Neue Ampelabzocke geplant

Wegfall der Steuerklassen III und V
bedeuten für die meisten Mindereinnahmen
- Steuerzahlerbund mahnt -

Geht es nach den Vorstellungen der Ampel sollen künftig für Ehepaare die Steuerklassen III und V abgeschafft werden, und es soll dann nur noch die Klasse IV geben.

Aktuell ist es so, dass Ehepaare sich häufig dazu entschließen, wenn sie beide berufstätig sind, dass derjenige, der deutlich mehr verdient, die Steuerklasse III in Anspruch nimmt, weil er dann weniger Steuern zahlen muss. Derjenige, der ein deutlich niedrigeres Einkommen hat, nimmt die Steuerklasse V, was auch dort zu höheren Abzügen führt, aber in der Gesamtbilanz die Ehepaare, um bei der Beispielsrechnung zu bleiben, entlastet.

Jetzt soll wieder einmal nivelliert werden. Der Steuerzahlerbund hat, wie die Bild-Zeitung berichtete, eine interessante Tabelle errechnet.

Beispiel 1:

Er oder sie verdient beispielsweise 3000 Euro brutto, der Partner 1000 Euro. Nach der neuen Regelung verliert der Besserverdiener 259 Euro im Monat. Der Geringverdiener erhält 95 Euro mehr, macht im Ergebnis einen Verlust von 164 Euro monatlich.

Beispiel 2

Er oder sie erhält 4000 Euro, der Partner 1000 Euro. Dies bedeutet auf der einen Seite eine Mindereinnahme von 318 Euro, auf der anderen Seite eine Mehreinnahme von 95 Euro, unterm Strich aber eine Mindereinnahme von 223 Euro.

Beispiel 3

Er oder sie verdient 4000 Euro, der Partner erhält keinen Lohn, weil er nicht arbeitet. Dies bedeutet für das Paar eine Mindereinnahme von 318 Euro, denn derjenige, der nicht arbeitet, kann natürlich auch nicht in irgendeiner Form entlastet werden.

Beispiel 4

Er oder sie verdient 4000 Euro, der Partner 1500. Dies bedeutet für den einen ein Minus von 318 Euro, für den anderen ein Plus von 134 Euro, in der Summe aber einen Verlust von 184 Euro.

Steuerzahlerbund mahnt

Der Chef des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, erklärte denn auch, dass bei Wegfall der Steuerklassen III und V viele Paare in Deutschland monatlich mehr Steuern zahlen müssten. Dies dürfe nicht passieren. Ampelpolitiker beruhigen. Unterm Strich solle kein Paar schlechter gestellt werden als zum jetzigen Zeitpunkt. Wer es glaubt, wird selig. Es wäre die erste steuerliche Veränderung vermutlich, die nicht zum Vorteil des Staates ausfällt. Im Übrigen, so die Ampelpolitiker, könne man über die Steuererklärungen Rückerstattungen beantragen. Da kommt Freude bei jedem Finanzamt auf, Freude bei jedem Antragsteller, denn es bedeutet nicht nur einen hohen zusätzlichen Zeitaufwand, sondern auch Verzögerung, denn das Geld fehlt jetzt monatlich, und wenn man nach eineinhalb Jahren das Ganze komplett zurückholt oder vermutlich eher in Teilen stellt sich die Frage nach dem Warum. Im Endergebnis dürfte Finanzminister Lindner (FDP) mit seiner Ampel profitieren, nicht politisch, aber geplant finanziell, was die Steuereinnahmen angeht.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe7/2024