Katrin Göring-Eckardt

Neorassistin in grünem Gewand

Die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ist schon in der Vergangenheit durch deutschfeindliche Zitate aufgefallen. Zu erwähnen ist ihre legendäre Aussage anlässlich der Asylantenflut des Jahres 2015/2016, als die davon sprach, man bekomme Menschen geschenkt. Kein Hauch von Differenzierung. Übrigens ein vergleichsweise empathieloses Verhalten gegenüber den zahlreichen Opfern von Messerattacken, Vergewaltigungen durch Asylanten.

Aktuell hat sie wieder „zugeschlagen“. Nachdem Deutschland 2:0 gegen Ungarn gewonnen hatte, fühlte sie sich bemüßigt, auf X zu formulieren: „Diese Mannschaft ist wirklich großartig. Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler.“ Darunter drei Regenbogen-Emojis.

Rasse statt Leistung

Bisher gilt zumindest das Prinzip der Besten-Auswahl bei der Aufstellung der Nationalmannschaft. Leistung alleine zählt. Leistung, die sonst in gesellschaftlichen Bereichen häufig verpönt ist, und die Hautfarbe ist völlig sekundär. Das ist im Übrigen gelebte Integration. Dass das jetzt ausgerechnet von einer Grünen zum Thema gemacht wird zeigt, wie sie wirklich tickt, denn wer bei der deutschen Nationalmannschaft die Hautfarbe der Spieler thematisiert, betreibt Rassismus, und zwar unabhängig von der Motivation dahinter, so Publizist Ahmad Mansour. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte Göring-Eckardt. Wenn man Menschen nach optischen Merkmalen bewerte, sei dies nichts anderes als Rassismus.

Wer eine Hautfarbe gegen die andere ausspielt, trägt nicht zur Befriedung bei, sondern stellt damit unter Beweis, dass er selbst rassistisch denkt. In einem bemerkenswerten Kommentar in der „Welt“ hat die dortige Kommentatorin Anna Schneider zu Recht darauf hingewiesen, dass man vielleicht eher von Neorassismus sprechen sollte, wie es der amerikanische Schriftsteller Coleman Hughes in einem aktuellen Buch geschrieben hat, wonach Neorassisten keinen Frieden zwischen Ethnien, sondern einen endlosen ideologischen Krieg benötigen. Er schreibt: „Wenn wir Neorassismus als das sehen, was es ist – Rassismus im antirassistischen Gewand – verstehen wir, warum Neorassisten keine farbenblinde Politik unterstützen, die Rassismus tatsächlich beseitigen würde, und warum sie farbenblinde Prinzipien ablehnen, die die Bürgerrechtsbewegung motivierten.“

Hughes schreibt weiter: „Wenn Rassismus aus der Gesellschaft eliminiert würde, wären Neorassisten arbeitslos: Sie hätten niemanden und nichts mehr, dem sie Vorwürfe machen könnten; ihre Agenda würde an gesellschaftlicher Relevanz verlieren und sie wären nicht mehr in der Lage, die kulturelle Macht zu erlangen, nach der sie sich sehnen.“ Recht hat er. PS: Coleman Hughes ist schwarz. Danke für diese Aussagen!

Dass sich Göring-Eckardt später für diesen Tweet entschuldigt hat, gehört zur Wahrheit dazu. Aber erst aufgrund öffentlichen Druckes. Wer so denkt und twittert zeigt allerdings sein wahres Gesicht.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe7/2024