Josef Kraus

Reformpädagogik und ihre Nähe zur Pädokriminalität

Erschütternd ist, was Josef Kraus, der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes, kürzlich in einem Artikel schilderte.

Er wies darin auf Studien über das pädokriminelle, drei Jahrzehnte währende „Wirken“ des ehemals geschätzten Pädagogikprofessors Helmut Kentler und seine damit verbundenen Netzwerke hin. Haupttäter und pädokriminelle Zentrale war Helmut Kentler (1928 bis 2008), der vielen als sogenannter Experte für Sexualaufklärung und Reformpädagogik galt. Er war von 1969 bis 1974 am „Pädagogischen Zentrum Berlin“ tätig, trat für die sexuelle Befreiung ein, auch für Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern.

Spätestens hier hätte man aufmerken müssen, denn Anfang der 70er Jahre gewann er sogar das Landesjugendamt Westberlin für ein sogenanntes Projekt. Jungen vom Straßenstrich am Bahnhof Zoo sollten in die Obhut von pädokriminellen Pflegevätern gegeben werden unter wissenschaftlicher Begleitung von Kentler, der erklärt hatte, nur Pädophile könnten schwererziehbare Kinder lieben und einmal wörtlich sagte: „Mir war klar, dass die drei Männer vor allem darum so viel für ‘ihren’ Jungen taten, weil sie mit ihm ein sexuelles Verhältnis hatten.“ Bis in die 90er Jahre lehrte Kentler an der Universität Hannover und schrieb Gutachten in Missbrauchsfällen zugunsten der Angeklagten.

Aufgeflogen ist das Ganze, weil zwei Männer, die als 6-Jährige als Pflegekinder zu einem Pädokriminellen kamen, sich geoutet haben. Inzwischen haben sich weitere Betroffene gemeldet, so dass man davon ausgehen muss, dass die Studie dringend zu erweitern ist.

Berüchtigte Odenwaldschule

Zu den berüchtigten reformpädagogischen Schulen gehörte auch die Odenwaldschule unter Leitung von Gerold Becker, die 2015 wegen ähnlicher Vorkommnisse geschlossen werden musste. Zu den Schülern dieser Zeit gehörte übrigens der ehemalige grüne Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit, der 1975 über seine Erfahrungen als Erzieher in einem Kindergarten in Frankfurt in seinem Buch „Der große Basar“ folgendes schrieb: „Mein ständiger Flirt mit den Kindern nahm erotische Züge an. Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln.“

Grüne für Legalisierung von Sex mit Kindern

Zu erinnern ist in diesem Kontext, dass die Grünen 1980 die Legalisierung von Sex mit Kindern in ihrem Grundsatzprogramm gefordert haben. Eine Forderung, die sie erst 1993 aufhoben. Erst 2013 bekannten sie sich anlässlich einer umfassenden Studie des Göttinger Politologen Franz Walter zu ihrer höchst unrühmlichen pädosexuellen Vergangenheit. Was in dieser Zeit unter dem Vorwand der Reformpädagogik teilweise alles gelaufen ist, vermag man sich nur schwer auszumalen. Ob es die Dimensionen der katholischen oder evangelischen Kirche erreicht, ist unbekannt, aber es war eine unverzeihliche Zeit der Experimente mit unschuldigen Kindern, die der Willkür von Erwachsenen ausgesetzt waren.

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