"Ehrenamtliches Engagement von Millionen Menschen ist der Kitt der Gesellschaft"

17. Verleihung des Ehrenamtspreises der CDU Lahn-Dill

Zum 17. Mal in Jahresfolge hat der Kreisverband der CDU Lahn-Dill seine Ehrenamtspreise vergeben. Die Verleihungsfeier fand in den Räumen der Hessischen Sportjugend in Wetzlar statt. Ralf Zobus, Vorsitzender des Dill-Sängerbundes, hielt die Laudationes auf die fünf Preisträger und sprach für die neunköpfige Jury. Dieser gehörten außer Zobus weiter an: Hans-Peter Stock (Solmer Sängerbund), Erich Schmidt (Bezirksjugendring Wetzlar-Land), Boris Falkenberg (Malteser Hilfsdienst), Jochen Korz (Sportkreis Lahn-Dill), Michael Stroh (Feuerwehrverband Wetzlar) sowie Steffen Droß und Edgar Luh von m CDU-Kreisverband.

"Deutschland ist das Land der Vereine und Verbände, 71 Prozent aller Deutschen sind Mitglied in einem Verein", stellte CDU-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Irmer fest. Auf Hessen bezogen sind laut Irmer 36 Prozent in einem Verein sogar aktiv. Vereinsarbeit vermittele wichtige Fähigkeiten und nachhaltige Erfahrungen. Wer im Zusammenhang mit Vereinsarbeit jeglicher Art in jungen Jahren gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen, habe, ohne dass er es womöglich selbst so empfunden oder bemerkt hat, für das Leben gelernt - "und die Gesellschaft profitiert davon".

Ohne Vereine als dem "sozialen Kitt der Gesellschaft" wäre Deutschland ärmer, so der Bundestagsabgeordnete. Was das Ehrenamt leiste, könne der Staat nicht stemmen, und das in allen Bereichen nicht. Deshalb sei die Politik auf allen Ebenen aufgerufen, die Vereine und damit das Ehrenamt zu unterstützen, "Warme Worte" alleine reichten dazu allerdings nicht aus. Unter anderem aus diesem Grund habe die CDU Lahn-Dill seinerzeit ihren Ehrenamtspreis gestiftet. Als Auszeichnung von Einzelpersonen oder Gruppen, die sich in ihrem Ehrenamt in besonderer Weise engagieren und somit durch die öffentliche Auszeichnung mit einem natürlich mehr symbolischen Preis als "leuchtende Best Practise Beispiele" für andere dienen sollen.

Auch für Ralf Zobus ist ehrenamtliches Engagement keine Selbstverständlichkeit - und dürfe daher auch nicht als solche behandelt werden. Der Vorsitzende ds Dill-Sängerbundes wünscht sich, dass das Ehrenamt als bürgerschaftliches Engagement an Attraktivität gewinnt: "Denn Ehrenamt ist eine Stütze der Gesellschaft" und gebe nicht nur anderen und der Allgemeinheit viel, sondern auch dem Ehrenamtlichen selbst etwas.

Die Preisträger 2018

Den mit 500 Euro dotierten 1. Preis erhielten Torsten Reh und Jochen Hardt aus Simmersbach für ihre "Hope of a smile Tour", die sie zum Zwecke des christlichen Motiven entstammenden Spendensammelns per Rad über mehr als anderthalb Tausend Kilometer vom Eschenburger Ortsteil bis nach Thessaloniki nach Griechenland führte. Die "eingefahrene" Spendensumme von mehr als 30.000 Euro kommt vier christlich-wohltätigen Organisationen zugute. Dass Torsten Reh seit fast drei Jahrzehnten aktiver Musiker im Posaunenchor ist, dabei Jungbläser ausbildet, vor drei Jahren die Leitung des "Surpraise Chores" in Simmersbach übernommen hat und insgesamt pro Jahr rund 700 Stunden ehrenamtlich "unterwegs" ist, sei an dieser Stelle am Rande erwähnt.

Auf Platz - 250 Euro - zwei setzte die Jury Robert Rapelius vom Tennisclub Nauborn, bei dem er 1977 zu den Vereinsgründern zählte. Seitdem ist er in diesem Sportclub "mehr als aktiv". Als 2009 kein Jugendlicher mehr dem Verein angehörte, rief Rapelius die Aktion "Jugend weg von der Straße" ins Leben und ging dabei 2013 auch eine Kooperation mit der örtlichen Schule ein. Unter anderem gründete er dort eine Tennis-AG. Er kümmerte sich besonders um die Erst- und Zweitklässler, aber auch schon um Kindergartenkinder. Rapelius teilt die Trainingsgruppen ein und sorgt für die notwendigen Hallenzeiten, organisiert Fahrradtouren und anderes mehr. Zudem kümmert er sich gemeinsam mit seiner Frau um Flüchtlinge, unterstützt sie beim Erlernen der deutschen Sprache und hilft ihnen bei Problemen des Alltags.

Den 3. Ehrenamtspreis 2018, verbunden mit 150 Euro, erhielten Werner Schmitt und Fritz Werner. Beide engagieren sich seit 2001 ganz speziell in Aufbau, Beschilderung und Unterhaltung des Wanderwegenetzes ihrer Heimatgemeinde Dietzhölztal, wobei sowohl der Rothaarsteig wie auch der Lahn-Dill-Bergland-Pfad Teil dieses Netzes auf Dietzhölztaler Gemeindegebiet sind. Wegeunterhaltungs- und Sicherungsarbeiten gehören zu ihren Aufgaben, das Herstellen der Wegweiser in Handarbeit, deren Aufstellung und Reparatur. Beide investieren an die 300 Stunden pro Jahr in diese selbstgewählte Aufgabe, die dem Nutzen ihre Mitmenschen dient.

Zwei Jugendpreise vergab die Jury in diesem Jahr, beide mit je 250 Euro verbunden. Zum einen an die "Bike Base Crew" Herborn. Die Jugendlichen unterhalten ihre 2006 entstandene Anlage selbst, auf der Kinder und Jugendliche Fahrradfahren, Tricks und Springen mit dem Bike - ins Schaumstoffbecken -

erlernen. Zu den sportlichen Aktivitäten kommen soziale Ideen hinzu, mit denen karitative Zwecke unterstützt werden, vom "Herborner Brotkorb" bis zur Aktionen "Weihnachten im Schuhkarton".

Zum zweiten wurde Bianca Schäfer geehrt. Sie übernahm 2003 als damals 20-Jährige das Dirigat des Jugendblasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Schwalbach, das derzeit 19 Mitglieder hat. Weiterhin ist sie als Ausbilderin für die Querflöte aktiv. Über das Jugendblasorchester sollen die jungen Musiker auf den Übergang ins "große Orchester" vorbereitet werden. Das junge Blasorchesters tritt bei zahlreichen Anlässen und Terminen öffentlich auf. Zudem gehört Bianca Schäfer auch dem Vorstand des Feuerwehrvereins Schwalbach an.

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Franz Ewert

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Aktuelle Ausgabe8/2018