Historisch für die CDU Lahn-Dill

Erstmals im Bundesvorstand vertreten

Gratulation an Johannes Volkmann

Erstmals in ihrer 75-jährigen Geschichte ist die CDU Lahn-Dill mit einem Mitglied, in diesem Fall sogar mit dem Kreisvorsitzenden der CDU Lahn-Dill, im Bundesvorstand der Union vertreten. Ein Riesenerfolg in erster Linie für Johannes Volkmann, der nicht nur von seiner CDU Lahn-Dill unterstützt wurde, sondern auch von der gesamten Jungen Union und der hessischen CDU.

Johannes hat lange Zeit darüber geschwiegen, dass er der Enkel von Helmut Kohl ist. Aufgrund der Tatsache, dass er der Enkel des Kanzlers der Deutschen Einheit ist, war er medial besonders interessant. Medien ticken so, dies ist normal. Es war und ist sicherlich ein Vorteil für ihn, obwohl er immer sehr klar gesagt hat, dass er an seinen Leistungen gemessen werden möchte. Das ist die richtige Grundeinstellung. Aber geschadet hat natürlich, das gehört zur Wahrheit dazu, die Enkelposition nicht.

Johannes ist auf dem besten Wege dazu, Karriere im positiven Sinne des Wortes zu machen. Nur eine Kleinigkeit am Rande. Als ich ihn nach der Kommunalwahl im März 2021 gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, den vakanten Vorsitz im Kreistag als Nachfolger von Elisabeth Müller, die das über einige Legislaturperioden brillant gemacht hat, zu übernehmen, das Ganze als Neuling, sagte er nicht sofort zu, sondern bat um Bedenkzeit. Er setzte sich Stunden mit Elisabeth Müller zusammen, um abzuwägen, ob er sich dieses Amt zutrauen könnte. Er sagte zu. Die Kreistagsfraktion wählte ihn bei einer Enthaltung einstimmig in diese Position, die im Lahn-Dill-Kreis traditionell der stärksten Fraktion des Kreistages zusteht. Ein Dank an die Regierungskoalitionen, die dieses formale Recht nicht in Abrede stellten, so wie umgekehrt die CDU immer zu früheren Zeiten Sozialdemokraten mitgetragen hat, wenn diese die stärkste Fraktion stellten. Das ist aber schon viele Jahre her.

Johannes leitet die Sitzungen des Kreistages souverän, so gut, dass selbst die Regierungsparteien im Lahn-Dill-Kreis, zumindest hinter vorgehaltener Hand, nicht umhinkönnen, ihn ob seiner Amtsführung zu loben. Auch das kommt nicht jeden Tag vor. Von daher war es für mich logisch, als ich im September letzten Jahres meine kommunale Arbeit auch als Kreisvorsitzender beendet habe, unserer Partei Johannes als künftigen Vorsitzenden zu empfehlen, mit der Überlegung, dass er dann auch ein klares Prä für die Bundestagswahl hat.

Johannes ist vor wenigen Monaten mit einem überragenden Ergebnis gewählt worden, und ich bin sicher, er wird auch mit einem hervorragenden Ergebnis Bundestagskandidat und spätestens im September nächsten Jahres in den Deutschen Bundestag einziehen. Ich wünsche es ihm. Er ist ein exzellent ausgebildeter junger Mann, der Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Soziologie studiert hat, Auslandssemester in Shanghai und Peking und seinen Master in China-Studien in Oxfort absolvierte. Davor kann man nur den Hut ziehen.

Heute ist Johannes Wissenschaftlicher Leiter des Büros des Europaabgeordneten Professor Sven Simon, Sitz in Brüssel. Fachliche Qualifikation ist das eine, charakterliche Qualifikation das andere. Es ist das große Pfund von Johannes. Er ist ein junger Mann, bodenständig im besten Sinne des Wortes, der seine Heimat liebt und bei aller Weltläufigkeit gerne hier lebt und bleiben will. Er ist empathisch, geht auf Menschen zu und bringt sich bei aller zeitlichen Belastung gleichwohl in Vereine ein. Er weiß inhaltlich, was er an der Demokratie hat, wenn er ein klares Bekenntnis zu Europa ablegt, an dem sein Großvater naturgemäß maßgeblich mitgeschneidert hat. Ein Europa, das für Frieden und Freiheit steht, das es zu bewahren gilt, wohlwissend, dass es alles andere als perfekt ist.

Ein junger Mann, der gerade im Bereich der Inneren Sicherheit, der Asylpolitik klare Linien vertritt, der in der Wirtschaft und Wissenschaft wirtschaftsliberal denkt, technologieoffen ist und seiner Generation der unter 30-Jährigen Mut machen möchte, für die Zukunft. Mit dem Selbstbestimmungsgesetz, der Cannabis-Freigabe oder dem Gender-Unfug löst man die Probleme seiner Generation nicht. Eine klare Ansage an die Ampel in Berlin.

Die 1000 Delegierten des Bundesparteitages wählten ihn mit einem exzellenten Ergebnis neu in den Bundesvorstand. Die CDU Lahn-Dill kann stolz darauf sein, und sie wird davon auch profitieren, denn es ist immer gut, wenn man einen engen Draht zur Landes- und Bundesspitze hat, in jeder Hinsicht. Deshalb Gratulation, lieber Johannes. Du wirst Deinen Weg machen als weltoffener Bürger, der aber weiß, wo seine Wurzeln sind. Bleib so, wie Du bist.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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