Danke, lieber Hans-Jürgen Irmer

Irmer-Initiativen und Erfolge

von Helmut Hund

Es würde den Rahmen sprengen, die vielen Aktivitäten Revue passieren zu lassen. Deshalb exemplarisch einige wenige, die von ungewöhnlicher Bürgernähe, aber auch von Erfolg konkreter Art für die Region stehen. In 20 Jahren als Landtagsabgeordneter hat Irmer jedes Jahr in jeder Stadt und Gemeinde des Wahlkreises Vereinsgespräche durchgeführt, bei denen in der Regel die jeweiligen Bürgermeister dabei waren, in dem Bemühen, im direkten Gespräch Vereine zu unterstützen, was häufig genug gelungen ist. Rund 4000 Handakten zeugen von 25 Jahren regelmäßigen Bürgersprechstunden, in denen es in der Regel um Hilfe in allen möglichen Lebenslagen ging, ob Direktversicherungsgeschädigte, Ausbildungsplatz, Referendariatsstelle, Arbeitsplatz, Kindergeld, Krankenkassenärger oder auch sehr persönliche Fälle von Menschen in Notlagen. Irmer hat nie gefragt, wo jemand politisch steht. Aber es gab auch durchaus bekannte Sozialdemokraten, die um Unterstützung baten, die sie natürlich erhielten. Vertraulichkeit garantiert.

Größte Erfolge

Zu seinen Erfolgen hat ohne jeden Zweifel die Initiative für die Sanierung des Stadions Wetzlar gehört. Das Landessonderprogramm zur Förderung kommunaler Sportstätten, das Irmer gemeinsam mit dem Innenminister mit initiiert hatte, führte dazu, dass auf Antragstellung der Stadt Wetzlar, ebenfalls von Irmer initiiert, der damalige Oberbürgermeister Dette und Bürgermeister Lattermann einen entsprechenden Stadtverordnetenbeschluss herbeiführten mit dem bekannten Ergebnis eines wunderbaren Stadions.

Sportplatz Goetheschule

Irmer, bekannt als Verfechter klarer politischer Linien, hatte auch eine ganz andere Seite, denn als gelernter Pädagoge verstand er es, häufig zwischen Parteien zu vermitteln. So geschehen zwischen der Stadt Wetzlar und dem Lahn-Dill-Kreis, als es um die Frage ging, wer saniert das Stadion an der Goetheschule, wer beteiligt sich wann? Kurz zusammengefasst: Irmer führte die Beteiligten zusammen, machte einen Kompromissvorschlag, und der Sportplatz an der Goetheschule wurde saniert.

Höllkopfstadion Driedorf

In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter erreichte Irmer im Zusammenwirken mit der Haushälterin der damaligen CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Patricia Lips, dass die Gemeinde Driedorf für den Sport- und Entwicklungsbereich einen Zuschuss von rund 500.000 Euro erhielt.

Schwimmbad Wetzlar

Auch hier erhielt er die Zusage über einen siebenstelligen Förderbetrag durch die Bundesregierung, der demnächst wohl endlich zum Einsatz kommt, und zwar losgelöst von der Frage, wie man die Schwimmbadkonzeption bewertet.

Dombau-Verein

Gemeinsam mit seiner seinerzeitigen Kollegin Dagmar Schmidt (SPD) setzte Irmer sich für Sanierungsmittel für den Dom ein. 600.000 Euro waren das Ergebnis.

Schulzentrum Wetzlar

Ohne die CDU-Kreistagsfraktion und ohne Irmer wäre das Schulzentrum so nicht gebaut worden, denn die Koalition aus SPD, FDP, Grünen und FWG hatte unmittelbar nach der Kommunalwahl 2016 noch einmal den Beschluss bekräftigt, die drei Schulen im Bestand sanieren zu wollen, gegen alle Widerstände der Union. Irmer hatte dann Landrat Schuster bedeutet, dass er, wenn die Koalition dies tatsächlich so umsetze, in seiner Zeitung „Wetzlar-Kurier“ sämtliche Fehlentwicklungen jeden Monat öffentlich thematisieren werde, denn sechs, sieben oder acht Jahre Bauen im Bestand sei der Horror für jeden Schüler und jeden Pädagogen.

Er schlug deshalb noch einmal die Bildung einer Arbeitsgruppe vor. Sie tagte, es gab vernünftige Gespräche und das Ergebnis heute kann sich sehen lassen. Manchmal geht auch einiges hinter den Kulissen, wenn es dem Wohle des Kreises dient. Der Bildungscampus Schulzentrum Wetzlar ist bis auf die Käthe-Kollwitz-Schule fertig, und diese muss prioritär jetzt auch angepackt werden, so wie der Schule gegenüber versprochen.

 

„Mit Hans Jürgen Irmer verbindet mich eine mehr als 50 jährige kommunal politische Tätigkeit und Freundschaft, davon mehr als 40 Jahre gemeinsame Mitgliedschaft im Kreistag. Etliche Jahre war ich Schatzmeister der CDU Lahn Dill, unter dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Irmer. Ihn kenne und schätze ich als fleißigen geradlinigen Kommunalpolitiker. Er hat nie sein Fähnlein in den Wind gestellt, war er von etwas überzeugt, hat er dafür an allen Fronten gekämpft. Er hat beispielhaft die CDU Lahn Dill, von einer kleinen Splitterpartei zur größten Fraktion im Kreistag geführt.

Ihm wünsche ich nun ein erfülltes Leben, abseits der aktiven Politik, an der Seite seiner liebenswerten Frau. Ihm werde ich weiterhin freundschaftlich verbunden sein. Möge die zukünftige junge Führungsmannschaft der CDU seinem Beispiel folgen.“

 

Helmut Hund

(langjähriger CDU-Kreistagsabgeordneter und in verschiedenen Vorstandsfunktionen für die CDU tätig)

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