Dillenburger Unternehmen Wendel Email
gewinnt den Hessischen Exportpreis

Das Dillenburger Familienunternehmen Wendel hat den Hessischen Exportpreis in der Kategorie Industrie gewonnen. Überreicht wurden die Preise kürzlich im Haus der Geschichte in Darmstadt durch den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, HIKH-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller und den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main Christof Riess.

Jurymitglied Stefan Messer, Aufsichtsratsvorsitzender der Messer SE & Co. KGaA hielt die Laudatio für das Dillenburger Unternehmen. „Mit nur 130 Mitarbeitern beliefert die Wendel GmbH Email- und Glasurenfabrik die Hersteller zuverlässig mit einer breiten Angebotspalette, die laufend an die Kundenbedürfnisse angepasst wird. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie schwierig Beschaffung und Preiskalkulation angesichts steigender Energiepriese und Rohstoffknappheit aktuell sind. Und gleichzeitig sind diese hochwertigen Beschichtungen essentiell, wenn es darum geht, Produkte langlebig, strapazierfähig und gut recyclebar – also im besten Sinne des Wortes nachhaltig – zu gestalten.“

Als „Hidden Champion“ ist das Email des Unternehmens als Marke unbekannt, doch die emaillierten Produkte kennt jeder. So findet sich das Email in Hausgeräten wie dem Backofen wieder, im Warmwasserspeicher in der Heizung, in Bad- und Sanitäreinrichtungen sowie auf Geschirr, Schildern und auch Schmuck. Für die Tondachziegel produziert Wendel Glasuren. Wendel ist Weltmarktführer bei Gusspuderemails für gusseiserne Badewannen. Mit Schwestergesellschaften in Spanien und Frankreich ist Wendel aktuell in 33 Ländern aktiv.

Geschäftsführer Klaus-Achim Wendel, der das Unternehmen in der vierten Generation führt, betont, dass Export nur mit einer Strategie gelingen kann, die die Kommunikation intern und extern und Offenheit mit Menschen anderer Kulturen fördert. „Die zukünftigen Herausforderungen liegen in der Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen bis hin zur CO2-Neutralität. Dafür benötigen die Unternehmen Zeit, um den technologischen Wandel zu meistern.“, davon ist Geschäftsführer Klaus-Achim Wendel überzeugt.

Email ist ein nachhaltiger Werkstoff mit langer Tradition. Emaillierte Oberflächen sind korrosionsbeständig und leicht zu reinigen, sehr langlebig und strapazierfähig. Die Eigenschaften der hochmodernen Emails werden immer besser: der Glas-Überzug ist sehr dünn, elastisch und abriebfest und damit ein hochwertiges Produkt, in dem sehr viel Know-How steckt.

Die hohen Qualitätsanforderungen der Kunden können nur mit gut aus- und weitergebildeten Fachkräften garantiert werden. In den eigenen Laboren werden ständig neue Produkte entwickelt, dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte notwendig. Fachkräfte-Mangel ist bei Wendel kein Thema. Seit vielen Jahren bildet das Dillenburger Unternehmen in den Berufsbildern Chemielaborant, Prüftechnologe Keramik, Industriekeramiker, Fachkraft für Lagerlogistik selbst aus. Die Auszubildenden werden vom ersten Tag an in das Tagesgeschäft mit eingebunden und arbeiten gerne in einem vielfältigen Team mit, in dem Werte wie Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt gelebt werden.

Der Urgroßvater Karl H. Wendel revolutionierte 1932 die Emailtechnik und entwickelt erstmalig bleifreies Majolika-Email. Naturnahes Handeln ist seitdem strategisches Unternehmensziel, alle Wendel-Produkte werden umweltfreundlich hergestellt. Wendel ist im Bereich des Qualitätsmanagementsystems ebenso zertifiziert wie im Umwelt- und Energiemanagement.

Die Grundphilosophie des Unternehmens, so Geschäftsführer Klaus-Achim Wendel, sei neben der hohen Qualität der Produkte auch die Einbindung in die Region. Durch flexible Arbeitszeitmodelle fördere man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, biete in der Region sichere Arbeitsplätze und engagiere sich sehr bewusst in der Region im Kultur- und sozialen Bereich. Am Standort wird kräftig investiert: zwei Hallen, die energetisch nicht mehr zu ertüchtigen waren, werden durch zwei neue Gebäude, bei der auf erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Wärmepumpe gesetzt wird, ersetzt. Nach dem Umzug der Schlosserei in das neue Gebäude, wird im nächsten Jahr in der Mitte des Firmengeländes eine moderne Verpackungsstraße in Betrieb genommen.

Über den Hessischen Exportpreis

„Diese Auszeichnung geht stellvertretend an alle Beschäftigten, die unverzagt, engagiert und mutig auf gestörte Lieferketten und immer neue Herausforderungen auf dem Weg hin zur klimaneutralen Wirtschaft reagiert haben“, sagte Kirsten Schoder-Steinmüller bei der Preisverleihung. „Wahr ist jedoch auch. Viele dieser Unternehmen arbeiten inzwischen an der Belastungsgrenze. Wichtig ist deshalb die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Unternehmen nicht durch überbordene Bürokratie weiter zu gefährden“.

Der Hessische Exportpreis wird alle zwei Jahre von den hessischen Industrie- und Handelskammern, den hessischen Handwerkskammern und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen vergeben. In diesem Jahr hatten sich 39 Unternehmen beworben. Teilnehmen konnten Unternehmen aus Hessen mit maximal 250 Beschäftigten, die exportieren, importieren oder grenzüberschreitend tätig sind. Eine neunköpfige Jury, bestehend aus Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien, hatte die Gewinner ausgewählt.

Weitere Informationen online unter: www.hessischer-exportpreis.de und www.wendel-email.de

 

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