Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Frank Steinraths und Jörg Michael Müller

Innenminister Peter Beuth im Gespräch
mit heimischen Feuerwehrkameraden in Wetzlar

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Steinraths und Müller kamen Vertreter der heimischen Feuerwehren mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth in die Stadthalle Wetzlar, um mit dem Minister ins Gespräch zu kommen und brandaktuelle Themen zu diskutieren.

Beuth berichtet über eine Erhöhung der Zuwendungen in den letzten Jahren, die von 30 Millionen auf nunmehr 47 Millionen Euro im Jahre 2024 für die hessischen Feuerwehren angewachsen ist. „Wir wollen und müssen unsere Feuerwehren und damit verbunden das Helferehrenamt weiter fördern und unterstützen“, so der hessische Innenminister, denn zweidrittel der 71.000 hessischen Feuerwehrleute sind im Ehrenamt unterwegs. 540 Tragkraftspritzenfahrzeuge wurden in den letzten 10 Jahren gefördert, hierbei ist eine beachtliche Förderquote von über 90% der Anträge zu verzeichnen. Die Abwicklung der einzelnen Prozesse, wie z.B. Ersatzbeschaffungen von Autos oder Neubauten ist maßgeblich davon beeinflusst, wie gut es zwischen Land, Kommunen, Bürgermeistern und nicht zuletzt der Kommunalpolitik läuft. Hier habe man in Hessen ein gutes Miteinander, wobei Miteinander nicht immer gleiche Meinung bedeutet. Jedoch hat ein sachlicher Austausch mit den Städten und Gemeinden und den Feuerwehren bis heute immer zu einem vernünftigen Ziel geführt, so Beuth, die Befürchtungen, die auf verschiedenen Ebenen in der Coronazeit aufkamen, ob man nach der Pandemie wieder alle Kameraden in die wöchentlich stattfindende Übung und benötigten Einsätze bekomme, oder aber ob viele die gewonnene Freizeit nicht doch auf dem Sofa zuhause verbringen werden, erwies sich als weitestgehend falsch. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute sind sofort wieder bereit gewesen, ihre Zeit für den Dienst für die Allgemeinheit zu opfern.

Auch neue Gedankengänge werden in Taten umgesetzt, um mit z.B. Ehrenamtsmessen, den Nachwuchs in das Ehrenamt zu bekommen. Beuth berichtete, dass das Jugendfeuerwehrhaus in Marburg für über 6Mio Euro neu aufgebaut wurde, um hier beispielsweise die Integration der Jungend in den aktiven Dienst vorzubereiten.
Die Sicherstellung der Landesfeuerwehrschule sei ein wichtiges Instrument, um unsere Kameraden und Kameradinnen, weiter zu fördern und stärken. Aber auch, das Thema Anerkennungskultur, da eng verbunden mit dem Punkt der Freistellung bei Einsätzen, sei von großer Bedeutung, denn viele Kammeraden seien oftmals unsicher in der Abwägung: „kann ich meinen Arbeitsplatz nun verlassen, ohne dass mir Konsequenzen drohen“. Hier ist ein Blaulichtgipfel mit den Unternehmern in Umsetzung.
Die Feuerwehren sprachen in der Diskussion auch ortsbezogenen Fragen an. So habe die Brandkatastrophe in Haiger im letzten Jahr hat gezeigt, dass es z.B. in der nördlichen Region des Lahn Dill Kreises, im sogenannten Dreiländereck zu Abstimmungsschwierigkeiten, bzw. zu einer erhöhten Bürokratie zwischen den Ländern gekommen ist. Hier wäre es wichtig, dass es in solchen Regionen, die es mehrfach in Hessen gibt, eine gute und vernünftige Regelung gefunden wird. Aber auch gemeinsame Übungen der Wehren, können dazu beitragen, dass im Ernstfall ein Brand schneller bekämpft und damit die Schäden gering gehalten werden können. Bezüglich des Waldbrandrisikos wurde angemahnt, dass immer mehr Waldflächen und das darin befindliche Totholz nicht entfernt wird. Damit steige das Risiko eines Brandes immens. Als weiteres Thema wurde die Digitalisierung angesprochen und darauf aufmerksam gemacht, dass eine gute, standardisierte Lösung für Hessen nötig ist, die auf den neusten Stand gebracht werden muss. Minister Beuth nahm die Probleme der Kameraden auf und dankte den Wehren an Lahn und Dill, die ihm, so Beuth, immer schon eine Tasche voller Anregungen und Verbesserungsvorschlägen mit auf den Weg gegeben hätten. Diese Form des Austausches sei eine gute und Zielführende. Die beiden Abgeordneten dankten zum Abschluss dem Minister für seinen Bericht und die offene Diskussion und versprachen auch weiterhin für die Möglichkeit eines solchen Austausches zwischen der Feuerwehr vor Ort und dem Minister zu sorgen.

 

 

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Nicole Petersen
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