Pro Polizei besuchte Rheinmetall und Deutsches Panzermuseum

Rheinmetall stattet auch SEK’s und Polizeien aus

Zu einem interessanten Besuch bei der Firma Rheinmetall waren jetzt 40 Mitglieder von Pro Polizei Wetzlar unterwegs. Am Standort Unterlüß, rund 30 Kilometer von Uelzen entfernt, hatte man Gelegenheit, sich über Munitionskomponentenfertigung informieren zu lassen, über die Rohrfertigung von Panzern, Haubitzen und anderem mehr. Auch die Instandsetzungshalle konnte man in Augenschein nehmen, in der zum Beispiel der Leopard 2 ein Upgrade für neueste Munition und Technik erhält sowie der Puma und Marder instandgesetzt werden.

Im Übrigen gebe es eine enge Kooperation auch mit Firmen aus dem Lahn-Dill-Kreis, die unterschiedliche Komponenten liefern.

Am Standort Unterlüß habe man, so Jean Daniel Schaffner, rund 2500 Mitarbeiter, derzeit im Dreischichtbetrieb. Weitere Mitarbeiter würden aufgrund der aktuellen Weltlage, die sich niemand wünsche, gesucht. Die gesamte Rüstungsindustrie weltweit, darunter auch Rheinmetall, profitiere natürlich von der akuten Bedrohungslage durch diktatorische Regime wie zum Beispiel Putins völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine. Gleichzeitig machte Schaffner deutlich, dass man alles daransetzen werde, soweit die Aufträge vergeben seien, die Bundeswehr so auszustatten, dass sie ihrer defensiven Aufgabe der Landesverteidigung nachkommen könne. Hier habe es in den letzten vielen Jahren doch erhebliche Versäumnisse gegeben. Dies abzuarbeiten werde einige Jahre in Anspruch nehmen.

Was viele aber nicht wissen, ist die Tatsache, dass Rheinmetall seit vielen Jahren auch beispielsweise für die Sondereinsatzkommandos nicht nur der deutschen, sondern auch der europäischen Polizei Ausrüstungsbeiträge liefert, wie entsprechende Waffen für Einsatzlagen oder aber auch entsprechende kugelsichere Westen, um Einsatzkräfte zu schützen. Viele Fragen rundeten einen hochinteressanten Nachmittag ab, der seinen Ausklang im Gildehaus in Uelzen fand.

Am nächsten Morgen stand der Besuch im Deutschen Panzermuseum in Munster auf der Tagesordnung, das unter der Aufsicht des Bundesverteidigungsministeriums steht. Auch hier gab es einen überaus interessanten Einblick in die deutsche und europäische Panzergeschichte, vom Beginn des 1. Weltkrieges an bis zu den verschiedenen Modellen auch russischer und amerikanischer Bauart von den Anfängen bis zum modernen Leo 2 aus deutscher Sicht. Die Besucher hatten die Gelegenheit, in das Cockpit eines Leo 1 einzusteigen. Eine beklemmende Situation, wenn man nur alleine im Cockpit sitzt, obwohl dort normalerweise vier Mann Besatzung dabei sind. Der Flugabwehrpanzer Gepard war ebenso zu sehen, der im Übrigen gerade in der Ukraine Dienst versieht, wie der ehemalige T54, der in der Nationalen Volksarmee zum Einsatz kam, dessen Vorgängermodell, Brückenlegepanzer, Panzerhaubitzen oder auch der technisch hochmoderne „Keiler“, ein Panzer, der für die Minenräumung zuständig ist. Interessante Ausstellungstafeln, nichts glorifizierend, sondern sachlich beschreibend, machten Vor- und Nachteile der Bewaffnung von Armeen mit Panzern deutlich.

Eine sehr ausgewogene Präsentation, die, so Pro-Polizei-Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer, seine Stellvertreterin Heike Ahrens-Dietz, Schatzmeister Gerhard Homrighausen und Beisitzer Hans-Peter Stock, für alle Besucher hochinteressant war.

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Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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