Professor Dr. Fritz Vahrenholt:

Die CO2-Politik ist wirkungslos und wird immer teurer
NASA bestätigt: Erderwärmung nur zu 20 Prozent auf CO2 zurückzuführen

Er ist Sozialdemokrat, er ist Wissenschaftler und nur der Wissenschaft verpflichtet. Ein Mann, den die Klima-Lobby fürchtet, denn Klimapolitik ist mittlerweile ein einträgliches Geschäft und vor allen Dingen ein teures für die Bürger. Professor Vahrenholt war einer der ersten, die darauf hingewiesen haben, dass die Klimaerwärmung nicht zu 100 Prozent menschengemacht ist. Er hat dafür Kritik eingesteckt, ist aber jetzt aktuell von der NASA einmal mehr bestätigt worden.

Ursache der Erwärmung

Geographen und Klimaforscher wissen, dass es natürliche Klimazyklen gibt, die im Abstand von etwa sieben Jahren auftreten, die sogenannten El Niños, das heißt, es wird wärmer, und La Niñas, es wird kälter. Aktuell geht die US-amerikanische Wetter- und Ozeanographie-Behörde davon aus, dass sich bis September eine kalte La-Niña-Phase entwickeln wird.

Saubere Luft bedeutet mehr kurzwellige Sonneneinstrahlung

Neben diesem natürlichen El Niño- bzw. La Niña-Effekt, den es seit Jahrhunderten gibt, nimmt die Durchlässigkeit der Wolken, so Vahrenholt, für kurzwellige Sonnenstrahlung zu. Dies führe zu einer Zunahme der Sonnenscheindauer weltweit. Und mehr Sonneneinstrahlung bedeute logischerweise mehr Erwärmung. Er habe im August 2023 auf diesen Effekt hingewiesen, denn im Vergleich zu den 80er Jahren habe man heute in Europa rund 250 Stunden mehr Sonnenschein pro Jahr. Eine der möglichen Ursachen sei für ihn, so Vahrenholt, damals schon gewesen, dass dies mit dem Rückgang der Aerosole, also den Staubteilchen in der Luft, zu tun habe, und zwar wegen der Verringerung der im Prinzip ja positiven und gewollten Luftverschmutzung. Diese Staubteilchen allerdings, dienten als Kondensationskeime und förderten die Wolkenbildung.

Diese Verringerung der Luftverschmutzung als Ursache ist aktuell durch die Wissenschaft bestätigt worden. Nachweislich besonders sichtbar: Nachdem die Internationale Schiffsorganisation IMO den Einsatz von hochschwefelhaltigen Treibstoffen durch Schiffe verboten hat, gab es einen Rückgang der schwefelhaltigen Emissionen auf den Weltmeeren um 77 Prozent, indem der maximale Schwefelgehalt des Schiffsdiesels von 3,5 auf 0,5 Prozent reduziert wurde. Dadurch ging die Wolkenbildung zurück, und die kurzwellige Sonneneinstrahlung nahm zu, so dass der CO2-Anteil an der Erwärmung seit 2020 maximal 20 Prozent beträgt, wobei man hinzufügen muss, so Vahrenholt, dass die Zunahme der Sonneneinstrahlung nicht erst 2020 startete, sondern schon seit 2004 und verstärkt ab 2014, da seit dieser Zeit durch umfangreiche Luftreinhaltungsmaßnahmen es zur Verdünnung der Wolken kam, so dass logischerweise mehr Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche kommt.

Hans-Rolf Dübal und er selbst, so Vahrenholt, hätten dies bereits 2021 im Wissenschaftsjournal „Atmosphere“ publiziert, in der zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Erwärmung der letzten 20 Jahre lediglich zu 20 Prozent auf CO2 zurückzuführen ist. Genau zu diesem Ergebnis ist aktuell die NASA gekommen.

Politik muss aufwachen

CO2-Politik ist wirkungslos und wird immer teurer

Die in Deutschland bestimmende Klimapolitik beruhe auf eklatanten Fehlannahmen, so Vahrenholt, und sei geprägt von ökonomischer Unvernunft. Sie versuche bis 2045 die CO2-Emission auf Null zu bringen. Dazu dienten Verbote, wie Verbrennerverbot, Heizungsverbot, Kraftwerksausstieg sowie ein Dickicht von Maßnahmen, die die Bürger mit immer höheren CO2-Kosten belasteten. Die zusätzlichen Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds des Bundes, mit dem u.a. die steigenden Kosten der EEG-Umlage bezahlt werden. Diese steige 2024 von geplanten 10 Milliarden Euro auf etwa 20 Milliarden. Immer dann, wenn zu viel Sonnen- und Windstrom produziert werde und der Strompreis an der Börse wegen des Stromüberangebots zusammenbreche, erhielten die Investoren der Wind- und Solaranlagen trotzdem den für 20 Jahre zugesagten höheren Einspeisetarif.

Um diese steigenden Kosten und zusätzlich auch das Förderprogramm für Wärmepumpen zu finanzieren, müssten weitere CO2-Steuern für die Bürger erfunden werden. Schon die Einführung einer CO2-Maut bringt eine zusätzliche Belastung von 7 Milliarden Euro, die die Konsumenten zu tragen haben. Die Belastung der Industrie durch CO2-Zertifikate spüle 7,6 Milliarden Euro in den Klima- und Transformationsfonds. Die CO2-Abgabe für Gas, Öl, Benzin und Diesel stieg 2023 auf 10,7 Milliarden Euro. Diese Abgabe wurde in diesem Jahr von 30 auf 45 Euro pro Tonne CO2 erhöht. Dadurch werden den Bürgern 16 weitere Milliarden aus den Taschen gezogen. Im nächsten Jahr soll die CO2-Abgabe dann auf 55 Euro pro Tonne steigen. Noch einmal 19,5 Milliarden mehr von den Bürgern für Habecks Klima- und Transformationsfonds.

Wahnwitzige Belastung

Vereinfacht ausgedrückt: Ein durchschnittlicher Bürger zahlt in diesem Jahr 175 Euro CO2-Steuer für die Ölheizung bei einer 90-Quadratmeter-Musterwohnung, 111 Euro für die Gasheizung. Für die Nutzung des Autos zahlt er 12,8 Cent pro Liter Benzin und 14,33 Cent für den Liter Diesel. Bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern sind das rund 150 Euro CO2-Kosten. Im nächsten Jahr steigen diese CO2-Kosten auf 215 Euro für die Ölheizung und 185 für den Kraftstoff.

Irrer deutscher Alleingang

Nun könne man ja einwenden, dass es sinnvoll sei, klimaschädliche CO2-Emissionen teurer zu machen, um sie zu verringern. Aber mit einer Verringerung des Gas- und Ölverbrauchs im Alleingang (!) nur in Deutschland werde kein einziges Gramm CO2 vermieden, denn durch die Senkung der Nachfrage in Deutschland werde kein Kubikmeter Gas oder Barrel Öl weniger weltweit gefördert. Der deutsche Alleingang habe zur Folge, dass die eingesparten Mengen an anderer Stelle der Welt preiswerter verbraucht würden. Es könne dadurch sogar zu einer Zunahme der CO2-Emissionen führen, wenn beispielsweise im Falle der Industrie aufgrund hoher CO2-Preise in Deutschland (Wegfall der Arbeitsplätze) Industrie nach China verlagert werde.

Hintergrund ist, dass China pro 1000 Dollar Bruttoinlandsprodukt eine CO2-Emission von 0,5 Tonnen hat, in Deutschland sind dies 0,15 Tonnen. Das heißt, jede Verlagerung eines Arbeitsplatzes führt zu einer Erhöhung um das Dreifache der mit der Herstellung des Produktes verbundenen CO2-Emission.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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