Treppenwitz oder kompletter Realitätsverlust?

Ricarda Lang „Aufsteigerin“ des Jahres

Im ersten Moment wird er unbefangene Leser sicherlich an einen verspäteten Aprilscherz denken, doch der April ist tatsächlich vorbei und die Auszeichnung hat es tatsächlich gegeben, und zwar justament einen Tag nach der verheerenden Wahlklatsche der Grünen bei der Europawahl. Das Magazin „Politik und Kommunikation“ und die Quadriga-Hochschule zeichnen Politiker seit Jahren aus, die durch „außergewöhnliche“ Leistungen aufgefallen sind. Ricarda Lang kann man sicherlich konstatieren, dass sie trotz ihrer Biografie, keine abgeschlossene Berufsausbildung, Studium nicht erfolgreich zu Ende gebracht, bei der Direktwahl im Wahlkreis vor Ort weit abgeschlagen hinter den Konkurrenten liegend, dass sie trotz dieser Tatsachen es geschafft hat an die Spitze der Grünen zu kommen. Das sagt aber vieles aus über den Zustand der Grünen in Deutschland.

Es zeigt aber auch in welcher Blase die Berliner Politik teilweise lebt. Wenn jemand zwar in Form eines Sturmgewehres für die Grünen losplappern kann, ohne dass das Gegenüber die Chance hat, Argumente überhaupt nur vorzutragen und anwesende Vertreter des öffentlichen Lebens applaudieren ohne das Leistung im wahrsten Sinne des Wortes gegenübersteht, ist dies nur noch als peinlich zu bezeichnen oder auch mutig, dass jemand wie Ricarda Lang den Preis bei der Situation Deutschlands, bei der Situation der Ampel und bei der Situation der Grünen noch entgegennahm. Die intellektuelle Dürftigkeit von Deutschlands Führungsriege nimmt immer dramatischere Ausmaße an.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe7/2024