sei nicht so schlimm, wenn es den „Richtigen“ treffe, der offenbare ein erschreckendes Maß an Menschenverachtung. Es gehe um die von Gott gegebene unantastbare Würde eines jeden Menschen. Diese Würde gelte unabhängig von Religion, Herkunft, Charakter oder Haltung. Wer Opfer nach Sympathie sortiere, der mache den Weg frei für eine Kultur, die Feindbilder höherstelle als die Würde des Einzelnen. Recht hat sie.

Kirk war bekannt dafür, dass er seine Meinung, die man nicht teilen muss, in direkter Konfrontation gerade an amerikanischen Universitäten zur Diskussion stellte, seine kritische Einstellung zum Islam, der Hinweis, dass es (selbstverständlich) nur zwei Geschlechter gebe oder dass Abtreibung Massenmord sei. Niemand muss diese Auffassungen inhaltlich teilen. Aber jeder hat das Recht, diese frei von Bedrohung öffentlich äußern zu dürfen. Der ehemalige Kultursenator von Berlin, Joe Chialo, selbst mit Migrationshintergrund, hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass ein Satz wie „Der hat doch ständig polarisiert, der hat es ja herausgefordert“ völlig indiskutabel sei. Diejenigen, die diese Auffassung vertreten würden, relativierten ein Verbrechen, indem das Opfer in die Mitverantwortung einbezogen werde. Eine subtile Täter-Opfer-Umkehr, die Gewalt indirekt legitimiere. Der Grundsatz, dass Gewalt kein Mittel der Auseinandersetzung sein darf, verliere an Selbstverständlichkeit.

Wenn in Deutschland Gewalt „klammheimlich“ oder „subtil“ oder „relativierend“ gerechtfertigt wird, weil sie die „Richtigen“ trifft, dann steht Deutschland vor schweren Zeiten. Es muss der alte Grundsatz gelten: Gewalt, gegen wen auch immer, darf nie (!) ein Mittel der Auseinandersetzung werden.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe1/2026