Windkraftanlagen
Worüber man bewusst nicht spricht

Roland Tichy (tichys einblick.de) hat jetzt ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Der Klima- und Energiekomplex“, das unter www.tichyseinblick.shop zum Preis von 14,80 Euro käuflich zu erwerben ist.

Ein Buch, das spannender ist als jeder Kriminalroman, denn wenn man beispielsweise den Beitrag von Holger Douglas zum Thema Windräder liest, kann man ermessen, wie spannend das Buch ist. Douglas weist darauf hin, dass in Deutschland Brände von Windrädern nicht erfasst werden, die sich bei Bau oder Betrieb ereignen. Die Lobbyvereinigung Bundesverband Windenergie meldet jährlich fünf bis zehn Brände. Eine Zahl, die mit äußerster Vorsicht zu betrachten ist, da häufig nur regional von Bränden berichtet wird. Aktuell in Kirchheimbolanden, in Bad Bentheim, im Landkreis Greifswald, um nur wenige aktuelle Fälle aufzugreifen.

Gefahr für Umwelt und Natur

Der Deutsche Feuerwehrverband mit Sitz in Berlin hat berichtet, dass man Brände in Windkraftanlagen nur versuchen kann, kontrolliert abbrennen zu lassen.

Ökologische Katastrophe

In einer Gondel eines Windrades können bis zu 700 Liter Getriebeöl enthalten sein, 200 Liter Hydrauliköl und bis zu 50 Liter Schmierstoffe für Fett in Lagern und anderen beweglichen Teilen. Brände, so Douglas, können insbesondere in der Gondel, im Turm und in der Umspannstation entstehen. Ursache dafür sind Blitzschlag, Fehler in elektrischen Einrichtungen, Funkenflug durch Überlastung mechanischer Bremsen, feuergefährliches Arbeiten im Rahmen von Wartungs- und Reparaturarbeiten… Bei einem Brand entstehen dann toxische Gase wie Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Stickoxide (NOx), Dioxine und Furane und anderes mehr.

Waldvernichtung

In Deutschland gibt es rund 30.000 Windkraftanlagen Onshore und Offshore, die Gigantisches an Baustoffen verschlingen. So benötigt man für ein Fundament bis zu 3000 Tonnen Stahlbeton. Der Durchmesser solcher Fundamente liegt bei 20 bis 30 Metern, die Tiefe bei 3 bis 5 Metern, also fast so groß wie ein Einfamilienhaus. Mehrere 100 Tonnen Bewehrungsstahl werden verarbeitet, um die Windlasten abzufangen. Die Herstellung eines einzigen Fundaments verursacht bereits beim Bau etwa 1000 Tonnen CO2, vor allem durch die Zementproduktion. Rein theoretisch besteht zwar eine gesetzliche Rückbauverpflichtung, doch wer glaubt allen Ernstes daran, dass in 20 Jahren diese gigantischen Massen an Beton aus dem Erdboden wieder entfernt werden?

Nicht zu vergessen, dass für die Installation von Windkraftanlagen gerade in den Wäldern, nehmen wir das traurige Beispiel des Märchenwaldes der Gebrüder Grimm bei Kassel im Reinhardswald, Schneisen und Trassen in den Wald geschlagen, verfestigt werden, um die Giganten zum geplanten Standort zu fahren, denn die Länge eines Windkraftflügels hat in etwa die Ausmaße der Flügelspannweite eines Airbus A380.

Umweltsünden

Nicht eingerechnet zu den genannten Problemen, dass viele der Rotorblätter meist aus glas- oder kohlefaserverstärkten Kunststoffen (GFK) bestehen, die im Inneren mit Balsaholz stabilisiert werden. Werthaltiges Holz, das hierzulande nicht verfügbar ist, aber im tropischen Regenwald. Aber der ist ja weit weg. Nicht zu vergessen: Wertverlust bei der Immobilie, Wertverlust der Kulturlandschaft, Infraschall. Problematisch aber auch der Einsatz der sogenannten Ewigkeitschemikalien, den sogenannten PFAS, die nach einer Studie des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz in Wildschweinlebern nachgewiesen wurden.
Sie entstehen beim Abrieb der Rotorblätter von den Windkraftanlagen. Zum Abrieb der Rotorblätter kommen Schwermetalle wie Zink, Aluminium und Indium hinzu, die im Übrigen bei Offshore-Windparks in Meeresfrüchten nachgewiesen wurden, was auf eine Kontamination der Marinen-Nahrungskette deutet.

Windkraft ohne Kraftwerk geht nicht

Die Politik träumt immer noch davon, je mehr Windräder, desto mehr umweltfreundlicher und preiswerter Strom. Über die Umweltfreundlichkeit ist gerade genügend gesprochen worden, und was den Preis angeht, Windkraftanlagen sind aus mehreren Gründen besonders teuer, denn wenn es Starkwind gibt, dann mit Stromüberschuss, führt dies zu sogenannten negativen Börsenpreisen. Das heißt, die Produzenten zahlen dafür, dass ihnen jemand den Stromüberschuss im Nachbarland abnimmt. Das Geld davon bekommen sie natürlich vom deutschen Steuerzahler. Und wenn es eine Flaute gibt, muss man entweder im Ausland Strom zukaufen, wieder ist der Steuerzahler der Dumme, oder aber es müssen Gaskraftwerke einspringen, die nicht zur Verfügung stehen, und von denen man annähernd Minimum 20 bis 25 benötigt mit einem Milliardenvolumen. Wer zahlt es? Natürlich der Steuerzahler.

Gefährdetes Netz

Eins der großen Probleme besteht darin, dass das Stromnetz immer wackeliger wird. Das heißt, Stromausfall, auch regional, bzw. großflächig kommt häufiger vor, durchaus auch mit unterschiedlichen Ursachen. Alleine im Jahr 2023 mussten die deutschen Übertragungsnetzbetreiber mehr als 15.000 Eingriffe (!) wegen Spannungsschwankungen vornehmen. Zehnmal so viel wie noch vor zehn Jahren. Der Grund liegt auf der Hand: unvorhersehbare Einspeisespitzen durch Wind und Sonne. Diese Eingriffe, Redispatch genannt, nämlich Abriegelung, kosten Milliarden. Wer zahlt das? Der Stromkunde oder der Steuerzahler.

Kein Wind, keine Energie

Man kann die 30.000 Windkraftanlagen auf 40.000 oder 50.000 erhöhen mit allen negativen Konsequenzen, die hier beschrieben wurden. Wenn kein Wind weht, eine Binsenweisheit, gibt es auch keinen durch Windkraft erzeugten Strom. Das heißt, es wird immer zwingend grundlastfähige Kraftwerke geben müssen, da Stromspeicher nicht in der benötigten Intensität vorhanden sind und der Wind auch extrem unterschiedlich weht. Das Jahr hat 8760 Stunden. Windräder auf See, die besonders hohen Belastungen ausgesetzt sind, kommen auf etwa 3800 bis 4500 Volllaststunden. In Norddeutschland kalkuliert man mit 2200 bis 2800 Volllaststunden. Im Binnenland, wie in Hessen, kommt man durchschnittlich auf 1600 bis 2000, und in Schwachwind-Regionen wie Süddeutschland kann die Zahl sogar auf unter 1500 Stunden sinken. Das alles bei dramatisch steigendem Strommehrbedarf. Spätestens hier wird klar, dass die Energiewende in Deutschland gescheitert ist.

Lesenswertes Buch

Deshalb lohnt sich ein Blick in das von Roland Tichy herausgegebene Buch mit dem Titel „Der Klima- und Energiekomplex“, 140 Seiten, Kosten 14,80 Euro.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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